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Eierstockzyste

Ursachen


Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung von Eierstockzysten, abhängig davon, um welche Art der Zyste es sich handelt. Man unterscheidet zwischen funktionellen Zysten und so genannten Retentionszysten.

Funktionelle Zysten

Bei den allermeisten Veränderungen am Eierstock handelt es sich um funktionelle Zysten. Ursachen für ihre Entstehung können die normalen zyklusabhängigen Hormonschwankungen (Follikelzysten) an den Eierstöcken sowie Nebenwirkungen einer Hormontherapie (Corpus-luteum-Zysten), eine Endometriose, Schilddrüsenerkrankungen oder Funktionsstörungen der Nebennierenrinde sein.

Funktionelle Zysten sind recht häufig und meist gutartig. Sie können bis zu zehn Zentimeter groß werden, bilden sich oft aber von alleine wieder zurück. Komplikationen sind selten. Funktionelle Zysten finden sich bei geschlechtsreifen Frauen, vor allem kurz nach der Pubertät oder vor den Wechseljahren.

Die häufigsten und bedeutendsten funktionellen Zysten sind:

  • Follikelzysten
    Mit dem Beginn der Pubertät bildet sich einmal pro Monat im Eierstock ein Eibläschen (Follikel), in dem die Eizelle heranreift. Bei einer Follikelgröße von etwa 15 bis 25 Millimetern platzt der Follikel und spült die Eizelle heraus (Eisprung oder Ovulation). Findet kein Eisprung statt, kann der Follikel erhalten bleiben, und wie bei seiner Reifung, Flüssigkeit produzieren. Wächst der Follikel weiter, so entwickelt sich eine Follikelzyste, auch Follikelretentionszyste genannt.

  • Corpus-luteum-Zysten
    Bei dieser Form der Zyste ist der Gelbkörper zystisch verändert. Findet ein Eisprung statt, wandelt sich der Follikel in den Gelbkörper (Corpus luteum) um. Der Gelbkörper bildet weiter die Hormone Östrogen und Progesteron. Wird die Eizelle befruchtet, bleibt der Gelbkörper die ersten drei Monate der Schwangerschaft erhalten. Findet keine Befruchtung statt, wird er abgebaut, was zur Menstruationsblutung führt.

  • Luteinzysten
    Luteinzysten entstehen oft im Zusammenhang mit einer Hormontherapie bei Unfruchtbarkeit aus dem Gelbkörper (Corpus luteum). Durch die Gabe von bestimmten Hormonen (siehe Kinderlosigkeit) soll die Reifung von Eizellen im Eierstock angeregt werden. Eine Nebenwirkung dieser Therapie ist die Bildung von Luteinzysten.

  • Schokoladenzysten
    Die Endometriose ist eine Krankheit, welche im Eierstock die Entstehung von Zysten fördert. Dabei siedeln sich Teile der Gebärmutterschleimhaut ab und wachsen an anderen Stellen, beispielsweise im Bereich der Eierstöcke und Eileiter, weiter. Diese Schleimhautstücke nehmen wie die normale Schleimhaut der Gebärmutter am Menstruationszyklus teil, d. h.sie bluten monatlich. Da das Blut aber nicht abfließen kann, können sich Zysten an den Eileitern bilden, die auf Grund ihrer Farbe „Schokoladenzysten" genannt werden.

  • Polyzystische Ovarien
    Polyzystische Ovarien sind eine Sonderform der funktionellen Zysten. Wie die anderen Arten entstehen sie auf Grund hormoneller Ungleichgewichte. Im Unterschied zu den anderen Arten scheinen nicht nur die weiblichen Geschlechtshormone für die Entstehung verantwortlich zu sein. Man findet einen erhöhten Spiegel männlicher Hormone (Androgene), der die normale Reifung der Eibläschen (Follikel) stört. Als Folge wächst in den beiden Eierstöcken ein Follikel nach dem anderen heran und bleibt in seiner Entwicklung stehen. Auch eine Insulinresistenz im Rahmen einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann die Bildung polyzystischer Ovarien fördern. Polyzystische Ovarien sind ein Merkmal des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS).
Angeborene Fehlbildungen

Zu den angeborenen Fehlentwicklungen von Keimzellen im Eierstock zählen beispielsweise die Dermoidzysten (reifes zystisches Teratom). Es handelt sich dabei um primär gutartige Geschwülste, die einen Durchmesser von bis zu 25 Zentimetern erreichen können. Sie machen etwa ein Drittel aller gutartigen Tumore aus. Am häufigsten kommen sie bei Mädchen und jungen Frauen vor. Diese Zystenart wächst nur langsam und ist zu 80 bis 90% nur an einem Eierstock vorzufinden. Entartungen in einen bösartigen Tumor treten bei 1 bis 2% der Fälle auf. Davon sind meist Frauen über 40 Jahren betroffen.

Eine weitere Zystenart sind die Parovarialzysten (Nebeneierstockzysten). Sie entstehen aus embryonalem Gewebe neben den eigentlichen Eierstöcken. Diese gutartigen Zysten treten vorwiegend bis zu einem Alter von 30 Jahren auf.

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