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26.10.2017

Brustkrebs unter 50 – Früherkennung müsste verbessert werden

Brustkrebs ist die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 25 und 50 Jahren. Mehr als fünf Sechstel dieser Todesfälle ereignen sich zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr. Wie es Frauen selbst in der Hand haben, dass eine Brustkrebs-Erkrankung in diesem Alter frühzeitig entdeckt und behandelt wird, und welche Hindernisse dabei überwunden werden müssen, erläutert der Berufsverband der Frauenärzte e.V. anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober.

In das Mammographie-Screening werden Frauen in Deutschland erst ab 50 Jahren aufgenommen, anders als in Schweden, in Österreich und Australien, wo Frauen auf eigenen Wunsch bereits ab 40 Jahren am nationalen Screening-Programm teilnehmen können. Auch in den USA können Frauen, die eine Krankenversicherung haben, ab dem 40 Lebensjahr das Screening wahrnehmen. Bis zu ihrem 50. Lebensjahr steht Frauen in Deutschland dagegen als einzige Maßnahme zur Früherkennung die jährliche Tastuntersuchung beim Frauenarzt zu.

Eine Ultraschalluntersuchung der Brust oder eine Röntgenaufnahme bezahlen die Krankenkassen ansonsten nur dann, wenn die Frau entweder bereits Auffälligkeiten entdeckt hat wie Knoten in der Brust oder der Achselhöhle, Blutaustritt aus der Brustwarze oder Schmerzen -. Bei Frauen, die solche Symptome nicht aufweisen, werden die Kosten für Ultraschall und Röntgen nur dann durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn bereits eine oder mehrere nahe Verwandte an einem Brustkrebs erkrankt sind oder an einem anderen Krebs, der durch weibliche Hormone zum Wachstum angeregt werden kann, wie zum Beispiel der Krebs der Eierstöcke.

„Dass Frauen unter 50 Jahren nicht durch das Mammographie-Screening erfasst werden, ist außerordentlich ungünstig“, betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Denn gerade bei jüngeren Frauen handelt es sich oft um sehr aggressive Tumoren, die so früh wie möglich entdeckt und behandelt werden müssten.“ Wenn man hier abwartet, bis die ersten Symptome auftreten oder Knoten zu tasten sind, ist es für eine hundertprozentige Heilung oft schon zu spät. „Die Folge“, so Albring, „sind schwerere Verläufe und Metastasen, die man vermeiden könnte, wenn die Frauen schon mit 40 Jahren neben der Tastuntersuchung eine bildgebende Untersuchung wie Ultraschall oder Mammographie bekommen würden. Dass ein Screening-Beginn mit 40 Jahren sinnvoll wäre, das beschreibt auch die anerkannte S3-Leitlinie zur Früherkennung des Brustkrebs."

Als erste Maßnahme empfiehlt der Frauenarzt dringend, dass jede Frau wirklich jährlich zur frauenärztlichen Krebsfrüherkennung geht. Dabei werden auch die Brust und die Achselhöhlen auf Knoten und andere Veränderungen abgetastet. „Bei dieser Gelegenheit kann dann der Frauenarzt oder die Frauenärztin die weiteren Weichen stellen. Denn wenn in der Familie der Frau Brustkrebs-Erkrankungen aufgetreten sind und ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko besteht, dann sollte bereits vor dem 50. Lebensjahr regelmäßig eine Kontrolle mit Röntgen, oder auch Ultraschall anstehen.“ Viele Krankenkassen halten ohnehin bereits eine jährliche Pauschale für Ultraschall-Untersuchungen für die Frauen bereit, die bei ihnen versichert sind. Wenn ein Ultraschall nicht aussagefähig genug ist und ein Befund abgeklärt werden muss, sind selbstverständlich Röntgen, MRT und andere bildgebende Verfahren Kassenleistungen.

Pressemitteilung des BVF



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