Frauenärzte im Netz


Humane Papillom Viren (HPV)

Impfung gegen HPV


Mit der HPV-Impfung existiert die Möglichkeit, das Risiko für eine Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung zu verringern. Dabei ist der Nutzen am größten, wenn vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft wird, bevor es zu einer Infektion mit den HP-Viren 16 und 18 gekommen ist.

Es gibt zwei Impfstoffe, die jeweils gegen zwei krebsauslösende Typen der Humanen Papillomviren (HPV) - HPV 16 und HPV 18 - gerichtet sind. Die Impfung wirkt jedoch nicht gegen alle gefährlichen HPV-Typen, weswegen die jährliche Krebsfrüherkennung wichtig bleibt!

Beide Impfstoffe schützen vor einer Infektion mit den beiden krebsauslösenden HP-Viren 16 und 18 und somit auch vor Krebsvorstufen und Krebs am Gebärmutterhals, die durch diese beiden Erreger verursacht werden. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Impfung auch teilweise vor Infektionen mit anderen krebsauslösenden Typen (z.B. HPV 31 und 45) schützt, gegen die der Impfstoff nicht direkt gerichtet ist. Diese so genannte Kreuzprotektion lässt sich damit erklären, dass verschiedene Typen der Humanen Papillomviren sehr ähnlich aufgebaut sind und daher nach der vollständigen Impfung auch vom Immunsystem erkannt und bekämpft werden können.
Ein Impfstoff schützt zusätzlich zu den Typen HPV16 und HPV18 (Hochrisiko-Typen) vor einer Infektion mit den beiden Erregern HPV6 und 11 (Niedrigrisikotypen), die für die Entwicklung von Genitalwarzen verantwortlich  sind. Beide Impfstoffe enthalten keine Bestandteile, die Krebs am Gebärmutterhals auslösen können!


Wer soll sich impfen lassen - Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts, welche für die Empfehlung von Impfungen zuständig ist, hat die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Spätestens bis zum 18. Lebensjahr (d.h. bis zu dem Tag vor dem 18. Geburtstag) sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. Damit soll die Zahl der Gebärmutterhalskrebsfälle zukünftig deutlich verringert werden. Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden, um eine Ansteckung mit den sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV), welche für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, zu verhindern. Doch auch Frauen außerhalb dieser Altersgruppe und bereits sexuell aktive Frauen können von einer Impfung profitieren und sollten mit ihrem Frauenarzt darüber sprechen.

Kostenübernahme

Gesetzlich Versicherte 
Mit dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform am 01. April 2007 sind die gesetzlichen Krankenkassen dazu verpflichtet, die Kosten für öffentlich empfohlene Schutzimpfungen zu übernehmen. Somit werden nunmehr alle von der STIKO empfohlenen Impfungen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Da sich die Empfehlung der STIKO derzeit nur an Mädchen von neun bis 17 Jahre richtet, müssen Interessierte anderen Alters bei ihrer jeweiligen Kasse erfragen, ob diese auch außerhalb der STIKO- Empfehlung die Kosten trägt.

Privatversicherte Personen
Für Personen, die privat versichert sind, gilt der jeweilige Versicherungsvertrag. Es empfiehlt sich, die Kostenübernahme vorab mit der entsprechenden Kasse abzuklären. In der Regel übernehmen private Krankenkassen diejenigen Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden.

Durchführung

Das Impfschema richtet sich nach dem Alter der zu impfenden Person. Für Mädchen im Alter von neun bis 13 Jahren (Impfstoff: Gardasil) bzw. bis 14 Jahren (Impfstoff: Cervarix) wird nach einem Zweidosen-Schema geimpft. Nach der Erstinjektion ist nur eine weitere Injektion sechs Monate nach der Erstinjektion erforderlich, da das Immunsystem offenbar in dieser Altersgruppe besser auf die Impfung anspricht.

Bei Mädchen ab 14 Jahren (Impfstoff: Gardasil) bzw. ab 15 Jahren (Impfstoff: Cervarix) erfolgt die Grundimmunisierung mittels dreier intramuskulärer Injektionen, die je im Abstand von zwei und sechs Monaten nach der Erstinjektion (Impfstoff: Gardasil) bzw. nach einem und sechs Monaten (Impfstoff: Cervarix) verabreicht werden.  

Bei Nachholimpfungen oder der Vervollständigung einer Impfserie bei Mädchen ab 14 Jahren (Impfstoff: Gardasil) bzw. ab 15 Jahren (Impfstoff: Cervarix) oder bei einem Impfabstand von weniger als 6 Monaten zwischen der 1. und 2. Impfung ist eine 3. Impfdosis erforderlich.

Nebenwirkungen

Als unerwünschte Reaktionen können Fieber, Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle vorkommen. Auch Juckreiz und Blutungen können am Ort der Impfung auftreten. Es wurden bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet.

Wirksamkeit & Sicherheit

In den seit Jahren laufenden Studien an vielen Tausend Frauen wurde herausgefunden, dass die Impfstoffe eine Wirksamkeit von fast 100% gegenüber den HPV-Typen haben, die in der Vakzine (Impfung) enthalten sind. Das bedeutet, dass in den folgenden Jahren nach einer Impfung weder eine Infektion mit Humanen Papillomviren gegen die geimpft wurde, noch Zellveränderungen am Gebärmutterhals beobachtet werden konnten. In der bisherigen Nachbeobachtungszeit von 5 Jahren hielt dieser Impfschutz komplett an.
Allerdings ist bisher noch nicht geklärt, ob die Impfung nach diesem Zeitraum aufgefrischt werden sollte, um die optimale Schutzwirkung zu erhalten.

Impfung statt Krebsvorsorge?

Untersuchungen an bereits geimpften Frauen haben gezeigt, dass die Impfung in fast 100% der Fälle zu einem wirksamen und langfristigen Schutz führt. Dennoch sollte auf keinen Fall auf die jährliche Krebsfrüherkennungs-Untersuchung beim Frauenarzt verzichtet werden, da neben den durch den Impfstoff abgedeckten Humanen Papillomvirus-Typen noch weitere Hochrisikotypen existieren, die ebenfalls Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Außerdem kann ein auffälliger Befund im Pap-Abstrich und der Kolposkopie auch mit anderen Erkrankungen zusammenhängen bzw. auf die Infektion mit einem anderen Krankheitserreger hinweisen.

Selbst Frauen, bei denen Veränderungen durch einen HPV-Typ im Pap-Abstrich festgestellt wurden, können sich zukünftig noch impfen lassen, denn einen gleichzeitige Infektion mit HPV16 und 18 tritt nicht sehr häufig auf. Somit ist auch eine nachträgliche Impfung auf jeden Fall sinnvoll, um sich zumindest vor dem zweiten Hochrisikotyp noch wirksam zu schützen. Eine HPV-Impfung ist jedoch kein Ersatz für die Krebsfrüherkennungs-Untersuchung! Nur wenn beide Vorsorgemaßnahmen - die Impfung und die regelmäßigen Untersuchungen - zum Einsatz kommen, kann eine Frau von einer größeren Sicherheit vor Gebärmutterhalskrebs profitieren.

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