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Eileiterschwangerschaft

Erkennung


Eine Eileiterschwangerschaft ist nicht immer leicht zu erkennen. Möglicherweise müssen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, bis die Diagnose sicher ist. Außerdem gibt es andere Zustände und Krankheitsbilder, bei denen ähnliche Beschwerden auftreten können und gegen welche eine Eileiterschwangerschaft klar abgegrenzt werden muss. Dazu gehören:

  • frühe Schwangerschaftsstadien einer „normalen" Schwangerschaft in der Gebärmutter

  • Störungen einer Gebärmutter-Schwangerschaft oder spontane Abgänge in den ersten Schwangerschaftswochen

  • Blinddarmentzündung in der Frühschwangerschaft

  • Zwillingsschwangerschaft mit einer Einnistung in der Gebärmutter und einer Einnistung im Eileiter (heterotope Schwangerschaft)

  • „Hormonelle Scheinschwangerschaft" nach einer Hormonbehandlung für eine künstliche Befruchtung

  • Eierstockzysten wie beispielsweise die Corpus-Luteum-Zyste

  • Komplikationen bei Eierstockzysten, wie beispielsweise die Stieldrehung einer Zyste

  • Blasenentzündungen und Harnwegsinfekte

 

Anamnese & gynäkologische Untersuchung

Erster Schritt der ärztlichen Untersuchung ist die Betrachtung der Krankengeschichte (Anamnese) auf gynäkologische Vorerkrankungen und mögliche Risikofaktoren. Die Beschreibung der Beschwerden, vorhergehende Fehleinnistungen, unvollständige Sterilisationen, Infektionen, Fehlgeburten und Operationen können den Verdacht auf eine mögliche Eileiterschwangerschaft lenken.

Das äußere und innere Abtasten gehört zur gynäkologischen Routineuntersuchung bei Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft. Die betroffene Seite, in seltenen Fällen die gegenüberliegende Seite, reagiert sehr schmerzempfindlich. Die Gebärmutter (Uterus) wirkt aufgelockert. Der angeschwollene Eileiter erscheint hingegen, je nach Stadium der Schwangerschaft, als länglicher Widerstand. Typisch für akute Unterleibserkrankungen, wie die Eileiterschwangerschaft, ist auch die Schmerzempfindlichkeit des Gebärmutterhalses, wenn er angehoben oder geschoben wird. Eine Sichtuntersuchung gibt Aufschluss über Veränderungen des Muttermundes und Blutungen aus dem Gebärmutterhals.

 

Labor

Eine Schwangerschaft lässt sich am einfachsten mit einem im Handel erhältlichen Schnelltest feststellen. Dieser reagiert positiv auf das Vorhandensein des Schwangerschaftshormons HCG im Urin. Ob eine intakte oder fehleingenistete Schwangerschaft vorliegt, zeigt die längerfristige Beobachtung der HCG-Konzentration im Blutserum. Diese Verlaufskontrollen können nur von einem Arzt vorgenommen werden. Bei einer intakten Schwangerschaft nimmt die HCG-Konzentration sehr schnell zu. Da die Entwicklung bei einer Fehleinnistung gestört ist, steigt in diesem Fall der HCG-Spiegel nur langsam, stagniert oder sinkt sogar wieder. Bei einer Fehlgeburt fällt die HCG-Konzentration nach einem ersten langsamen Anstieg schnell ab.

Mit der Verlaufkontrolle der HCG-Konzentration kann zwar eine intakte Schwangerschaft erkannt oder ausgeschlossen werden, sie gibt jedoch keinen Aufschluss über den Einnistungsort der Schwangerschaft. Hierzu sind Tast- und Ultraschalluntersuchungen notwendig.

 

Ultraschall

Über die genaue Lokalisierung einer Schwangerschaft innerhalb oder außerhalb der Gebärmutter kann in der Regel eine Ultraschalluntersuchung Aufschluss geben. Mit dem Ultraschall über die Vagina (Vaginalsonografie) kann zunächst kontrolliert werden, ob eine Schwangerschaft in der Gebärmutterhöhle vorliegt. Ist dies nicht der Fall, werden anschließend die Eileiter kontrolliert. Dabei ist das Auffinden in einem sehr frühen Schwangerschaftsstadium in der Tube generell sehr schwierig. Mit Hilfe des so genannten Farbdopplerultraschalls können auch sehr kleine Strukturen, wie beispielsweise in der frühen Schwangerschaft, auf indirektem Weg aufgespürt werden. Diese spezielle Form des Ultraschalls macht nicht die Schwangerschaft selbst, sondern besonders gut durchblutetes oder mit Blut versorgtes Gewebe sichtbar, wie zum Beispiel das Schleimhautareal, in dem sich die Eizelle eingenistet hat.

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