Mit Pille auf Reisen

Worauf Sie auf Reisen bei Verhütung mit der Pille achten sollten

Die Wirkung der Anti-Baby-Pille hängt entscheidend von der konsequenten und regelmäßigen Einnahme ab. Auf Reisen kann der Rhythmus jedoch leicht durcheinandergeraten.

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Gut vorbereitet können Sie Ihre Reise unbeschwert genießen

Zeitverschiebung bei der Einnahme der Pille beachten

Ob Urlaub oder Geschäftstermin im Ausland, gerade bei weit entfernten Reisezielen sind Stress und Zeitdruck vorprogrammiert. Staus, verspätete Züge oder Flüge – irgendetwas kommt immer dazwischen. Damit die zeitige Einnahme der Pille nicht auf der Strecke bleibt, sollten Sie daher vor dem Abreisetag bereits die neuen Einnahmezeiten im Kopf haben – angepasst an die Art Ihrer Pille und die Zeitververschiebung am Reiseziel.

Kombi-Pillen sind auf Reisen am unproblematischsten

Sogenannte Kombi-Pillen, die ein Östrogen und ein Gestagen enthalten, besitzen ein Sicherheitsfenster von 12 Stunden. Daher können Sie an Ihrem Reiseziel bei der gewohnten Einnahme-Uhrzeit bleiben, solange die Zeitverschiebung unter zwölf Stunden liegt.

Minipille und Gestagenpille erfordern mehr Disziplin

Sogenannte Mini- und Gestagenpillen enthalten nur ein Gestagen. Bei diesen Präparaten müssen Sie daher genau auf den Wirkstoff schauen und präzise planen:

  • Levonorgestrel erlaubt höchstens einen Zeitabstand von 27 Stunden zwischen den Einnahmen – dementsprechend können Sie nur bei einer Zeitverschiebung unter 3 Stunden Ihre gewohnte Einnahme-Uhrzeit beibehalten
  • Desogestrel oder Drospirenon erlauben eine einmalige Verschiebung um maximal zwölf Stunden

Falls Sie das sichere Zeitintervall überschreiten, ist der Empfängnisschutz nicht mehr gegeben. Weichen Sie in diesem Fall auf Kondome aus!

Reine Gestagenpillen verhindern den Eisprung nicht, sondern sorgen dafür, dass der Schleimpfropf im Gebärmutterhals fest und undurchdringlich für Spermien bleibt. Fällt der Gestagen-Spiegel nur geringfügig ab, wird der Schleimpropf durchlässig für Spermien. Passiert dies um die Zeit des Eisprungs, kann es leicht zu einer unerwünschten Schwangerschaft kommen.

So verschieben Sie die Pillen-Einnahme richtig

Viele Frauen versuchen das Einnahme-Intervall beizubehalten, indem sie auf Reisen die Pille abends statt morgens – oder umgekehrt – einnehmen. Achten Sie hierbei darauf, das Intervall bei der Umstellung zu verkürzen, anstatt es zu verlängern. So laufen Sie nicht Gefahr, das sichere Zeitintervall zu überschreiten.

Lange Reise, große Zeitverschiebung – hier hilft die „Zwischenpille“

Auf langen Fernreisen empfiehlt sich die Einnahme einer „Zwischenpille“ nach 12 Stunden, um den Empfängnisschutz nicht zu gefährden.

  • Bei Kombi-Präparaten mit Östrogen und Gestagen nehmen Sie einfach die letzte Pille im Blister als Zwischenpille. Damit endet der Einnahmezyklus einen Tag früher und worauf die übliche siebentägige Pause folgt.
  • Bei Mini- und Gestagenpillen verwenden sie ebenfalls die letzte Pille aus dem Blister als Zwischenpille und machen mit der neuen Packung wie gewohnt ohne Pause weiter.

Ausreichend Anti-Baby-Pillen einpacken

Im Ausland trägt Ihr gewohntes Verhütungsmittel unter Umständen einen anderen Namen oder es ist nicht verfügbar. Nehmen Sie daher immer Ihre aktuelle Pillenpackung und eine Reserve im Handgepäck mit. Zum einen kann gerade bei Flugreisen ein Gepäckstück später ankommen oder ganz verloren gehen. Zum anderen empfiehlt es sich immer, auf Reiseübelkeit oder eine Magen-Darm-Krankheit vorbereitet zu sein. Sollten Sie sich kurz nach der Einnahme Ihrer Pille übergeben, so können Sie nach Abflauen des Brechreizes eine Ersatzpille aus der Reserve schlucken.

Magen-Darm-Krankheit gefährdet den Empfängnisschutz

Hält ein Durchfall mehr als einen Tag an, so können Sie sich nicht mehr auf die Pille verlassen. Der kranke Darm nimmt höchstwahrscheinlich nicht ausreichend Östrogen und/oder Gestagen auf. In diesem Fall sollten Sie daher zusätzlich ein Kondom verwenden. Jedoch sollten Sie die Pille weiter einnehmen, um bei Verwendung der Kombi-Pille möglichst eine Abbruchblutung zu verhindern.  

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Christian Albring

Letzte Bearbeitung: 20.09.2021

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