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23.04.2018

Studie: Weniger Kaiserschnitte durch eine bewegungsfördernde Geburtsumgebung?

Die Studie „Be-Up: Geburt aktiv" untersucht, inwieweit die Umgebung und Ausstattung eines Gebärraums Einfluss auf den Geburtsverlauf nehmen kann. Nachdem in den vergangenen Monaten in den beteiligten Kliniken alternative Gebärräume eingerichtet wurden, werden nun die Studienteilnehmerinnen können nun schwangere Frauen, deren Geburtswehen begonnen haben, an der Studie teilnehmen. Die These lautet: Frauen, die unter der Geburt selbstbestimmt und aktiv handeln können, erleben weniger Komplikationen, die Interventionen erfordern.

Binnen zwei Jahren werden es bis zu 4.000 Teilnehmerinnen sein, die in sieben Kliniken in Nordrhein-Westfalen sowie am Universitätsklinikum Halle (Saale), den Städtischen Klinika in Dessau und Brandenburg/Havel und dem Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin mit einer natürlichen Geburt ihr Kind zur Welt bringen. Mit dem Universitätsklinikum Jena soll noch eine fünfte ostdeutsche Einrichtung hinzukommen, hier laufen die Verhandlungen. Die Bereitschaft, Teil der Studie zu sein, war im Übrigen sehr gut. „Es hatten sich etwa doppelt so viele Einrichtungen gemeldet, die mitmachen wollten, das hat uns sehr gefreut", sagt die Hebammenwissenschaftlerin Dr. Gertrud M. Ayerle vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die die Studie leitet.

Verglichen werden in der „Be-Up"-Studie die Geburten in den üblichen Gebärräumen mit denen, die in den alternativen Gebärräumen der Kreißsäle stattfinden. Um herauszufinden, wie die Mütter die Geburt erlebt haben, werden sie auf der Wochenstation und drei Monate nach der Geburt schriftlich befragt.

Effekt von Bewegungs- und Sitzmöglichkeiten überprüfen

„Die alternativ eingerichteten Gebärräume sind darauf ausgerichtet, dass die Frauen sich selbstbestimmt bewegen können und die Umgebung so nutzen können, wie sie möchten und je nachdem, wie sie sich fühlen", erklärt Ayerle. Die Frauen haben die Möglichkeit, verschiedene Steh- und Sitzpositionen einzunehmen und Schaumstoffelemente zu nutzen. Es gibt eine Snackbar und einen Monitor, der Naturszenen zeigt.

„Die wissenschaftliche Literatur deutet daraufhin, dass Bewegung sowie die aufrechte Körperhaltung sich positiv auf die Geburt auswirken. Einerseits, weil sozusagen die Schwerkraft unterstützend wirkt und das Kind entsprechend positioniert, und andererseits, weil diese Körperhaltung beispielsweise eine bessere Durchblutung der Gebärmutter fördert", so Ayerle. Das könne dazu beitragen, dass weniger Komplikationen auftreten, die im äußersten Fall einen Kaiserschnitt erforderlich machen. Somit könne perspektivisch die Kaiserschnittrate gesenkt werden, die in Deutschland bei rund 30 Prozent und deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO (bis zu 15 Prozent) liege. Das reduziere auch das Risiko für weitere Komplikationen und einen Kaiserschnitt in der nachfolgenden Schwangerschaft, so Ayerle.

Quelle: Pressemitteilung Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auf idw



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