Frauenärzte im Netz

2. Schwangerschaftsdrittel

Entwicklungen der Mutter


Dieses Drittel der Schwangerschaft ist meist das beschwerdefreieste für die werdende Mutter. Die Übelkeit und das Erbrechen sind in der Regel verschwunden und die Schwangerschaftshormone setzen große Energien frei.

Der Kreislauf von Mutter und Kind sind über die Nabelschnur miteinander verbunden. Die Plazenta übernimmt ab der 12. Woche die Ernährung des Fetus und wird über das Blut der Mutter mit den benötigten Nährstoffen versorgt. Durch das erhöhte Blutvolumen muss das mütterliche Herz mehr arbeiten. Der Puls der werdenden Mutter steigt um 5 bis 10 Schläge pro Minute an. Um genügend Sauerstoff bereitzustellen nimmt auch das Atemvolumen zu.

Ab der 16. Woche beginnt die Produktion von Kolostralmilch, einer farblosen Flüssigkeit, die aus den Brustdrüsen ausgeschieden wird und teilweise zum Erstaunen der Schwangeren bereits im Strahl aus der Brust herausschießen kann.

Die Gebärmutter nimmt weiter deutlich an Größe zu. In der 18. bis 19. SSW hat sie etwa die Größe einer Melone und fast die Höhe des Nabels erreicht. Jetzt wölbt sich auch langsam ein erkennbares Bäuchlein. Die Spannung der Bauchhaut, die im Verlauf noch zunimmt, führt zur Entstehung der Linea nigra, einer dunkle Linie vom Nabel bis zum Schambein. Außerdem können so genannten Schwangerschaftsstreifen auftreten. Hierfür besteht bei manchen Frauen eine Veranlagung. Mit bestimmten Zupftechniken und dem Geschmeidigmachen der Haut durch Öle oder Cremes soll dem Zerreißen des Gewebes vorgebeugt werden.

Das Gewicht des Bauches verlagert den Schwerpunkt der gesamten Körperhaltung. Während der Bauch sich nach vorne wölbt, geht die Schwanger meist unwillkürlich ins Hohlkreuz. Rückenschmerzen sind eine häufige Folge.

Erwartet eine Frau ihr erstes Kind, so kann sie etwa ab der 20. SSW die ersten Bewegungen spüren. Der Bauch ist nun nicht mehr zu übersehen und die weiter nach oben wachsende Gebärmutter schiebt alle Organe etwas höher. Dadurch kann Sodbrennen auftreten. Der erhöhte Sauerstoffbedarf führt bei Schwangeren jetzt zu Kurzatmigkeit, besonders bei Anstrengung (Treppensteigen, Laufen) oder beim Reden. In den Beinen können Krämpfe auftreten, die vom Druck der Gebärmutter auf die Beckengefäße oder durch einen Mangel an Kalzium und anderen Mineralsalzen herrühren. Krampfadern können entstehen oder schon bestehende können sich verschlimmern.

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