Verhütungsmethoden

Anti-Baby-Pille und Kondom

Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Verhütungsmöglichkeiten (z.B. Pille, Kondome, Kupferspirale, Hormonspirale, Diaphragma, usw.) zur Verhütung von Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Erkrankungen. Hierbei gilt es bei Bedarf diejenige Verhütungsmethode für sich zu finden, die einem selbst sowie dem Sexualpartner oder der Sexualpartnerin am meisten liegen.

In die Entscheidung für das passende Verhütungsmittel sollten Überlegungen einfließen, was in der aktuellen Lebenssituation besonders wichtig ist. Zudem gilt es, sich die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Methoden vor Augen zu führen und gegeneinander abzuwägen.

 

Es gibt eine Vielzahl von Verhütungsmöglichkeiten mit zum Teil ganz unterschiedlichen Wirkprinzipien:

  • Mechanische Verhütungsmittel
  • Hormonelle Verhütungsmittel
  • Chemische Verhütungsmittel
  • Sterilisation

Sicherheitsfaktor: Der Pearl-Index
Von essentieller Bedeutung ist es, die Zuverlässigkeit eines Verhütungsmittels genormt beurteilen zu können. Dazu entwickelte der Biologe Raymond Pearl (1879-1940) den so genannten Pearl-Index. Damit wird der Erfolg von Methoden der Empfängnisverhütung mit wissenschaftlichen Studien folgendermaßen gemessen: Wenn 100 Frauen ein Jahr lang mit der gleichen Methode verhüten, dann entspricht die Anzahl der Frauen, die in diesem Zeitraum trotzdem schwanger werden, dem Pearl-Index. Sollten also drei Frauen trotz Verhütung schwanger werden, entspricht dies einem Pearl-Index von 3 und gibt somit die Versagerquote der gewählten Verhütungsmethode an. Je niedriger der Pearl-Index einer Methode ist, desto sicherer ist sie.

Mechanische Verhütungsmittel

Mechanische Verhütungsmittel oder Barrieremethoden verhindern, dass der Samen in die Vagina gelangt bzw. die Spermien die Eizelle erreichen. Dazu zählen klassischerweise das Kondom und die Spirale. Daneben gibt es weitere Barrieremethoden wie z. B. das Diaphragma, die Portiokappe oder das Femidom (=Frauenkondom).

Hormonelle Verhütungsmittel

Hormonelle Verhütungsmittel enthalten künstlich hergestellte Hormone, die in ihrer Wirkung mit den körpereigenen Hormonen Östrogen und Gestagen annährend identisch sind. Diese Hormone sind für die Steuerung des Monatszyklus verantwortlich. Das bekannteste und am häufigsten verwendete hormonelle Verhütungsmittel ist die Pille, meist in Form einer Mikropille, einem niedrig dosierten Östrogen-Gestagen-Kombiniationspräparat. Ebenfalls oral, also in Tablettenform, eingenommen wird die Minipille und Gestagenpille, reine Gestagen-Präparate. Weitere Möglichkeiten der hormonellen Verhütung sind der Vaginalring, Verhütungspflaster und Verhütungsstäbchen, die Hormonspirale und Depot-Präparate wie die Drei-Monats-Spritze.

Die „Pille danach" ist eine Methode der Notfallverhütung. Sie kann bei zeitnaher Einnahme eine Schwangerschaft zu einem hohen Prozentsatz verhindern. Die "Pille danach" zählt nicht im eigentlichen Sinne zu den Verhütungsmitteln und sollte entsprechend so auch nicht eingesetzt werden.

Chemische Verhütungsmethoden

Chemische Verhütungsmittel enthalten Substanzen, welche die Spermien abtöten. Erhältlich sind Mittel in Form von Cremes, Gels, Scheidenzäpfchen, Vaginalfilm und Schaum. Sie sind nicht sehr sicher und sollten nur in Verbindung mit mechanischen Verhütungsmitteln verwendet werden.

Sterilisation

Die Sterilisation ist eine endgültige Verhütungsmethode. Dabei werden bei der Frau in einem operativen Eingriff die Eileiter, beim Mann die Samenleiter durchtrennt. Eine Sterilisation kann in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden. Deswegen sollte dieser Vorgang nur durchgeführt werden, wenn die Familienplanung sicher abgeschlossen ist.

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Reiner Storz

Letzte Bearbeitung: 20.04.2018

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