Frauenärzte im Netz


Pränatale Diagnostik

Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung)


Für Frauen über 35 Jahre ist die Fruchtwasseruntersuchung optionaler Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorge. Das bedeutet, dass die Untersuchung  von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird, wenn die Eltern bzw. die Mutter sich dafür entscheiden.

Werdenden Eltern ist vor der Inanspruchnahme pränataler Diagnotik im Allgemeinen unbedingt zu empfehlen, im Vorfeld der Untersuchungen Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen und sich ausführlich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Eine Amniozentese wird in der Regel zwischen der 15. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Bei bestimmten medizinischen Fragestellungen kann die Amniozentese auch schon früher oder später erfolgen. Eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind kann der Arzt mittels Amniozentese ab der 30. Schwangerschaftswoche diagnostizieren. Droht eine Frühgeburt, lässt sich auf diesem Weg auch die Lungenreife des Ungeborenen überprüfen.

Animation: Amniozentese Unter Ultraschallkontrolle durchsticht der Arzt mit einer dünnen Kanüle die Bauchdecke und saugt einige Milliliter Fruchtwasser ab, in dem kindliche Zellen schwimmen. Diese Zellen werden im Labor vermehrt und die in ihnen enthaltenen Chromosomen auf Anzahl und Struktur hin untersucht. Ein Schnelltest gibt bereits nach ein bis zwei Tagen Hinweise auf mögliche Schäden, für das endgültige Ergebnis braucht das Labor rund zwei Wochen.

Die Fruchtwasserentnahme dauert in der Regel 5 bis 15 Minuten. Die meisten Frauen empfinden den Einstich der Nadel in die Bauchdecke nicht als besonders schmerzhaft - ähnlicht wie die Injektion bei einer gewöhnlichen Blutabnahme. Auf eine Betäubung der Einstichstelle wird meist verzichtet .

Die Untersuchung ist für Mutter und Kind nicht völlig risikolos und sollte von der Schwangeren bzw. von dem Elternpaar abgewogen werden, bevor sie dem Eingriff zustimmen. Durch eine Ultraschallkontrolle vermeidet der Arzt, dass er das Ungeborene mit der Nadel verletzt. In weniger als 0,5% der Fälle kommt es im Anschluss an eine Fruchtwasseruntersuchung zu einer Fehlgeburt (die im frühen Stadium der Schwangerschaft auch ohne Eingriff vermehrt auftritt). Ebenfalls selten löst eine Amniozentese Blutungen in der Gebärmutter, Fruchtwasserabgang oder eine Infektion aus. Fast immer reagiert die Gebärmutter auf den Eingriff mit Kontraktionen, die jedoch rasch wieder von alleine aufhören. In jedem Fall sollte sich die Schwangere ein paar Tage nach der Fruchtwasseruntersuchung schonen.

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