Die weibliche Brust

Die weibliche Brust (lat. mamma) gilt in der Kunst als Sinnbild der Weiblichkeit, der Fruchtbarkeit und der Mütterlichkeit. Sie sitzt auf dem großen und kleinen Brustmuskel, in Höhe der dritten bis sechsten Rippe des Brustkorbs. Die Brust selbst hat kein Muskelgewebe. Zu ihr gehören die Milch produzierende Brustdrüse (glandula mammaria) mit umgebendem Fett- und Bindegewebe, versorgenden Nerven und Gefäßen, sowie die Haut, die Brustwarze (lat. mamille) und der Warzenhof (Areola). Form und Größe der weiblichen Brust sind genetisch festgelegt.

Querschnitt der Brust einer Frau
Querschnitt einer weiblichen Brust mit Details: Drüsengewebe, Milchgänge, Brustwarze, Brustmuskel

Anatomischer Aufbau der Brust

Das Drüsengewebe ist annähernd sternförmig um die Brustwarze angeordnet und besteht aus Drüsenläppchen und Milchgängen (ca.15 bis 20 pro Brust). In den Drüsenläppchen wird die Muttermilch gebildet, welche durch die Milchgänge zur Brustwarze geleitet wird. Kurz vor der Einmündung in die Brustwarze haben die Milchgänge kleine Ausdehnungen, die „Milchsäckchen". Sie erfüllen beim Stillen eine wichtige Pumpfunktion. Das ganze Drüsensystem ist in Fett- und Bindegewebe eingebettet. Das Bindegewebe gewährleistet Festigkeit und Elastizität der Brust.

Hormonabhängige Veränderung des Brustgewebes

Das Gewebe der Brustdrüse reagiert sensibel auf hormonelle Veränderungen. So lagert es im Verlauf des Monatszyklus (hormoneller Zyklus) - aufgrund der ansteigenden Konzentrationen der Sexualhormone Östrogen und Progesteron im Blut - verstärkt Wasser ein. Es fließt mehr Blut durch die feinen Gefäße (Kapillaren). Kurz vor der Monatsblutung wird die Brust zeitweilig größer und fester, da das Gewebe zwischen den Drüsenläppchen anschwillt. Hier sind diese als knotige Veränderungen tastbar und ein Spannungsgefühl der Brust möglich. Mit dem Einsetzen der Regelblutung geht die Schwellung durch das Ausschwemmen des Wassers zurück und das Brustgewebe wird wieder weicher. Weil die Brust kurze Zeit nach der Periode relativ frei von hormonell-bedingten Verdichtungen ist, eignen sich die ersten Tage (z.B. dritter Tag nach Beginn der Regelblutung) besonders zum Selbstabtasten der Brust und zur Röntgenuntersuchung (Mammographie) der Brust. Es sollte darauf geachtet werden, immer den gleichen Zeitraum zur Selbstabtastung zu nutzen, um eventuelle Veränderungen über mehrere Monate hinweg feststellen zu können.

Aufbau des Brustgewebes

Im geschlechtsreifen Alter beträgt das Verhältnis von Fett- zu Drüsen- und Bindegewebe etwa eins zu zwei. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil funktionsfähigen Drüsengewebes ab und der Fettanteil nimmt zu. Abhängig von der Fettverteilung im übrigen Körper verschiebt sich das Verhältnis im Alter auf eins zu eins oder zwei zu eins.

Lymphatische Versorgung der Brust

Ein dichtes Netz von Lymphgefäßen durchzieht die Brust. Das Lymphsystem ist neben den Blutgefäßen das zweite Transportsystem des Körpers. Die Lymphflüssigkeit (Lymphe) enthält weiße Blutkörperchen und viele Eiweißstoffe. Sie transportiert Abfallprodukte des Stoffwechsels, Nährstoffe, aber auch Krankheitserreger oder Krebszellen. Wie in anderen Organen gelangt die Lymphflüssigkeit in der Brust von kleinen in größere Lymphgefäße, den Lymphbahnen. Zwischengeschaltet sind die Lymphknoten. Sie gelten bei Infektionen oder einer Krebserkrankung als erste Filter- oder Abwehrstation, da sie an den Kreuzungen wichtiger Lymphgefäße Zellen oder Krankheitserreger abfangen. Daher können Lymphknoten bei Infektionen oder bösartigen Erkrankungen anschwellen. Der Abtransport der Lymphe aus der Brust geschieht hauptsächlich über die Achselhöhle. Daher ist es bei Brustkrebs wichtig für die weitere Therapie zu klären, ob sich in den sogenannten Wächterlymphknoten, also den brustnahen Lymphknoten, Krebszellen befinden oder nicht.

Einteilung der Brust in Sektoren

Um bei ärztlichen Untersuchungen den Ort einer Veränderung der Brustdrüse genau angeben zu können, wird die Brust schematisch in vier Quadranten eingeteilt. Hierzu denke man sich ein Kreuz mit einer senkrechten und einer waagrechten Linie durch die Brustwarze. Die dadurch entstehenden vier Quadranten werden nach ihrer Lage bezeichnet, wie z. B. oben/außen oder unten/innen.
Eine wesentlich exaktere Bezeichnung kann durch eine Einteilung nach den zwölf Zeigerrichtungen der Uhr erfolgen. Bei zwölf Uhr heißt also genau auf der Zeigerrichtung nach oben, bei sechs Uhr nach unten. Die Beschreibung ist noch genauer, wenn zusätzlich der Abstand zur Brustwarze, im liegenden Zustand der Frau, angegeben wird.

Quellen

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Axel Valet & Dr. Klaus Doubek

Letzte Bearbeitung: 26.03.2018

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