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Scheidenpilz

Besonderheiten bei Schwangeren


Eine Schwangerschaft begünstigt durch veränderte Hormonkonzentrationen im Körper das Wachstum von Hefepilzen in der Scheide. Bei rund 30% der werdenden Mütter findet man am Ende der Schwangerschaft Hefepilze im Genitalbereich. Bei einer vaginalen Geburt wird er in 80% der Fälle auf die Haut des Neugeborenen übertragen und gelangt von dort über den Mund in den Körper des Kindes. Da selbst gesunde, reife Neugeborene einer Hefepilzinfektion nichts entgegensetzen können, sollte eine Ansteckung möglichst vermieden werden, indem die Mutter vor der Geburt gegen Pilze behandelt wird. Frühchen unter 1500 Gramm können sogar an einer Kandidasepsis erkranken (ca. 4%), die tödlich sein kann.

Eine Pilzprophylaxe in der Schwangerschaft ist bis jetzt noch nicht routinemäßig vorgesehen, aber empfohlen. Dazu legt der Frauenarzt ab der 34. Schwangerschaftswoche eine Pilzkultur an, unabhängig davon, ob die werdende Mutter Beschwerden hat oder nicht. Für eine lokale Therapie beim Nachweis von Hefepilzen eignen sich die Imidazole wie Clotrimazol, Econazol, Miconazol und Fenticonazol am besten. Sie sind wirkungsvoll, gut verträglich und in allen drei Schwangerschaftsabschnitten unschädlich für den Embryo bzw. Fetus. Orale Antipilzmittel dürfen während einer Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Droht eine Frühgeburt, müssen Pilzkultur und Therapie entsprechend früher erfolgen.

Neugeborene, die weniger als 1500 Gramm wiegen und im Mund oder Verdauungstrakt von einem Hefepilz befallen sind, sollten vorsorglich mehrere Wochen lang mit einem oralen Antipilzmittel (z. B. Nystatin) behandelt werden.

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