Anzeichen einer Schwangerschaft & Schwangerschaftstest

Die ersten Hinweise auf eine Schwangerschaft, Schwangerschaftsanzeichen oder Schwangerschaftssymptome können oft schon bemerkt werden, bevor die Regel ausbleibt. Frühe Anzeichen einer Schwangerschaft sind meist Übelkeit, Müdigkeit, Völlegefühl, Blähungen oder ein Spannungsgefühl in den Brüsten.

Einige Frauen bemerken eine Schwangerschaft bereits, wenn sich einige Tage nach der Befruchtung die Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat. Wenn dann die Regelblutung ausbleibt, ist das in den meisten Fällen ein gutes Zeichen für eine eingetretene Schwangerschaft."  

Weitere spürbare Veränderungen, die mit einer Schwangerschaft einhergehen, sind auch Schwindel, und hormonbedingte Veränderungen, wie ein vermehrter Harndrang, Heißhunger oder Ekel vor bestimmten Speisen wie Kaffee und warmen Fleisch und Genussgiften wie Zigaretten und Alkohol. Die Brüste wachsen und werden berührungsempfindlich.

Ein weiterer Hinweis auf eine Schwangerschaft ist die Veränderung der Körpertemperatur. Frauen, die diese regelmäßig messen (Temperaturmethode), können feststellen, dass die Temperatur kurz vor der zu erwartenden Regelblutung nicht wie gewohnt absinkt, sondern weiterhin hoch bleibt.

Zu welchem Zeitpunkt kann eine Empfängnis eintreten?

Fand zum Zeitpunkt des Eisprungs, also in der Zyklusmitte eines zwischen 25 und 35 Tage dauernden Zyklus der Frau ungeschützter Geschlechtsverkehr statt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Empfängnis eintritt. Doch eine Schwangerschaft ist nicht der einzige Grund für das Ausbleiben der Regel, einer Amenorrhoe .

Weitere Gründe können eine Zeitumstellung durch eine Reise, die den Körper aus dem gewohnten Rhythmus bringt, Hormonstörungen, schwere Erkrankungen, Stress oder Schock sein. Auch nach dem Absetzen der „Pille", nach einer Operation oder bei einer starken Reduktion des Körpergewichts (Diät, Krankheit) kann die Regel zunächst ausbleiben. Eine verlässliche Aussage über das Vorliegen einer  Schwangerschaft liefert ein Schwangerschaftstest oder eine Ultraschalluntersuchung.

Trotz vorliegender Schwangerschaft  kann noch eine leichte Blutung zum gewohnten Zeitpunkt der Regelblutung auftreten, eine sogenannte Schmierblutung.

Schwanger und keiner darf es erfahren? Wir helfen.

Schwangerschaftsanzeichen: Müdigkeit

Viele Frauen sind jetzt viel häufiger müde als vor der Schwangerschaft. Dies kommt durch den Anstieg eines Hormons, dem Progesteron, das einen sedierenden Effekt auf die Schwangere hat. Das mütterliche Progesteron wird bis zur 10./11. Schwangerschaftswoche aus dem Corpus Luteum, dem umgewandelten Follikel gebildet, um die Schwangerschaft zu halten.

Schwangerschaftsanzeichen: Übelkeit

Ein allgemein bekanntes und häufig als sehr belastend erlebtes Schwangerschaftszeichen ist die Übelkeit. Diese tritt normalerweise in der Frühschwangerschaft - besonders zwischen der 6. bis 12. Woche - und bevorzugt morgens mit Brechattacken auf, kann sich aber mit wiederholten Wellen der Übelkeit über den ganzen Tag bemerkbar machen, mit oder ohne Nahrungsaufnahme auftreten oder zum Abend mit Schwellung des Leibes seinen Höhepunkt haben. Neben Mehrlingsschwangerschaften können verschiedene Stoffwechsel- und Hormonveränderungen, wie Schilddrüsenerkrankungen die Ursache sein, die die Höhe des Hormonspiegels des Schwangerschaftshormons HCG beeinflussen. Üblicherweise verschwindet die Übelkeit mit Ende der Embryonalphase im 3. Schwangerschaftsmonat. In sehr seltenen Fällen hält die Übelkeit während der gesamten Schwangerschaft an.

Übelkeit ist zwar ein negativ wahrgenommenes Krankheitssymptom, kann im Zusammenhang mit einer frühen Schwangerschaft jedoch als positiv bewertet werden, da man bei diesem Zeichen von einer normalen Schwangerschaftsentwicklung mit entsprechendem Anstieg des HCGs ausgehen kann.

