Frauenärzte im Netz


Myom

Krankheitsbild


Bei einem Viertel der Frauen verursachen Myome keine Beschwerden und werden bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt nur zufällig entdeckt. Meist sind es große Myome, die Probleme hervorrufen. Welche dies sind, hängt von der Lage der Geschwulst ab. Mediziner unterscheiden verschiedene Myomformen danach, ob sie in das Innere der Gebärmutter (Uterus) hinein- oder zur Bauchseite hin wachsen. Im Inneren ist die Gebärmutter mit einer schützenden Schleimhaut (Endometrium) überzogen, auf der Außenseite wird sie durch die Serosa des Bauchfells (Peritoneum) vom Bauchraum getrennt. Man bezeichnet Myome nach ihrer Lage als:

  • intramural", wenn sie inmitten der Muskelschicht der Gebärmutter wachsen.
  • subserös", wenn sie auf der Gebärmutteraußenseite unter dem Bauchfell wachsen.
  • submukös", wenn sie direkt unter der Gebärmutterschleimhaut wachsen.
  • intraligamentär", wenn sie in den Bindegewebsschichten seitlich der Gebärmutter vorkommen.

  • Zervixmyom", wenn sie in den Muskelschichten um den Gebärmutterhals (Zervix) wachsen.
Intramurale Myome

Der häufigste Myomtyp ist der intramurale. Kleine Myome dieses Typs verändern die Form der Gebärmutter nicht, größere können zu kartoffelsackartigen Ausbuchtungen führen. Intramurale Myome lösen häufig Menstruationsbeschwerden aus und können auf Nachbarorgane wie Darm oder Blase drücken. Dabei kann es zu Beschwerden beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang kommen. Drückt ein intramural gelegenes Myom dagegen auf eine Nervenendigung wie den Ischiasnerv, können Schmerzen im unteren Rücken oder in den Beinen auftreten.

Subseröse Myome

Subseröse Myome rufen ähnliche Symptome hervor wie intramurale. Sie lösen aber im Gegensatz zu diesen keine Blutungsstörungen aus, weil sie auf der Außenseite der Gebärmutter sitzen. Während der Wachstumsphase können sie so weit hervortreten, dass sie nur noch über einen Stiel mit der Gebärmutter verbunden sind. Eine Stieldrehung kann zu heftigen Schmerzen führen. Die von subserösen Myomen verursachten Beschwerden reichen von Becken-, Rücken- und Ischiasschmerzen, bis hin zu Verstopfung, verstärktem Harndrang, Blutstau in den Beinen oder einer Blasenentzündung.

Wächst das Myom weiter an, können sich die Symptome verstärken und dauerhaft auftreten. Außerdem ist beim Druck auf den Eileiter eine Beeinflussung der Fruchtbarkeit möglich. Bei gänzlicher Blockade des Eileiters kann eine Frau unfruchtbar werden. Gefährlich werden kann ein subseröses Myom, wenn es durch Stieldrehung und Zerfall zu einem so genannten akuten Abdomen führt, das durch starke Bauchschmerzen gekennzeichnet ist und sofort behandelt werden muss.

Submuköse Myome

Liegt ein Myom in der Gebärmutterschleimhaut (submukös), verursacht es zu 95 bis 98% Blutungsstörungen und kann bei entsprechender Größe wehenartige Schmerzen hervorrufen. Man unterscheidet eine verstärkte Regelblutung (Hypermenorrhoe), eine verstärkte und verlängerte Blutung (Menorrhagie) oder Blutungen außerhalb der normalen Regelblutung (Metrorrhagie). Submuköse Myome kommen mit einem Anteil von etwa 5 % aber sehr selten vor.

Die Blutungsstörungen entstehen dadurch, dass die Gebärmutterschleimhaut gereizt wird. Dabei kann es zu Gewebeablösungen kommen, die mit einer Blutung ausgeschieden werden. Außerdem beeinflussen Myome die Kontraktionsfähigkeit des Gebärmuttermuskels, der die Blutzufuhr reguliert. Dauerblutungen können entstehen, wenn wegen eines Myoms ein Blutgefäß nicht gedrosselt werden kann.

Eine Therapie richtet sich nach der Ursache. Allgemein können Mittel verabreicht werden, welche die Kontraktionsfähigkeit des Gebärmuttermuskels unterstützen.

Die verschiedenen Formen der Blutungsstörungen können zu einer Blutarmut (Anämie) führen und mit Krämpfen einhergehen.

Zervixmyome und intraligamentäre Myome

Seltener wachsen Myome auch am Gebärmutterhals (Zervix) und an den Bändern, welche die Gebärmutter in ihrer Position im Körper halten. Sie werden dann als intraligamentäre Myome oder Zervixmyome bezeichnet. Letztere rufen Beschwerden durch Druck auf den Harnleiter, die Blase oder den Mastdarm hervor, während intraligamentäre Myome zu einem Harnstau führen können oder auf Beckengefäße und Nerven drücken.

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