Kondom

Das Kondom, umgangssprachlich auch gerne als Gummi, Präservativ oder Pariser bezeichnet, ist in Deutschland nach der Pille das zweitliebste Verhütungsmittel.

Die ersten genaueren schriftlichen Überlieferungen zur Benutzung von Kondomen stammen aus dem Mittelalter, wobei die Ursprünge schon länger als 3.000 Jahre zurück liegen. Das Material bestand in diesen Zeiten überwiegend aus Hammel- oder Schafsdarm. Schon damals hatten Kondome den Zweck, vor Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften zu schützen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Methode der Kondomherstellung aus Latexgummi (Milch des Kautschukbaumes) entwickelt und die Massenproduktion begann.

Kondome schützen auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Inzwischen sind Kondome in allen möglichen Variationen, Geschmacksrichtungen, Farben und Größen erhältlich. Sie verhindern, dass beim Geschlechtsverkehr Sperma in die Scheide gelangt und sind der einzig sichere Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhö, Hepatitis B, Human-Papilloma-Virus oder Chlamydien. Bei korrekter Anwendung schützen Kondome auch sicher vor einer Schwangerschaft.

Kondome in der Verpackung
Kondom bzw. Präservativ

Umgang mit Kondomen

Präservative bieten nur dann einen guten Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten oder einer ungewollten Schwangerschaft, wenn sie richtig verwendet werden. Jeder Kondompackung liegt eine Gebrauchsanweisung bei, in der die richtige Handhabung erklärt wird.

Die Sicherheit eines Kondoms hängt von der korrekten Verwendung ab. Ein Kondom sollte vorsichtig aus der Verpackung genommen werden, ohne dass scharfe Fingernägel oder andere spitze Gegenstände zur Hilfe genommen werden. Am oberen Ende des Kondoms befindet sich eine Ausstülpung, die nach dem Samenerguss als Reservoir für die Samenflüssigkeit dient. Beim Aufsetzen des Kondoms wird dieses „Hütchen" zwischen Daumen und Zeigefinger festgehalten, während das Kondom mit der Innenseite auf das steife Glied aufgesetzt und abgerollt wird.

Vorsicht: Die Innen- und Außenseite des Präservativs wird häufig bei der Anwendung zunächst verwechselt! Das zusammengerollte Kondom muss sich über den Penis abrollen lassen. Sollte die Eichel versehentlich mit der Außenseite des Kondoms in Berührung gekommen sein, muss ein neues Kondom verwendet werden, da zu diesem Zeitpunkt bereits Samen ausgetreten sein könnte.
Wenn das Reservoir ausreichend Platz für den Samen bietet und das Kondom "luftbläschenfrei" den erigierten Penis umschließt, sitzt es richtig.

Nach dem Geschlechtsverkehr bzw. nach dem Samenerguss wird das Glied wieder vorsichtig aus der Scheide herausgezogen. Dabei sollte das Kondom mit den Fingern am Penis festgehalten werden, damit es nicht vorher abrutscht und sich in die Scheide entleert. Hände und Penis sollten anschließend gewaschen werden, da dort Samenflüssigkeit anheften könnte und es bei weiteren Berührungen zu einer Schwangerschaft kommen kann. Kondome dürfen nicht wieder verwendet werden und gehören nach Gebrauch in den Abfall und nicht in die Toilette.
Das Anlegen des Kondoms wird manchmal als störend für das Liebesspiel empfunden. Abhilfe kann dadurch geschaffen werden, dass das Überziehen des Präservativs in das Liebesspiel der Partner integriert wird, so dass es weniger als Unterbrechung, sondern mehr als Ergänzung zum Liebesakt empfunden wird.

Sicherheit eines Kondoms

Kondome sind nur sicher, wenn sie richtig verwendet werden. Es empfiehlt sich daher ein „Trockentraining", bevor ein Kondom das erste Mal benutzt wird. Meistens liegt das Versagen von Kondomen in der falschen Handhabung der Anwender begründet und nicht an Materialfehlern des Kondoms. Die Gefahr des Reißens oder Platzens des Kondoms ist als gering, aber nicht ausgeschlossen einzuschätzen.

Daher liegt der Pearl-Index mit 2 im mittleren Bereich.

Vorsicht ist bei der Verwendung von Gleitcremes oder Ölen geboten. Viele Produkte greifen das Gummi an und vermindern so die Sicherheit. Nur wasserlösliche Produkte dürfen zusammen mit Kondomen verwendet werden.

Kondom geplatzt oder gerissen?

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und richtiger Handhabung kann ein Kondom versagen, z. B. durch Abrutschen oder Reißen während des Geschlechtsverkehrs. In diesen Fällen sollten Sie umgehend Ihren Frauenarzt aufsuchen, um mit ihm zu besprechen, ob eine Maßnahme zur Notfallverhütung („Pille danach") notwendig ist. Die Pille danach können sie auch direkt in der Apotheke kaufen. Handelte es sich nicht um den festen Sex-Partner, ist ein HIV- und Hepatitis-B-Test nach sechs Wochen zu überdenken.

Korrekte Lagerung von Kondomen

Markenkondome sind mit dem Herstellernamen, dem CE-Kennzeichen, der Genehmigungs- und Chargennummer und dem Haltbarkeitsdatum gekennzeichnet. Letzteres ist auf vier Jahre bemessen. Abhängig von Lagerbedingungen kann die tatsächliche Haltbarkeit allerdings erheblich kürzer sein. Licht und Hitzeeinfluss lassen Kondome porös werden. Kondome aus Automaten sind manchmal starken Temperaturschwankungen ausgesetzt und werden schneller brüchig und undicht. Eine lichtdichte Verpackung und eine kühle Lagerung sind daher unabdingbar. Keinesfalls dürfen sie mit Fett oder gewöhnlichem Öl in Berührung kommen, denn das macht sie ebenfalls porös. Als Gleitmittel dürfen nur spezielle, wasserlösliche Präparate verwendet werden. Kondome mit Reservoir und so genannter Befeuchtung (Silikonöl) sind zu bevorzugen.

Für wen sind Kondome geeignet?

Kondome sind für jeden geeignet, weil nur Kondome einen sicheren Schutz vor den meisten sexuell übertragbaren Krankheiten bieten. Außerdem sind sie für Mädchen und Frauen sinnvoll, die sich nicht alleine um die Verhütung kümmern möchten oder keine hormonellen Präparate anwenden können bzw. wollen. Oft werden Kondome zu Beginn einer neuen Partnerschaft eingesetzt. Frauen oder Männer, die Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern haben, sollten grundsätzlich Kondome verwenden, um sich und die Partner vor der Übertragung von möglicherweise bestehenden Geschlechtskrankheiten zu schützen.

Kosten von Kondomen

Die Kosten für ein Kondom betragen ca. 0,50 bis 1 Euro pro Stück. Kondome sind in verschiedenen Packungsgrößen in Apotheken, Drogeriemärkten, Supermärkten, Tankstellen und Automaten erhältlich.

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Reiner Storz

Letzte Bearbeitung: 24.04.2018

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