Hormonstörungen

Frauen sind in den verschiedenen Lebensphasen - Pubertät, fruchtbare Jahre, Wechseljahre, Alter - Veränderungsprozessen unterworfen, die zu einem großen Teil von Hormonen gesteuert werden.

Der weibliche Körper ist in den Lebensphasen – Pubertät, fruchtbare Jahre, Wechseljahre, Alter - Veränderungsprozessen unterworfen, die zu einem großen Teil von Hormonen abhängig sind. Mit der Geschlechtsreife in der Pubertät nehmen die Geschlechtsorgane ihre Funktion auf. In einem monatlichen Zyklus, der von den Hormonen des Hypothalamus, der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und denen aus den Eierstöcken gesteuert wird, bereitet sich der weibliche Körper auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor. Mit den Wechseljahren klingen diese Prozesse nach und nach aus.

Die Koordinationszentrale des Hormonsystems ist der Hypothalamus im Gehirn als Teil des zentralen Nervensystems. Er übermittelt mittels regulatorischer Hormone (Botenstoffe) Signale an die nahe gelegene Hypophyse, mit der er über den Hypophysenstiel direkt verbunden ist. Die Hypophyse antwortet mit der Bildung topischer Hormone, die sich über das Blut verbreiten und die nächste Ebene des Hormonsystems ansprechen: Nebennierenrinde, Schilddrüse, Eierstöcke, Leber und Milchdrüsen. Hier regen sie die Freisetzung weiterer spezifischer Hormone an, die ebenfalls über das Blut ihr Ziel erreichen. Beispielsweise stellen die Eierstöcke Östrogene und Gelbkörperhormon (Progesteron) sowie Testosteron her, die, unter anderem, auf die Gebärmutter wirken.

Die Hormone zirkulieren im Blut in sehr kleinen Konzentrationen und werden nach kurzer Zeit abgebaut, damit der Körper mit diesen Botenstoffen nicht überschwemmt wird. Der Hormonstoffwechsel, das heißt, der Aufbau und Abbau der Hormone, unterliegt einer exakten Regulierung. Kommt es zu einem Ausfall eines Hormons oder wird zu viel oder zu wenig von einer Substanz hergestellt, treten Störungen im Stoffwechsel des Organismus auf. Diese Störungen erzeugen in der Regel charakteristische Krankheitsbilder. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Zeitpunkte der menstruellen Regel und deren Stärke in einen Kalender einzutragen (Menstruationskalender). Dies erleichtert es dem Gynäkologen die Menstruationszyklen zu beurteilen. 

Die Geschlechtshormone, d. h. vor allem die Östrogene, das Gelbkörperhormon und das Testosteron spielen im Leben einer Frau eine besondere Rolle. Östrogene steuern die Geschlechtsentwicklung in der Pubertät. Werden sie zu früh ausgeschüttet, kommt es zu einer vorzeitigen Pubertät. Ist die Östrogenkonzentration zu niedrig, liegt eine verzögerte Pubertät vor.

Einteilung und Krankheitsbilder

Störungen der Geschlechtsentwicklung

Die Geschlechtsentwicklung, d. h. die Reifung vom Mädchen zur geschlechtsreifen Frau, findet in der Pubertät statt. Gesteuert wird sie von Hormonen, die im Hypothalamus, in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und in den Eierstöcken (Ovarien) produziert werden (Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse). Im Alter von 9 bis 10 Jahren beginnen die seit der Geburt vorhandenen Follikel in den Eierstöcken - angeregt durch das FSH des Hypophysenvorderlappens - Östrogene zu bilden. Die Östrogene, und im weiteren Verlauf des Zyklus das Progesteron, werden in das Blut ausgeschüttet und regen das Wachstum und die Reifung der Geschlechtsorgane an. Auf Grund von Störungen im Hormonsystem kann die Pubertät vorzeitig oder auch verspätet beginnen.

Vorzeitige Pubertät

Bei einer vorzeitigen Pubertät treten Pubertätsmerkmale wie die Brustentwicklung (Thelarche), die Schamhaarentwicklung (Pubarche) und die erste Regel (Menarche) vor dem 8. Geburtstag und damit früher als normal auf. Der Beginn der Geschlechtsreife schwankt regional deutlich: im südlichen Europa beginnt die Pubertät im Allgemeinen früher als im nördlichen Teil.

Ausgelöst werden sie durch erhöhte Östrogenkonzentrationen im Blut. Bei einer echten vorzeitigen Pubertät (Pubertas praecox vera) bildet sich die Geschlechtsreife verfrüht heraus, läuft aber nach dem gleichen Grundmuster ab wie die normale Pubertät. Die erhöhten Östrogenmengen werden, wie im Normalfall, von Follikeln im Eierstock produziert. In 75 % der Fälle kann keine Ursache dafür gefunden werden, warum die Pubertät vorzeitig beginnt. Mehr als 10% der Mädchen mit einer verfrühten Pubertät haben aber einen Eierstocktumor, der Östrogene produziert (Pseudopubertas praecox). Weitere Ursachen können Tumoren im Bereich des Hypothalamus und der Hypophyse und eine schwere Schilddrüsenunterfunktion u.a. sein.