Insbesondere Kaffee, Zigarettenrauch oder andere starke Gerüche (wie z. B. Parfüms) sowie bestimmte Speisen können in der Schwangerschaft Übelkeit auslösen. Häufig können die betroffenen Frauen keine fetten, säuerlichen oder stark gewürzten Speisen riechen (geschweige denn essen), oft werden auch Fleisch, Fisch oder Eier abgelehnt. Hierbei genügt manchmal die reine Vorstellung der Speisen, um Übelkeit auszulösen. Dies hat damit zu tun, dass die Schwangerschaft vor allem im Frühstadium im Körper hormonelle Veränderungen herbeiführt, die einen Einfluss auf das Geschmacks- und Geruchsempfinden haben. Diese Abneigungen sind normal und nicht besorgniserregend.

Schwangerschaftsübelkeit kann man entsprechend der Symptomatik selbst behandeln. Gegen das morgentliche Erbrechen hilft der Zwieback oder das Knäckebrot gleich nach dem Aufwachen noch im Bett. Da Obst und Obstsäfte, sowie kohlensäurehaltige Getränke übelkeitsfördernd sind, sollte die Schwangere darauf verzichten. Eine vernünftige Ernährung gehört ebenso dazu, wie die Aufteilung der Mahlzeiten in häufigere und dafür kleinere Portionen und natürlich die Vermeidung der Übelkeit auslösenden Lebensmittel oder Gerüche (kein Parfüm etc.). Außerdem kann durch Druck eines Akupunkturpunktes in der Mitte der Oberarm-Innenseite - zwei Querfinger oberhalb des Handgelenkes -, durch ein sogenanntes“ Seglerband“, durch medizinische Ingwerbonbons oder das Auflegen einer frischen Scheibe Ingwer auf die Zunge sowie das 30-malige Kauen einer kleinen Hand voll Haselnüssen oftmals die Übelkeit vermindert werden.

Für die Schwangerschaft ist es wichtig zu verstehen, dass es sich bei den leichteren Fällen von Übelkeit nicht um eine Krankheit handelt, sondern um eine schwangerschaftsspezifische Veränderung. Auch wenn die Übelkeit unangenehm ist, kann man - vorübergehend - damit zurechtkommen. Für Fälle stärkerer Übelkeit (Emesis gravidarum) gibt es auch Medikamente, die man in der Schwangerschaft nehmen kann, und die dem Kind nicht schaden. Hier ist der Frauenarzt der beste Ansprechpartner.

Bei extremer Form von Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum) ist ständiges, heftiges Erbrechen möglich. Dadurch, sowie durch die geringe Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit, kommt es zu Wasserverlust und Gewichtsabnahme und infolge zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustands der Schwangeren. Betroffene Frauen sollten ärztlich beobachtet und gegebenenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Bei sehr starken Beschwerden, stehen Medikamente zur Verfügung, deren Wirkung auf das Ungeborene im Tierversuch und in großen Studien als unbedenklich eingestuft wurde. Diese Arzneimittel sind verschreibungspflichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt und lassen sie sich von ihm beraten, ob und welches Medikament für Sie sinnvoll erscheint.

Schwangerschaftsanzeichen: Schwindel

Neben der Müdigkeit und Übelkeit können auch Schwindelgefühle auftreten. Der Körper versucht sich auf das veränderte Blutvolumen einzustellen, der Blutdruck sinkt üblicherweise in den ersten Monaten und die roten Blutkörperchen für die Sauerstoffversorgung des Körpers sind noch nicht ausreichend gebildet. Langes Stehen in warmen Räumen, „Warteschlange beim Bäcker“ können zu Kreislaufattacken führen. Da hilft das auf der Stelle treten und die Verbesserung der peripheren Durchblutung durch schnelles, wiederholtes Ballen der Fäuste. Wenig Schlaf, sitzende Tätigkeit, fehlende körperliche Aktivität verschlechtern die Kreislaufsituation. Kreislaufprobleme sind zwar für die Mutter lästig, aber für das Kind unbedenklich sind. Bewegung, Wechselduschen, Bürstenmassagen und Sport sind hilfreich.

Schwangerschaftsanzeichen: Heißhunger

Jeder kennt die Geschichte vom Heißhunger auf saure Gurken abwechselnd mit Mengen von Eiscreme in der Schwangerschaft. Dieser Heißhunger kann ein Zeichen nach verstärktem Mineralbedarf sein, was letztendlich nicht geklärt ist.

Schwangerschaftsanzeichen: Ausfluss

Hormonveränderungen in der Schwangerschaft führen zu vermehrtem Ausfluss. Dieser Scheidenausfluss ist normalerweise farblos oder weiß, geruchlos und nicht mit Beschwerden verbunden. Die Schwangere sollte sich keine Sorgen machen.

Wenn aber Juckreiz, unangenehmer Geruch oder Blutungen auftreten, sollte sie ihren Frauenarzt aufsuchen. Es könnte eine bakterielle Infektion vorliegen, die behandelt werden muss, um das Ungeborene nicht durch aufsteigende Keime zu gefährden. Wenn es sich um eine durch Geschlechtsverkehr übertragbare Erkrankung handelt, ist die Behandlung des Partners erforderlich.

