Wechseljahre & Wechseljahresbeschwerden

Als Wechseljahre oder Klimakterium der Frau bezeichnet man den Zeitabschnitt der hormonellen Umstellung am Ende der fruchtbaren Lebensphase. Mediziner unterteilen diesen Zeitraum in die Perimenopause, die Zeitphase kurz vor dem Ausbleiben der Menstruation, die im Durchschnitt im Alter von 47,5 Jahren beginnt. (1) Darauf folgt die Menopause, der Zeitpunkt der letzten Menstruation, der mindestens 12 Monate lang keine Blutung folgt. Ihr schließt sich danach die Postmenopause an.

Stadien in der Wechseljahre

Bereits in den Jahren vor den Wechseljahren, die als Prämenopause beschrieben werden, nimmt die Hormonproduktion der Eierstöcke langsam ab, was individuell unterschiedlich zu Zyklusunregelmäßigkeiten führen kann.

Beginn und Dauer der Wechseljahre sind individuell von Frau zu Frau verschieden - im Alter von 51 Jahren hat aber etwa die Hälfte der Frauen die Postmenopause erreicht. Die Übergänge zwischen den Phasen sind fließend, und auch hier ist der Verlauf bei verschiedenen Frauen sehr variabel und nicht vorhersehbar. Es sind wiederholt Sprünge bzw. Wechsel zwischen den einzelnen Phasen wegen eines Wiederaufflackerns der Aktivität der Eierstöcke möglich.

Manche Frauen durchlaufen diese Phasen beschwerdefrei innerhalb weniger Monate, bei anderen dauern sie mehrere Jahre, und können teilweise mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden sein.

Den jeweiligen individuellen Beschwerdebildern des Klimakteriums steht aber ein ebenso breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten gegenüber. Sie reichen von Veränderungen der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten über pflanzliche Mittel bis hin zur Hormonersatztherapie. Während bei einigen Frauen beispielsweise bereits eine Umstellung der Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten mit ausreichend körperlicher Aktivität genügt, fühlen sich andere wiederum mit einer Hormonersatztherapie gut.

Wechseljahre - Warum ist dieser Lebensabschnitt so angstbesetzt?

Nach den Wechseljahren beginnt - statistisch gesehen - noch ein volles Drittel des Lebens.

Viele Frauen sehen den Wechseljahren mit unsicheren Gefühlen und diffusen Vorstellungen entgegen. Die Zeit ist häufig mit familiären und beruflichen Veränderungen verbunden. Das Älterwerden wird ihnen bewusster, vielleicht auch spürbarer und sie befürchten geistige und körperliche Leistungseinbußen. Ein Stück weit liegt dies auch daran, dass dem Klimakterium der Frau in unserer Zeit und Gesellschaft kein allzu erstrebendes Image zugestanden wird – im Gegensatz zu anderen Kulturkreisen. So kann es sein, dass zusätzlich zu den physiologischen Veränderungen auch psychologische Belastungen eintreten, die der gesellschaftlichen Einstellung geschuldet sind und einen unvoreingenommenen Umgang mit den Wechseljahren erschweren. Beides zusammen kann also doppelt beschwerlich wirken (2).

Frauen sollten sich keinesfalls entmutigen lassen, sondern die anstehende Lebensphase als interessanten und chancenreichen Teil ihres Lebens akzeptieren. Mit der Menopause beginnt mehr als ein Drittel des Lebens – und dabei nicht das Schlechteste, wenn man dessen Vorteile zu nutzen versteht. Es kann durchaus sein, dass sich durch eine überdachte Schwerpunktsetzung im Leben neue Sichtweisen und ein anderes Erleben ergeben, was zukunfts- und lebensöffnend wirken kann. Wichtig ist es, diese Zeit nicht als Verlust von Jugend, Attraktivität oder Leistungsfähigkeit abzuwerten, sondern vielmehr als Zeit, die es erlaubt, eine Bilanz des bisherigen Lebens ziehen zu können, Lebensbereiche und Vorstellungen neu zu sortieren und zu bewerten. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und Lebensqualität in den vergangenen Jahrzehnten, der gewachsenen Emanzipation und bunteren Möglichkeiten der Lebensgestaltung gab es nie weniger Grund als heutzutage, nicht auch in diesem Lebensabschnitt noch zuversichtlich in die Zukunft zu blicken und sich in vielerlei Hinsicht attraktiv zu fühlen und aktiv zu sein.  

Wechseljahresbeschwerden möglichst aktiv und positiv begegnen

Im Alter von 51 Jahren hat etwa die Hälfte der Frauen die Postmenopause erreicht

Die Wechseljahre sind ein physiologischer Einschnitt, weil die fruchtbare Lebensphase endet und hormonelle Veränderungen eintreten, die mit verschiedenen Symptomen einhergehen können. Es ist nicht vorhersehbar, in welchem Ausmaß die einzelne Frau von klimakterische Beschwerden betroffen ist. Aber es gibt viele Möglichkeiten, die Frauen nutzen können, um hormonell-bedingten Veränderungen von Körper und Psyche positiv zu begegnen. Für Frauen, die ausgeprägt unter Wechseljahresbeschwerden leiden, gibt es vielfältige medizinische Therapiemöglichkeiten, um Beschwerden zu lindern oder zu beheben, so dass die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität erhalten bleiben. Ihr Frauenarzt berät Sie bei klimakterischen Beschwerden eingehend und ist für körperliche, psychische und auch für mögliche sexuelle Probleme der richtige Ansprechpartner.

Wechseljahre und Schwangerschaft bzw. Verhütung

Frauen könnten in den Wechseljahren durchaus noch schwanger werden, sofern Eisprünge stattfinden. Eine zuverlässige Verhütung, aber maximal bis zum 52. Lebensjahr, ist daher wichtig, bis eindeutig feststeht, dass die Menopause hinter ihnen liegt. Das gilt frühestens dann als sicher, wenn Sie ein Jahr lang keine Regelblutung mehr hatten.

Quellen

  1. Seifert-Klauss V., Neuzeit der Hormon- bzw. Hormonersatztherapie, Frauenarzt 56 (2015) Nr. 6
  2. Prof. Dr. med. Volker Faust, Psychosoziale Gesundheit - von Angst bis Zwang, www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/wechseljahre.html (abgerufen April 2018)

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Christian Albring

Letzte Bearbeitung: 18.05.2018

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