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Impfung gegen Grippe (Influenza) in der Schwangerschaft

Die Impfung gegen Grippe (Influenza)


Eine Impfung bedeutet, einen kontrollierten Kontakt zwischen einem Krankheitserreger und dem Immunsystem herzustellen. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, eine natürliche Abwehr gegen den Krankheitserreger zu entwickeln. Um diesen Kontakt zu kontrollieren, wird der Krankheitserreger zunächst angezüchtet und vervielfältigt und danach unschädlich gemacht.

Influenza-Viren werden normalerweise auf Hühnereiern angezüchtet, weil das Anzüchten in anderen Brutvarianten derzeit noch nicht funktioniert. Allerdings arbeiten viele Impfhersteller intensiv daran, die Vermehrung auf Hühnereiern durch andere, tierfreie Methoden zu ersetzen.

Danach werden die Influenza-Viren unschädlich gemacht, wobei darauf geachtet werden muss, dass sie genügend Eigenschaften enthalten, um später eine Reaktion des Immunsystems hervorrufen zu können. Zum Inaktivieren werden die Viren mit Tensiden (einer Art Waschmittel) oder Formaldehyd oder ähnlichen Chemikalien versetzt, die nach diesem Schritt wieder ausgespült werden.

Da die Grippeviren ständig mutieren, wird jedes Jahr von der Welt-Gesundheits-Organisation WHO bestimmt, welche Virusstämme vorrangig an den regionalen und an den weltweiten Grippewellen beteiligt waren. Aus diesen Stämmen werden dann die drei oder vier Virusstämme ausgewählt, aus denen die Impfung für das Folgejahr entwickelt wird.

Der Impfstoff enthält neben den zerstörten Virusresten noch destilliertes Wasser, dazu Salze und Puffer, damit die Impf-Flüssigkeit dem menschlichen Serum so ähnlich ist wie möglich, und minimale Reste aus der Herstellung der Impfstoffe.

Die Impfung hilft dem Körper also, eine eigene Immunabwehr gegen die Influenza-Viren aus dem vergangenen Jahr aufzubauen. Neue Mutationen werden durch die Impfung nicht erfasst. Deshalb kann es passieren, dass auch geimpfte Menschen an einer Influenza erkranken.

Menschen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist - durch eine Krankheit, durch Medikamente oder eine Schwangerschaft -, können nach der Impfung oftmals keine vollständige Immunität gegen das Grippevirus aufbauen. Es kann deshalb passieren, dass sie trotzdem an einer Grippe erkranken. Allerdings verläuft sie dann meistens milder als ohne die Impfung.

Dasselbe gilt für Schwangere: Große Studien haben ergeben, dass etwa 50 Prozent aller Schwangeren nach der Impfung keinen vollständigen Immunschutz gegen die Infektion aufbauen können.

Impfempfehlung Influenza

Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Influenza für

  • Personen ab einem Alter von 60 Jahren
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Schwangere im 2. Trimenon, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens bereits im 1. Trimenon
  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z. B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr (z.B. Bus- und Taxifahrer/innen) sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie z. B.:
  • chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma und COPD)
  • chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten
  • chronische neurologische Krankheiten, z. B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben
  • Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion bzw. Immunsuppression
  • HIV-Infektion


 

 Mit fachlicher Unterstützung durch:

  •  Dr. med. Susanna Kramarz, Pressereferentin des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.
  •  Dr. med. Michael Wojcinski, Vorsitzender der AG Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V

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