Sexuelle Lust und der weibliche Orgasmus

Das Gehirn ist die Steuerzentrale rund um sexuelle Stimmulation. Die sexuelle Erregung im Genitalbereich der Frau ist ein kompliziertes Zusammenspiel von Gefühlen, Fantasien und körperlichen Reaktionen.

Als sexuelle Lust wird eine hormonell und neural gesteuerte Veränderung des körperlichen Zustands verstanden, die aus biologischer Sicht eine sexuelle Paarung als Ziel hat, um die Fortpflanzung und damit das Überleben der eigenen Art zu sichern. Für die Befruchtung dienen beim Mann die Abläufe des Orgasmus, um Spermien in ausreichender Menge ausstoßen zu können. Auch bei der Frau ist sexuelle Erregung notwendig für eine sexuelle Verbindung notwendig, nicht jedoch ein Orgasmus. Allerdings weisen viele Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass durch einen hohen Grad sexueller Erregung und einen Orgasmus bei der Frau die Aufnahme der Spermien erleichtert werden könnte.

Sexuelle Erregung kann durch das Erleben von Begehren und Begehrt-Werden ausgelöst werden, ebenso auch durch den Anblick oder auch die reine Vorstellung von Menschen, Situationen oder Gegenständen, mit denen sexuelle Lust und Begehren verbunden werden. Die Erregung wird verstärkt durch zugewandte körperliche Berührung.

Biologisch wird im Gehirn das limbische System aktiviert, ein evolutionär sehr alter Anteil des Gehirns, das für Emotionen und Triebverhalten und deren Steuerung verantwortlich ist.  Bei Erregung wird die Aktivität des vegegativen Nervensystems erhöht, und es werden Hormone ausgeschüttet, die die Paarung vorbereiten sollen. Der Blutdruck steigt, die Durchblutung und die Sensibilität der Haut nehmen zu, ebenso auch die Durchblutung der Beckenorgane und des Intimbereichs, also von Klitoris, Schamlippen und Vagina. Die Drüsen der Vagina beginnen Sekret abzusondern, das als biologisches Gleitmittel dient und den sauren pH der Vagina abpuffert, damit die Spermien nicht an ihrer Fortbewegung gehemmt werden. 

Wird die Erregung weiter gesteigert – durch eine anhaltende Einstimmung des Denkens, Fühlens und der Phantasie, durch fortgesetzte und geeignete Berührungsreize der erogenen Zonen, und durch funktionierende Stimulation von Klitoris und Vagina manuell und/oder durch das Aufnehmen und die Bewegung des Penis in der Vagina, können die Voraussetzungen für einen Orgasmus gegeben sein.

Der Orgasmus führt bei der Frau neben einer weiteren, erheblichen Steigerung der sensiblen Wahrnehmung in den stimulierten erogenen Zonen zu einer Zunahme von Herzschlag, Blutdruck und Atmung und zu einem unwillkürlichen Zusammenziehen der Muskulatur von Gebärmutter und Vagina, das allerdings nicht von allen Frauen bemerkt wird, und zu einem maximalen Punkt der Lust, der von einer nachfolgenden tiefen Entspannung gefolgt wird.

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Susanna Kramarz

Letzte Bearbeitung: 23.07.2018

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