Stillen
Stillen - Natur pur für Mutter und Kind
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Stillen - die optimale Ernährung des |
Eine Mutter ist mit dem Stillen räumlich und zeitlich ungebunden. Die Muttermilch ist kostenlos, immer richtig temperiert und dem Nahrungsbedarf des Kindes angepasst. Die notwendigen hygienischen Vorkehrungen, die bei einer Herstellung und Lagerung von Flaschenmilch erforderlich sind, entfallen, was insbesondere in warmen Ländern von größter Bedeutung ist.
Das Baby wird mit dem Stillen vor Krankheitserregern und späteren Allergien geschützt. Es erhält die Chance auf eine optimale Gewichtsentwicklung, die den Grundstein für das ganze Leben legt.
Weder die Figur einer Frau noch die Größe ihrer Brust hat Einfluss auf die Stillfähigkeit, sondern allein die Beschaffenheit des Brustgewebes. Lediglich stark unterernährte Frauen leiden unter einer geringeren Milchproduktion.
Obwohl die Natur das Stillen vorgesehen hat, ist es keineswegs selbstverständlich. Stillen unterlag zu allen Zeiten Trends. In vielen Kulturen übernahmen Ammen die mütterlichen Aufgaben in den sozial höher gestellten Gesellschaftsschichten. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts wurde sogar eine gewisse Stillmüdigkeit festgestellt. Obwohl etwa 97% der entbundenen Frauen stillfähig sind, haben beispielsweise 1975 nur etwa 60% in der ersten Lebenswoche und davon ein Drittel durchgehend gestillt.
Seit Beginn der 1990ger-Jahre bis heute ist ein deutlicher Anstieg der stillenden Mütter zu verzeichnen, was insbesondere einer großen Initiative der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und der UNICEF zu verdanken ist. In Deutschland nimmt sich seit 1994 die Nationale Stillkommission des Themas an. Die Kommission, die beim Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin angesiedelt ist, besteht aus Mitgliedern verschiedener medizinischer und sozialer Bereiche. Mit ihren Empfehlungen und Richtlinien an die Politik, die betroffenen Berufsgruppen sowie die Öffentlichkeit soll die „Stillkultur" in Deutschland weiterhin gefördert werden.
Trotz aller Vorteile muss jede Frau für sich individuell wissen, ob sie stillen möchte. Jede Halbherzigkeit gefährdet das Abenteuer Stillen; gefragt sind Ruhe, Ausdauer und ein gewisses Maß an Selbstaufgabe. Belohnt wird man mit einer besonders intensiven Nähe zu seinem Kind, die einzigartig ist. Daher sollte man sich bereits während der Schwangerschaft informieren und entscheiden. Eine schnelle Rückkehr in den Beruf bei hohem zeitlichem Engagement kann beispielsweise bei manchen Frauen gegen das Stillen sprechen.
Möchte eine Mutter absolut nicht stillen, sollte sie rechtzeitig mit ihrem Arzt besprechen, ob die Milchbildung nicht bereits vor dem Milcheinschuss unterdrückt werden kann.
Neue Empfehlung zum Stillen: Vier Monate sind nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie ausreichend
Unlängst wurde die Empfehlung, Babys sechs Monate ausschließlich zu stillen, relativiert. Die aktuellen Ernährungsempfehlungen aus der S3-Leitlinie Allergieprävention der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) lauten:
- Für einen präventiven Effekt durch eine Verzögerung der Beikosteinführung über den vierten Lebensmonat hinaus gibt es keine gesicherten Belege. Sie kann deshalb nicht empfohlen werden.
- Für einen präventiven Effekt einer diätetischen Restriktion durch Meidung potenter Nahrungsmittelallergene im ersten Lebensjahr gibt es keine Belege. Sie kann deshalb nicht empfohlen werden.
- Die zu der Zeit in Deutschland existierende Empfehlung, Beikost nicht vor dem vollendeten 4. Lebensmonat einzuführen, ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sinnvoll.
Nach vier Monaten eingeführte Beikost scheint das Allergierisiko reduzieren zu können. Auch nach dem Beginn des Zufütterns sollten Mütter weiter stillen - so lange Mutter und Kind es wünschen. Angesichts der intimen Nähe von Mutter und Kind beim Stillen liegt es nahe, auch dem Bindungsaspekt des Stillens sein Augenmerk zu widmen. Hinsichtlich dieser Vorteile bezüglich der Ernährung, der immunologischen Abwehr und der Mutter- Kind-Beziehung habe das Stillen auch weiterhin einen hohen Stellenwert.
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