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Scheidenpilz

Therapie


Nicht jede Pilzinfektion muss mit Medikamenten behandelt werden. Manche Infektionen verschwinden auch mehr oder weniger von selbst. Damit sich ein Pilzbefall nicht stärker ausbreitet, sollten im Genitalbereich nur ph-neutrale Seifen verwendet und die Haut regelmäßig eingefettet werden. Da Pilze eine feucht-warme Umgebung für ihr Wachstum brauchen, kann man sie mit luftdurchlässiger Unterwäsche und Trockenföhnen nach jedem Toilettengang „aushungern". Auch Sitzbäder mit Kamille bringen manchmal Linderung. In jedem Fall ist es ratsam, die Schamhaare etwas zu kürzen und während des Pilzbefalls die Haut im Genitalbereich zu schonen (evtl. auf Geschlechtsverkehr verzichten). Umstritten ist, ob eine zuckerarme Ernährung dem Pilz die Lebenskraft entzieht.

Es stimmt nicht und ist auch nicht empfohlen, dass ein mit Naturjoghurt getränkter in die Scheide eingeführter Tampon den Juckreiz mildert und die Situation verbessert!

Ist dem Pilz auf die oben genannte Weise nicht beizukommen, gibt es in der Apotheke eine Reihe von rezeptfreien Antipilzmitteln (Antimykotika). Sie werden meistens als Drei-Tage-Therapie angeboten und bestehen aus einer Creme für den äußeren Genitalbereich und Zäpfchen zum Einführen in die Vagina. Besonders wirksam und gut verträglich sind die Imidazole (z. B. Clotrimazol, Miconazol, Fenticonazol). Manchmal kommt es während der Behandlung allerdings zu brennenden Schmerzen. Spätestens, wenn nach den drei Tagen keine Besserung eintritt, muss der Arzt aufgesucht werden. Meist lag dann keine Pilzinfektion vor. Wenn keine Medikamentenreste mehr in der Scheide sind - etwa 7 - 10 Tage nach dem letzten Behandlungstag - kann er durch eine Pilzkultur klären, ob (noch) Hefepilze da sind und ob gegebenenfalls eine andere Behandlung nötig ist.

Vaginal-Antiseptika, die den Wirkstoff Povidon-Jod enthalten, wirken auch gegen verschiedene Pilzarten, dürfen jedoch nicht bei Schilddrüsenüberfunktion verwendet werden.

Leidet eine Patientin häufiger als viermal im Jahr an einer Pilzinfektion im Genitalbereich, muss der Arzt andere Grunderkrankungen (z. B. Diabetes mellitus) und sonstige begünstigende Faktoren ausschließen. Nimmt die Patientin die „Pille", sollte möglicherweise auf ein östrogen- oder gestagenärmeres Präparat zurückgegriffen werden. Eine orale Antipilz-Therapie über sechs Monate führt in 50 - 80% der Fälle zur vollständigen Heilung. Diese Therapie ist sehr teuer. Antimykotika greifen fast alle an der Zellmembran der Pilze an.

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