Frauenärztin Ingelfingen - Dr. med. Marion Lauer

Dr. med. Marion Lauer

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Graf-Casimir-Str. 1
74653 Ingelfingen

Tel.: 07940-4898
Fax: 07940-58369

E-Mail: praxisingel@googlemail.com

 

Zusatz-Leistungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge 

Risikoabschätzung Down-Syndrom u.a. - Nackenfaltenmessung - Ersttrimesterscreening

Zwischen 11+0 und 13+6 SSW ist die sogenannte Nackenfalte beim ungeborenen Kind im Ultraschall darstell- und meßbar.

Dies können wir in unserer Praxis durchführen.

Zusammen mit einer sonographischen Darstellbarkeit des kindlichen Nasenbeines, einer Blutentnahme bei der werdenden Mutter zur Bestimmung von bestimmten Plazentastoffen im Blut und der Einbeziehung ihres Alters ist so eine für das Baby ungefährliche Risikoeinschätzung möglich.
Diese bezieht sich v.a. auf die häufigsten genetischen Störungen wie das Down-Syndrom (= sogenannter Mongoloismus), das Edwards- und das Pätau-Syndrom. Im Fall eines unklaren oder pathologischen Befundes kann den werdenden Eltern bei der Besprechung des Ergebnisses zu einer weiteren Abklärung durch eine Fruchtwasseruntersuchung geraten werden, sofern sie dies wünschen.

Eine Fruchtwasserpunktion geht mit einem Fehlgeburtsrisiko von 0,5-1 Prozent einher, so dass umgekehrt im Niedrigrisikobereich als Ergebnis der Nackenfaltenmessung bewußt auf eine Amniozentese verzichtet werden kann.

Ein weiterer Vorteil der Nackenfaltenmessung ist ein früher Organultraschall zu einem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft, zu dem bereits alle Organe zumindest angelegt sind.

So kann sich zusätzlich zu der genetischen Einschätzung eine Empfehlung zu genaueren Ultraschalluntersuchungen zwischen der 22.-24. SSW ergeben, wenn entweder Auffälligkeiten im Ultraschall oder nur Auffälligkeiten in den Laborbefunden gesehen werden.

Die Nackenfaltenmessung mit Blutentnahme hat bereits eine sehr hohe Genauigkeit von 90%.

Steigerung der Genauigkeit durch das sogenannte integrierte Screening möglich mit einer weiteren Blutentnahme nach 14+0 SSW.

Bei Verpassen des Zeitpunktes (d.h. ab 14+0 SSW) Blutentnahme für Quadruple-Test möglich, allerdings isoliert ungenauer als Ersttrimester- und integriertes Screening.

 

Risikoabschätzung Down-Syndrom u.a. – Nicht-invasive-pränatale-Tests (NIPT)

Eine Alternative mit noch höherer Genauigkeit in Bezug auf eine mögliche genetische Störung stellt der sogenannte Harmonytest oder seine Alternativen dar. Wir arbeiten hierfür mit dem Labor Cenata in Tübingen zusammen. Unsere Praxis würde die Blutentnahme mit Spezialblutentnahmesets und die Aufklärung sowie die anschließende Beratung durchführen.

Die genetische Untersuchung findet im Labor von Cenata statt.

Eine Ultraschalluntersuchung kann zusätzlich durchgeführt werden.

Für den Test ist ab 10+0 SSW eine Blutentnahme bei Ihnen notwendig. Die in ihrem Blut befindliche kindliche DNA wird auf bestimmte Chromosomenstörungen untersucht, eine Geschlechtsbestimmung ist möglich. Eine Untersuchung bei Zwillingen ist in der Regel möglich 

Vorteile:
Höhere Genauigkeit. (Trisomie 21: 99,5% Sensitivität = Entdeckungsgenauigkeit).
Größeres Zeitfenster zur Bestimmung möglich.
Zusätzlicher Ausschluß von Turner- und Klinefeltersyndrom und der Mikrodeletion bei Di George-Syndrom.
 
Nachteile:
Höhere Kosten.
Gleichfalls: endgültiger Nachweis der genetischen Störung erst durch eine Fruchtwasserpunktion im Fall eines unklaren oder pathologischen Befundes.
 

Wichtig für alle diese Untersuchungen:

Es gibt immer ein Recht auf Nichtwissen.

Diese Untersuchungen sind Wunsch- und keine Pflichtuntersuchungen. Sie als Eltern sollen eine vollkommen freie Entscheidung treffen.

Im Fall eines Untersuchungswunsches wird mit Ihnen eine Aufklärung nach Gendiagnostikgesetz durchgeführt, bei der auf mögliche Folgen und Hilfen eingegangen wird.

