Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt, (lateinisch Sectio caesarea, manchmal auch nur kurz „Sectio" genannt) ist eine operative Methode, ein Kind auf die Welt zu holen. Das Baby geht dabei nicht den natürlichen Geburtsweg durch die Scheide der Mutter, sondern wird mittels Bauchschnitt durch einen Arzt aus der Gebärmutter geholt. In Deutschland werden ca. 30% der Kinder durch einen Kaiserschnitt geboren. Dies kann unterschiedliche Gründe haben.

Zum einen können schon einige Zeit vor dem Geburtstermin Gründe dafür sprechen, ein Kind durch einen geplanten Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. Die Kaiserschnitte, die bereits vor Beginn der eigentlichen Geburt notwendig werden, werden primäre Kaiserschnitte genannt. Beispielsweise wenn die normale Geburt wegen einem Missverhältnis des Beckens und der Kindsgröße unwahrscheinlich ist bzw. Komplikationen erwarten lässt. Auch eine Querlage des Kindes, bei der eine vaginale Geburt unmöglich ist, oder wenn der Mutterkuchen vor dem Muttermund liegt (Placenta praevia) wird ein Kaiserschnitt erforderlich. Bei höhergradigen Mehrlingen (Drillinge oder mehr Kinder) ist der Kaiserschnitt meist der empfohlene Geburtsweg. Bei schweren Erkrankungen der Mutter, vorausgegangenen Operationen an der Gebärmutter, einer vorliegenden HIV-Infektion (bei der das Kind sich bei der Geburt anstecken könnte) ist ein Kaiserschnitt häufig notwendig.

Auf Seiten des Kindes kann für einen Kaiserschnitt sprechen: geringes Geburtsgewicht (z. B. durch Frühgeburt), eine Erkrankung des Ungeborenen oder eine Lage, die eine Geburt auf natürlichem Weg unmöglich macht.

Die Beckenendlage ist kein Grund, dass ein Kaiserschnitt grundlegend durchgeführt werden muss. Jedoch ist dieses eine besondere Situation, die lediglich ca. 3% aller Schwangerschaften ab der 38. Schwangerschaftswoche betrifft, so dass eine Vorstellung in der gewünschten Geburtsklinik sinnvoll ist. Hier wird die Frau untersucht und es erfolgt ein Ultraschall des Kindes. Im Anschluss werden die Geburtshelfer mit der Frau die Chancen und Risiken einer vaginalen Geburt bei Beckenendlage besprechen und eine Empfehlung geben, ob es in diesem individuellen Fall möglich erscheint. Grundlegend sollte eine sogenannte äußere Wendung in der 37. oder 38. Schwangerschaftswoche versucht werden. Hierbei gelingt es in ca. 50% der Fälle das Kind aus einer Beckenendlage in eine Schädellage zu drehen.

Im Gegensatz zum bereits erklärten primären Kaiserschnitt, kann auch während der laufenden Geburt ein Kaiserschnitt notwendig werden, wenn eine Situation auftritt, in der das Wohlergehen des Kindes oder der Mutter gefährdet ist. Diese Operation wird sekundärer Kaiserschnitt genannt. Gründe sind z. B. ein Geburtsstillstand, völlige Erschöpfung oder mangelnde Kooperation der Mutter oder Komplikationen im Geburtsverlauf (beispielsweise ein Riss der Gebärmutter oder eine vorzeitige Ablösung der Plazenta, Fieber der Mutter). Beim Kind sind konstant abfallende Herztöne, das Einklemmen der Nabelschnur und damit verbundener Gefahr des Sauerstoffmangels für das Kind oder eine Lage, die den Eintritt in den Geburtskanal unmöglich machen, Gründe, sich für einen Kaiserschnitt zu entscheiden.

In den meisten Fällen, sofern die Zeit dafür genügt, wird auch ein sekundärer Kaiserschnitt in regionaler Betäubung durchgeführt, damit die Frau das Kind sofort in Empfang nehmen kann und die gewünschte Begleitperson in vielen Fällen mit im Operationssaal anwesend sein kann.

Notfall-Kaiserschnitt

Hiervon abzugrenzen ist jedoch der Notfall-Kaiserschnitt. Diese Form der Operation ist extrem selten und wird erforderlich, wenn das Leben von Mutter und/oder Kind akut gefährdet sind. In diesen Situationen ist keine Zeit für eine regionale Betäubung, da eine Vollnarkose innerhalb von 1-2 Minuten wirksam ist, und so wertvolle Zeit gespart wird.

Gründe für einen Notfallkaiserschnitt können sein:

Quellen

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. med. André Farrokh

Letzte Bearbeitung: 27.09.2018

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