Stillen in besonderen Situationen

Stillen von Zwillingen / Mehrlingen

Zwillinge oder Mehrlinge können eine Herausforderung bei Stillen sein – die Kinder und Mütter profitieren aber sehr davon.

Das Stillen von Zwillingen stellt für die Mutter eine sehr große körperliche Herausforderung dar, ist aber durchaus möglich. Die Milchmenge wird an den Bedarf angepasst, allerdings werden die Brustwarzen sehr viel mehr beansprucht. Daher ist die richtige Stilltechnik von ganz besonderer Bedeutung.

Anfangs sollte jedes Kind einzeln gestillt werden. Das gilt der Übung der Mutter und der Konzentration auf ein kleines Individuum. Wenn die Mutter ein bisschen erfahrener geworden ist, können beide Babys gleichzeitig angelegt werden. Dazu sitzt die Mutter und nimmt die Kinder aufrecht unter den linken und rechten Arm während die Hände jeweils die Köpfe halten und an die Brüste heranführen. Darüber hinaus sind ausreichende Ernährung und viel Ruhe für die stillende Mutter von Zwillingskindern sehr wichtig.

Stillen von Frühgeborenen

Das Stillen von Frühgeborenen ist ebenfalls eine große Herausforderung. Obwohl Frühgeborene für ihre Entwicklung in hohem Maße auf die Nährstoffe der Muttermilch angewiesen sind - diese passt sich an die Besonderheiten eines Frühgeborenen an -  fehlt ihnen oftmals die Kraft ausreichend zu saugen und zu schlucken. Folglich kommt der Milchfluss nicht richtig in Gang und er muss mit Massagen und feuchtwarmen Wickeln angeregt werden. Wenn das Stillen noch nicht möglich ist, sollte schon wenige Stunden nach der Geburt mit dem Abpumpen der Milch begonnen werden, um die Milchbildung gut in Gang zu bringen

Stillen nach einer Kaiserschnittentbindung

Für Frauen, die ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt gebracht haben, ist das Spüren des Milchspendereflexes schwierig. Die Mediziner vermuten, dass das Oxytocin nicht so stoßweise freigesetzt wird wie nach einer vaginalen Entbindung. Es braucht daher ausreichend Unterstützung, Ruhe und Geduld, um das Stillen in Gang zu bringen. Ist es soweit, muss eine Stillposition gewählt werden, die die Bauchwunde entlastet.

Stillen nach operativen Brustveränderungen

Stillen ist nach einer operativen Brustvergrößerung grundsätzlich möglich. Weder das Brustgewebe noch die Milchgänge werden normaler Weise negativ beeinträchtigt. Allerdings kann das Anlegen erschwert sein, weil die Brustwarze durch das bewegliche Implantat nicht so gut zentrierbar ist.  
Die Muttermilch weist durch die eingesetzte Plastik, z.B. aus Silikon, keinen erhöhten Schadstoffgehalt auf.

Um das Stillen nach einer Brustverkleinerung zu gewährleisten, muss eine Operationstechnik gewählt werden, die Brustwarze, Warzenhof und die Milchgänge schont. Ist die Nervenversorgung beeinträchtigt, können Milchspende- und Milchejektionsreflex gestört werden. Im Ergebnis ist die Milchmenge vielfach nicht ausreichend. Frauen in dieser Situation müssen intensiv betreut werden, um eine etwaige Unterernährung ihres Babys frühzeitig erkennen zu können.

Quellen


Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Michael Scheele

Letzte Bearbeitung: 23.05.2018

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