Eine Fruchtwasserpunktion (=Amniozentese) wird von der gesetzlichen Krankenkasse ab einem mütterlichen Alter von 35 Jahren oder bei Risiken übernommen (z.B. pathol. Nackenfaltentest oder pathol. NIPT, genetisches Syndrom in der engeren Familie). - Eine Amniozentese hat ein Fehlgeburtsrisiko von 0,3-1 Prozent.

 

Vorgeburtliche Bestimmung des kindlichen Rhesus-Faktors aus dem mütterlichen Blut (Rhesus-NIPT)

Ähnlich wie beim oben angeführten Harmonytest gelingt auch die Bestimmung des kindlichen Rhesusfaktors aus dem mütterlichen Blut.

Der Rhesusfaktor stellt eine Blutgruppeneigenschaft dar und ist in der Schwangerschaftsvorsorge und Geburtshilfe immer dann von Bedeutung, wenn die Schwangere den Faktor nicht hat, also Rhesus negativ ist.

Erklärung Bedeutung Rhesusfaktor und Risiko für Rhesusinkompatibilität:

Sollte der Kindsvater Rhesus positiv sein, besteht die Möglichkeit, daß er dies dem Ungeborenen weitervererbt hat oder nicht.

Im Fall einer Vererbung wäre das Ungeborene Rhesus positiv und die Schwangere würde bei Kontakt mit kindlichem Blut (z.B. bei Blutungen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt) Antikörper gegen den Rhesusfaktor bilden.

Diese Antikörper verbleiben für extrem lange Zeit im Blut der Kindsmutter.

Sollte sie erneut schwanger werden und wieder ein Rhesus positives Kind austragen so würden die Anti-Rhesusantikörper der Mutter die Plazentaschranke passieren und die Blutzellen dieses neuen Ungeborenen zerstören, was zunächst zu einer kindlichen Blutarmut (Anämie) und schließlich zu einer Herzinsuffizienz und zu Kreislaufversagen führen würde. In einem solchen Fall würden nur noch sehr invasive Maßnahmen mit hohem Risiko wie beispielsweise eine Bluttransfusion für das Ungeborene im Mutterleib in Frage kommen.

Bisherige Rhesusprophylaxe:

Das bisherige Vorgehen in der Schwangerschaft war daher so, daß Rhesus negative Schwangere bei Blutungen in der Schwangerschaft oder spätestens ab der 28. SSW eine Injektion mit dem Blutplasmaprodukt Anti-D bekommen haben, um diese Erkrankung (Rhesusinkompatibilität / fetale Erythroblastose) zu vermeiden. D.h. es wurden auch Frauen behandelt, statistisch 4 von 10 Frauen, die gar keine Injektion benötigt hätten, weil vorgeburtlich nicht bekannt war, daß ihr Kind Rhesus negativ ist. 

Nach der Geburt wird dann üblicherweise die kindliche Blutgruppe aus Nabelschnurblut bestimmt und nur die Frauen, deren Neugeborene Rhesus positiv sind, erhalten noch einmal eine weitere Anti-D-Spritze, um die nächste Schwangerschaft zu schützen.

Neue Möglichkeit:

Rhesus-NIPT-Test. Dies erfordert eine Blutentnahme bei der Kindsmutter samt Aufklärung nach Gendiagnostikgesetz und die Einsendung in ein Speziallabor.

Ist der Rhesusfaktor des Ungeborenen Rhesus positiv erfolgt eine Rhesusprophylaxe in der Schwangerschaft und nach der Geburt wie oben beschrieben.

Ist der Rhesusfaktor negativ, kann darauf unter Inkaufnahme einer minimalen und vertretbaren Fehlerrate verzichtet werden. Bei früher Rhesus-NIPT-Abnahme erfolgt sicherheitshalber ein zweiter Bestätigungstest, da sich die Blutgruppenmerkmale bei einem Teil der Kinder erst noch ausbilden.

In Deutschland ist dieser Test bislang eine IgEL-Leistung (im Nachbarland Frankreich bspwe. bereits eine Kassenleistung).

 

Präeklampsiescreening - Screening auf Risiko für Schwangerschaftsbluthochdruck

Zwischen 11+0 -13+6 SSW durchführbare Untersuchung bestehend aus einer Blutentnahme bei der Kindsmutter, einer Dopplerultraschalluntersuchung ihrer beider Uterinarterien (Widerstandsmessungen der mütterlichen Gefäße) sowie einer beidseitigen Blutdruckmessung.

Die Untersuchung erfolgt somit so rechtzeitig, daß noch vor der 16. SSW mit einer Aspirinprophylaxe begonnen werden kann, die mit einer sehr hohen Erfolgsrate zumindest die besonders gefährlichen frühen Formen der sogenannten Präeklampsie bis zur 34. SW verhindern kann.

