Frauenärzte im Netz


Impfung gegen Grippe (Influenza) in der Schwangerschaft

Grippe-Infektion bei Neugeborenen


Das Immunsystem von neugeborenen Babys ist noch nicht ausgereift. Neugeborene sind vor Infektionen geschützt, weil sie durch das Blut ihrer Mutter noch vor der Geburt Antikörper mitbekommen. Diese Antikörper werden im Lauf der ersten Lebenswochen abgebaut und nach und nach durch eigene Antikörper (Immunglobuline) ersetzt, sobald das Baby Kontakt zu Krankheitserregern bekommt. Viele Infektionen verlaufen in den ersten Lebenswochen besonders schwer, wenn der Säugling KEINE schützenden Antikörper von der Mutter mit auf den Weg bekommen hat.

Zu diesen gefährlichen Infektionen gehören die Grippe (Influenza) und der Keuchhusten .

Bei einer Grippe-Infektion in den ersten Lebenswochen kann die Körpertemperatur schnell sehr hoch steigen. Außerdem sind die Babys sehr krank und haben häufig nicht mehr die Kraft, ausreichend zu trinken. In einer solchen Situation kommt es schnell zu einem Flüssigkeitsmangel, der die Körpertemperatur weiter steigen lässt. Es besteht dann die Gefahr, dass das Gehirn Schaden nimmt, so dass das Baby in ein Krankenhaus eingewiesen werden und Infusionen bekommen muss, um das zu verhindern.

Ist die Mutter gegen Grippe geimpft, so gibt sie ihre Antikörper an ihr Baby weiter. Das Baby ist dadurch in seinen ersten zehn bis zwölf Lebenswochen vor einer Grippeinfektion geschützt.

Besonders gefährdet sind Frühgeborene. Bei sehr kleinen Frühgeborenen sind nach einer Infektion mit Influenza-Viren schwerste Krankheitsverläufe und Hirnschäden bis hin zu Todesfällen zu befürchten.

Neugeborene Babys werden vor einer Grippe-Infektion am besten dadurch geschützt, dass ihr gesamtes Umfeld gegen Grippe geimpft ist, also Eltern und diejenigen Erwachsenen, die engen Kontakt mit der Familie haben, und ebenso auch das Klinikpersonal.

Schutzmaßnahmen gegen eine Grippe-Infektion bei Neugeborenen

Um Ihr Baby vor der gefährlichen Infektion zu schützen, bereiten Sie am besten Ihr ganzes Umfeld frühzeitig darauf vor.

  • Lassen Sie sich selbst gegen Grippe impfen, auch und gerade wenn die Geburt bereits in Kurzem bevorsteht.
  • Wenn Ihr Kind im Herbst oder Winter zur Welt kommt, bitten Sie Ihre engere Familie, sich impfen zu lassen - Partner, Großeltern etc - um das Kind in den ersten Lebenswochen vor einer lebensgefährlichen Ansteckung zu schützen.
  • Fragen Sie nach, ob das Personal im Kreißsaal, auf der Wochenstation und auf der Neugeborenenstation gegen Grippe geimpft sind.


Mit fachlicher Unterstützung durch:
  •  Dr. med. Susanna Kramarz, Pressereferentin des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.
  •  Dr. med. Michael Wojcinski, Vorsitzender der AG Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V

Artikel drucken   Artikel empfehlen

Zum Thema