Stillen im Alltag

Stillen und Familie

Das Stillen beschäftigt nicht nur die Frau, sondern ihre gesamte Familie. Partner und ältere Kinder können sich zurückgesetzt fühlen, wenn die Partnerin und Mutter mehr Zeit mit dem Baby verbringt. Der Familie wird viel Rücksicht abverlangt, damit die Mutter eine ruhige und entspannte Atmosphäre zum Stillen hat. Umso wichtiger ist es, alle Familienmitglieder bereits während der Schwangerschaft vorzubereiten und beispielsweise die Aufgabenverteilung im Haushalt gemeinsam zu ändern. In stillfreien und Schlafzeiten des neuen Familienmitglieds sollte man sich den älteren Kindern oder durchaus dem eigenen Schlaf widmen. Damit das alles leistbar bleibt, darf man sich nicht scheuen, für die Tätigkeiten im Haushalt Hilfe aus der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis anzunehmen.

Stillen in der Öffentlichkeit

Müttern, die in der Öffentlichkeit stillen, werden oft mit Vorurteilen konfrontiert, sollten sich aber nicht verunsichern lassen: Denn „Stillen ist gesund“, „Stillen
wird überall akzeptiert“ und „Stillen kann nicht warten“

Stillen hat den Vorteil, dass man die Nahrung immer und überall verfügbar hat. Allerdings ist der Ort nicht immer gleich geeignet. Stillen in der Öffentlichkeit wird zwar in unserem europäischen Kulturkreis akzeptiert, ist aber (leider) nicht überall gern gesehen. Mit etwas Gespür und Selbstbewusstsein wird jede Frau diese Situation jedoch meistern. Vor dem Ausgehen sollte die Kleidung so gewählt werden, dass das Freimachen der Brust unkompliziert möglich ist und trotzdem durch den Stoff sowie den Kopf des Kindes möglichst viel bedeckt bleibt. Still-BHs, die seitlich bzw. vorne zu öffnen sind oder so genannte Still-Tops sind dabei hilfreich.

Stillen und Berufstätigkeit

Frauen, die frühzeitig wieder arbeiten wollen oder müssen, sollten sich nicht automatisch gegen das Stillen zu entscheiden. Allerdings sind hierbei Organisationstalent und Vorausschau gefragt.
Die gesetzlichen Grundlagen liefert das Mutterschutzgesetz, das den Anspruch auf tägliche Stillpausen einschließt. Der Mutter ist von Arbeitgeberseite die erforderliche Zeit, mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde ohne Verdienstausfall zu gestatten. Nähere Informationen bietet die Nationale Stillkommission unter diesem Link:
http://www.bfr.bund.de/de/stillen_und_berufstaetigkeit-54294.html

Wenn das Kind nicht in der Nähe des Arbeitsplatzes, z.B. einer betriebsinternen Kindertagesstätte untergebracht werden kann, muss alternativ vor und nach der Arbeit gestillt werden. Die Stillzeiten in der Firma können zum Abpumpen genutzt werden, um ein Vorrat für die Arbeitszeit am nächsten Tag zu schaffen. Allerdings muss unbedingt auf das Einhalten der Kühlkette geachtet werden. Die abgepumpte Milch wird dann von der Betreuungsperson mit Flasche, Becher oder Löffel gefüttert.  Auf alle Fälle sollte die neue Situation rechtzeitig mit dem Vorgesetzten, den Kolleginnen und Kollegen besprochen werden, denn deren Unterstützung ist in jedem Fall notwendig.

Quellen


Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Michael Scheele

Letzte Bearbeitung: 23.05.2018

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