Eine Präeklampsie entsteht durch eine fehlerhafte Plazentaentwicklung, bei der die Gefäßverbindungen zwischen mütterlichem und kindlichem Stromgebiet fehlerhaft ausgebildet werden, was zu einer Dekompensation im gesamten Organismus führen kann, in manchen Fällen mit gefährlichen Folgen für Mutter und Kind.

Die Plazentaentwicklung wird durch bestimmte Faktoren im Blut der Mutter gesteuert, diese geben zusammen mit einer Gefäßmessung im Uterinadopplerultraschall Auskunft über das individuelle Risiko, weswegen sie wie oben beschrieben im Präeklampsiescreening Anwendung finden.

 

Zusätzliche Baby-Ultraschall-Untersuchungen und 4 D-Ultraschall

Die gesetzliche Schwangerschaftsvorsorge sieht einen Ultraschall zur Schwangerschaftsfeststellung sowie 3 sogenannte Screening-Ultraschalluntersuchungen zu festen Zeitpunkten während der Schwangerschaft im Leistungsumfang vor.

Bei unauffälligem Schwangerschaftsverlauf sind darüber hinaus auf Wunsch zusätzliche Ultraschalluntersuchungen möglich, die Sie selbst bezahlen müßten.

So können unvergessliche Momente entstehen, wenn Sie Ihr Baby bereits vor der Geburt beobachten können. Eine besondere und z.T. etwas zeitaufwändige Variante stellt der 4D-Ultraschall dar, bei der Sie die Bilder auf einen USB-Stick übertragen bekommen.

Die Qualität der Bilder ist dabei stark von äußeren Umständen wie der Lage des Babys oder mütterlichen Bedingungen wie der Bauchdecke abhängig.

Aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen bitten wir Sie um Verständnis, daß wir 4-D-Ultraschall-Untersuchungen nur noch zusammen mit einer aus medizinischen Gründen anstehenden Untersuchung anbieten werden, hier bietet sich das 3. Ultraschallscreening zwischen der 29.-32. SSW besonders an.

Anmerkung: Medizinischer Ultraschall stellt keine Gefahr für Ihr Baby dar. Anbieter medizinischer Ultraschallgeräte unterliegen strengen Bestimmungen und Regeln zu Sicherheitsaspekten sowie zusammen mit uns Ärztinnen und Ärzten dem Medizinproduktegesetz und der MedGV. Sämtliche medizinischen Ultraschallgeräte sind technisch hoch sicher eingestellt.

3D/4D-Ultraschall stellt keinerlei mechanische oder thermische zusätzliche Belastung dar sondern ist exakt dasselbe wie der übliche Ultraschall auch.

Ab 2020 erfolgte nun eine gesetzliche Änderung, die ein reines Babyfernsehen untersagt, da zunehmend App- und PC-basierte Anwendungen auf den Markt kamen, die von Laienverbrauchern unkritisch angewendet werden konnten.

 

Abstrich auf B-Streptokokkenbesiedlung

B-Streptokokken sind häufig vorkommende Bakterien, die bei 25% der Frauen die Scheide besiedeln können und nicht durch Symptome auffallen.

Werden sie jedoch unter der Geburt auf das Baby übertragen, kann dieses an einer schweren Blutvergiftung mit Übergreifen auf die Organe (Lunge, Hirnhäute) erkranken. Diese sogenannte Sepsis kann rasant verlaufen und hat in 4-6% der Fälle einen tödlichen Ausgang (bei Frühgeborenen sogar in bis zu 20%). Es gibt eine frühe Form unmittelbar nach der Geburt und eine sogenannte späte Form ca. 8 Tage später.

Durch einen einfachen Vaginal/Rektalabstrich um die 36. SSW herum kann eine Besiedlung festgestellt werden. Sollten B-Streptokokken nachgewiesen werden, verabreichen die Geburtshelfer der Mutter unter der Geburt ein Antibiotikum prophylaktisch, um das Baby zu schützen. Gleichfalls wird das Baby nach der Geburt intensiver überwacht.

NB:

Eine sofortige Antibiose nach Feststellen des positiven Ergebnisses wird nicht empfohlen, da die Reinfektionsrate der Scheide als sehr hoch anzusehen ist.

In enger Anlehnung an die entsprechenden amerikanischen Empfehlungen hat sich die GNPI (Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin) zu der Empfehlung einer diesbezüglichen Untersuchung aller Schwangeren zwischen der 35+0. und 37+0. SSW entschlossen. (Enders, Frauenarzt 9/14, S. 873-880).

 

Die Untersuchung wird bislang nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

(Ausnahme sind derzeit einige BKK-Krankenkassen, die den Selektivvertrag Hallo Baby anbieten. Infrage kommende Patientinnen informiere ich von mir aus bereits zu Beginn der Schwangerschaft, da Hallo Baby auch das Toxoplasmosescreening umfaßt).

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