Schwangerschaftsanzeichen: Hormonelle Veränderungen

Der in der Schwangerschaft veränderte Hormonhaushalt hat vielfältige Auswirkungen. Wichtig für die Schwangerschaft sind die plazentaren Hormone (HCG, HPL, Östrogene, Progesteron) sowie die mütterlichen Hormone (Prolaktin, FSH, LH, Oxytocin, Vasopressin, Schilddrüsenhormone, Cortison und Cortisol, Aldosteron, Parathormon, Insulin, Somatotropes Hormon), welche - nicht nur im Körper einer Schwangeren -  spezifische Wirkung auf die Zielorgane haben. Diese Botenstoffe können positive und negative Wirkung auf die kindliche Entwicklung haben. Folgende Veränderungen sind bei der Schwangeren zu beobachten:

  • Haut: Verstärkte Pigmentierung im Schambereich, um die Brustwarze, als dunkle senkrechte Linie auf der Bauchdecke, Pigmentflecken im Gesicht, Verstärkung oder plötzliches Auftreten von Akne
  • Herz-Kreislauf-System: Zunahme des Blutvolumens, dadurch zunächst Verdünnung des Blutes; Anstieg des Herzminutenvolumens, d. h. Zunahme von Schlagvolumen und Steigerung der Herzfrequenz; Erniedrigung des Blutdrucks in den ersten 6 Monaten; verminderter Venendruck, dadurch Neigung zu Krampfadern und Thrombose
  • Ausscheidungsorgane: veränderte Nierenfunktion mit Senkung der Ausscheidungsschwelle für Glukose und Magnesium,; Harnwege werden durch Progesteronwirkung weitgestellt, dadurch Begünstigung aufsteigender Harnwegsinfekte
  • Verdauungssystem: gestagenbedingte Weitstellung der Hohlorgane, wie beispielsweise dem Magen, dem Darm; durch Verlagerung durch die wachsende Gebärmutter können Verstopfung und Blähungen auftreten. Durch Reflux und Schwäche des Zwerchfelles entsteht Sodbrennen
  • Mundraum: Während der Schwangerschaft kommt es zu hormonellen und einer gleichzeitigen Veränderung der Immunantwort. Das begünstigt die Entstehung von Mundschleimhautentzündungen, die bis zum Ende der Schwangerschaft zunehmend verlaufen können. Über hormonsensitive Rezeptoren kommt es zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Mundschleimhaut, Vermehrung des Speichelflusses und zum Aufbau von Gefäßen und Gewebswucherungen. Dadurch entstehen häufig Pseudotaschen und Schwellungen verbunden mit einer pH-Verschiebung der Mundflora zu Gunsten krankmachender Keime. Bestehende Vorerkrankungen des Mundbereiches können während der Schwangerschaft deutlich verstärkt werden. Empfohlen wird eine zahnärztliche Kontrolle in der Frühschwangerschaft und in der späten Schwangerschaft (z.B. im 4. und 8. Monat).

Schwangerschaftstest - Bin ich schwanger?

Bereits sechs bis neun Tage nach der Befruchtung kann der Arzt  mit einem Schwangerschaftstest im Blut seiner Patientin das schwangerschaftserhaltende Hormon Human Chorion Gonadotropin (HCG) nachweisen. Der weibliche Körper produziert es, sobald sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet.

Etwa eine Woche später tritt HCG auch im Urin einer Schwangeren auf, das sie selbst mit einem Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt selbst überprüfen kann. Dabei ist der Test nur dann zuverlässig, wenn er bei einer konzentrierten Morgenurinprobe positiv ausfällt. Es kann zu diesem Zeitpunkt vorkommen, dass der Test negativ ausfällt, da die Nachweisgrenze des Schwangerschaftshormons im Urin noch nicht erreicht ist. Fällt der Test negativ aus, kann trotzdem eine Schwangerschaft vorliegen. Der Nachweis gelingt nur mit dem Test aus konzentriertem Morgenurin, der die höchste HCG Konzentration hat, sicher. Ein Bluttest beim Gynäkologen zum Nachweis des Schwangerschaftshormons bleibt die Ausnahme bei einem unklaren Verlauf in der Frühschwangerschaft.

Fällt der Test positiv aus, liegt höchstwahrscheinlich eine Schwangerschaft vor, die durch den Besuch beim Frauenarzt/Frauenärztin bestätigt werden sollte. Spätestens sechs Wochen nach dem 1. Tag der letzten Menstruation kann die Schwangerschaft auch durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt werden.

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Doris Scharrel

Letzte Bearbeitung: 15.03.2018

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