Frauenärzte im Netz


Humane Papillom Viren (HPV)

Impfung gegen HPV


Mit der HPV-Impfung existiert die Möglichkeit, das Risiko für eine Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung zu verringern. Dabei ist der Nutzen am größten, wenn vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft wird, bevor es zu einer Infektion mit krebserregenden Typen von HP-Viren gekommen ist.

HPV-Impfstoffe schützen gegen bestimmte Typen (Hochrisiko-Typen) der sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV), die u.a. Krebsvorstufen und Krebserkrankungen am Gebärmutterhals hervorrufen können. Daneben ist ein Schutz gegen bestimmte Erreger von Genitalwarzen (Niedrigrisiko-Typen) möglich.

Wer soll sich impfen lassen - Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts, welche für die Empfehlung von Impfungen zuständig ist, hat die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Spätestens bis zum 18. Lebensjahr (d.h. bis zu dem Tag vor dem 18. Geburtstag) sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. Damit soll die Zahl der Gebärmutterhalskrebsfälle zukünftig deutlich verringert werden. Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden, um eine Ansteckung mit den sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV), welche für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, zu verhindern. Doch auch Frauen außerhalb dieser Altersgruppe und bereits sexuell aktive Frauen können von einer Impfung profitieren und sollten mit ihrem Frauenarzt darüber sprechen.

Kostenübernahme

Gesetzlich Versicherte 
Mit dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform am 01. April 2007 sind die gesetzlichen Krankenkassen dazu verpflichtet, die Kosten für öffentlich empfohlene Schutzimpfungen zu übernehmen. Somit werden nunmehr alle von der STIKO empfohlenen Impfungen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Für die HPV-Impfung außerhalb der Schutzimpfungsrichtlinie (z.B. im Rahmen einer Postkonisationsprophylaxe ) kann sich eine Anfrage zur Kostenübernahme bei der persönlichen Krankenversicherung lohnen.

Privatversicherte Personen
Für Personen, die privat versichert sind, gilt der jeweilige Versicherungsvertrag. Es empfiehlt sich, die Kostenübernahme vorab mit der entsprechenden Kasse abzuklären. In der Regel übernehmen private Krankenkassen diejenigen Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden.

Durchführung

Das Impfschema richtet sich nach dem Alter der zu impfenden Person.

Impfung im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahren
Im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahren (je nach Impfstoff) sind für den Aufbau des Impfschutzes zwei Impfungen erforderlich, wenn der empfohlene Abstand zwischen den beiden Impfungen eingehalten wird. Die zweite Impfung erfolgt mindestens fünf oder sechs Monate (je nach Impfstoff) nach der ersten. Der Abstand sollte 13 Monate nicht überschreiten.

Impfung ab einem Alter von 14 bzw. 15 Jahren
Ab einem Alter von 14 bzw. 15 Jahren (je nach Impfstoff) wird dreimal gegen HPV geimpft. Abhängig vom Impfstoff wird die zweite Impfung einen bis zweieinhalb Monate nach der ersten Impfung gegeben. Die letzte Impfung erfolgt in der Regel sechs Monate (je nach Impfstoff frühestens drei Monate) nach der ersten Impfung. Die drei Impfungen sollten möglichst innerhalb eines Jahres verabreicht werden.

Bei Nachholimpfungen oder der Vervollständigung einer Impfserie bei Mädchen ab 14 Jahren bzw. ab 15 Jahren (je nach Impfstoff) oder bei einem Impfabstand von weniger als 6 Monaten zwischen der 1. und 2. Impfung ist eine 3. Impfdosis erforderlich.

Nebenwirkungen

Als unerwünschte Reaktionen können Fieber, Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle vorkommen. Auch Juckreiz und Blutungen können am Ort der Impfung auftreten. Es wurden bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet.

Impfung statt Krebsvorsorge?

Untersuchungen an bereits geimpften Frauen haben gezeigt, dass die Impfung in fast 100% der Fälle zu einem wirksamen und langfristigen Schutz führt. Dennoch sollte auf keinen Fall auf die jährliche Krebsfrüherkennungs-Untersuchung beim Frauenarzt verzichtet werden, da neben den durch den Impfstoff abgedeckten Humanen Papillomvirus-Typen noch weitere Hochrisikotypen existieren, die ebenfalls Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Außerdem kann ein auffälliger Befund im Pap-Abstrich und der Kolposkopie auch mit anderen Erkrankungen zusammenhängen bzw. auf die Infektion mit einem anderen Krankheitserreger hinweisen.

Selbst Frauen, bei denen Veränderungen durch einen HPV-Typ im Pap-Abstrich festgestellt wurden, können sich zukünftig noch impfen lassen, um ihr Infektionsrisiko zu senken. Denn eine nachträgliche Impfung ist auf jeden Fall sinnvoll, um sich vor anderen Hochrisikotyp noch wirksam zu schützen.

Eine HPV-Impfung ist jedoch kein Ersatz für die Krebsfrüherkennungs-Untersuchung! Nur wenn beide Vorsorgemaßnahmen - die Impfung und die regelmäßigen Untersuchungen - zum Einsatz kommen, kann eine Frau von einer größeren Sicherheit vor Gebärmutterhalskrebs profitieren.

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