Natürliche Familienplanung

Die Methoden der natürlichen Familienplanung (NFP) sind gesundheitlich unbedenkliche Methoden zur gezielten Schwangerschaftsplanung und zur Empfängnisverhütung.

Die Umsetzbarkeit von NFP im Alltag ist gut. Voraussetzung ist die Bereitschaft der Frau, sich mit den Signalen des Körpers auseinanderzusetzen und zu akzeptieren, dass die Methode erst erlernt werden muss und nicht vom ersten Zyklus an als Verhütungsmethode sicher anzuwenden ist. Erst mit kontinuierlicher Dokumentation von Körpertemperatur, Zervixschleim etc. kann Sicherheit erreicht werden und ist dann auch bei unregelmäßigen Zyklen, Schichtarbeit oder in der Stillzeit anwendbar.

Bei der Beobachtung, Erfassung und Dokumentation geht es um die genaue Festlegung der Zeit des Eisprungs. Verschiedene Verfahren wie Temperaturerhöhung, Veränderung des Zervixschleims sowie die Veränderung des Muttermundes können zur Beurteilung herangezogen werden. Ebenso gibt es weitere körperliche Signale, die bei einigen Frauen auf die fruchtbaren Tage hinweisen können. Das können in einzelnen Fällen Stimmungsschwankungen, ein größeres Bedürfnis nach Sex, ein punktueller Schmerz im Unterleib (Mittelschmerz), Eisprung (Ovulation), Blutung oder Schmierblutung (Spotting) sowie die erhöhte Empfindlichkeit der Brust sein.

Auch eine Schwangerschaft lässt sich mittels der NFP bestätigen. Besteht mehr als 18 Tage eine erhöhte Basaltemperatur, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Befruchtung stattgefunden. Der Geburtstermin berechnet sich nach der NFP wie folgt: Als Grundlage dient der erste Tag der der erhöhten Basaltemperatur. Davon werden sieben Tage und drei Monate abgezogen und ein Jahr dazu addiert.

Natürliche Verhütung

Frauen, die mit heutigen NFP-Methoden verhüten, beobachten Veränderungen von Körpersymptomen im aktuellen Zyklus. Damit sind sie nicht mehr auf einen regelmäßigen Zyklus angewiesen, was in der alten Kalendermethode erforderlich war. Durch Beobachtung des Zervixschleims und Messen der Temperatur können Frauen anhand der Dokumentation ihr Fenster, in dem sie schwanger werden können, nach wenigen Grundregeln auswerten. Die Methode ist sicher, wenn kein ungeschützter Geschlechtsverkehr in der von der Frau festgestellten fruchtbaren Phase stattfindet. Die Methoden der natürlichen Familienplanung bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Ein individuelles Erleben des Zyklusgeschehens und Stärkung des Körperbewusstseins gehört zu den Vorteilen, sowie der nahtlose Übergang in den Kinderwunsch mit der Erkennung der optimalen Zeit zur Empfängniswahrscheinlichkeit. Zum Erlernen der NFP sind Zeit und Geduld nötig, da es meist mehrere Zyklen dauert, bis ausreichend Erfahrung vorhanden ist, um die eigenen Körperzeichen richtig zu deuten. Zudem können ein unregelmäßiger Lebensrhythmus, Alkoholkonsum, Stress oder Erkrankungen den eigenen Zyklus beeinflussen und die natürliche Familienplanung unsicherer machen. Für eine gezielte Schwangerschaftsplanung ist sie jedoch bedenkenlos und jederzeit einsetzbar.

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Doris Scharrel

Letzte Bearbeitung: 09.07.2018

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