Symptome und Krankheitsbild

Bei einer echten vorzeitigen Pubertät (Pubertas praecox vera) ist der Verlauf der Pubertät normal, jedoch zeitlich verfrüht. Vom normalen Pubertätsverlauf abweichend, endet der vorzeitige Wachstumsschub früher als bei einer regulären Pubertät und hat Kleinwuchs zur Folge. Begleitet ist die echte vorzeitige Pubertät oft von gesteigerter Esslust und Kreislaufstörungen.
Ein Eierstocktumor, der Östrogene produziert und eine vorzeitige Pseudopubertät (Pseudopubertas praecox) auslöst, ist im Ultraschall sichtbar und manchmal tastbar. Dann ist der Bauchumfang vergrößert und es treten unregelmäßige, starke Blutungen auf.

Verzögerte Pubertät

Der Beginn der geschlechtlichen Entwicklung verzögert sich (Pubertas tarda), wenn die Östrogenkonzentration im Blut zu niedrig ist. Die Brustentwicklung beginnt dann erst nach dem 13. Geburtstag und die erste Regel setzt erst nach dem 15. Geburtstag ein. Die Ursache hierfür kann in einer Störung innerhalb der Hormonkette Hypothalamus-Hypophyse-Eierstock liegen. Schüttet der Hypothalamus zum Beispiel zu wenig GnRH aus, ist die Produktion der gonadotropen Hormone FSH und LH im Hypophysenvorderlappen verringert oder findet gar nicht statt. In der Folge wird auch die Bildung von Östrogenen in den Follikeln der Eierstöcke nicht in genügendem Maße angeregt. Weitere Störungen der Hormonkette können auch durch einen Tumor am Hypothalamus, durch eine Entzündung der Hypophyse, durch Unterernährung infolge von Magersucht (Anorexia nervosa) oder exzessive sportliche Betätigung verursacht werden. Des Weiteren sind auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion oder angeborene Herzfehler mögliche Ursachen einer verzögerten Pubertät.

Eine Verzögerung der geschlechtlichen Entwicklung kommt in einigen Familien gehäuft vor; die Hypophysenhormone FSH und LH - und in der Folge die Östrogene - werden ohne erkennbare Ursachen verspätet ausgeschüttet.
Eine chromosomal bedingte Form der verspäteten Pubertät ist das Turner-Syndrom. Die Erkrankung wird durch eine fehlerhafte Verteilung der Chromosomen während der Bildung der Keimzellen hervorgerufen. Frauen mit Turner-Syndrom haben nicht wie normalerweise zwei, sondern nur ein X-Chromosom und keine Eierstöcke. 90% der Feten sterben im Verlauf der Schwangerschaft. Von 2.500 geborenen Mädchen ist eines vom Turner-Syndrom betroffen.

Symptome und Krankheitsbild

Bei einer verzögerten Pubertät (Pubertas tarda) entwickeln sich die Brust (Thelarche) sowie die Scham- und Achselbehaarung (Pubarche) verspätet. Bis zum 14. Geburtstag sind noch keine Zeichen einer Entwicklung zu sehen. Außerdem setzen der Wachstumsschub und die erste Regelblutung (Menarche) später ein. Neben der Geschlechtsentwicklung bleiben bei einer konstitutionellen Entwicklungsverzögerung auch das Längen- und das Skelettwachstum zurück. Die Kinder und Jugendlichen wachsen dann langsamer als Altersgenossen, zum Ausgleich aber länger.

Liegt der verzögerten Pubertät ein Hormonmangel zu Grunde, so variieren die Krankheitsanzeichen in Abhängigkeit von der Ursache sehr stark. Bei einer Störung der Hypophyse können zusätzlich andere Hormone des Hypophysenvorderlappens fehlen. Dabei kann die Geschlechtsentwicklung unterschiedlich weit fortgeschritten sein oder sie hat noch gar nicht begonnen. Auch ein Krankheitsbild, das auf Untergewicht und/oder Unterernährung (Magersucht) zurückzuführen ist, kann einen Hormonmangel verursachen, der eine verzögerte Pubertät zur Folge hat.

Beim chromosomal bedingten Turner-Syndrom tritt Kleinwuchs auf, die Erwachsenengröße liegt unbehandelt im Durchschnitt bei 1,45 Meter. Außerdem sind die Eierstöcke nicht funktionsfähig oder vorhanden, so dass die betroffenen Frauen unfruchtbar sind.

Quellen

Störungen des Monatszyklus

In der fruchtbaren Lebensphase sind die Östrogene dafür verantwortlich, dass jeden Monat ein Ei reift und die Gebärmutterschleimhaut - mit Unterstützung des Gelbkörperhormons - auf die Einnistung eines befruchteten Eis vorbereitet wird. Dabei laufen zwei Zyklen zeitgleich ab, die eng miteinander verknüpft sind: der Eierstockzyklus und der Gebärmutterschleimhautzyklus.

Hormonale Störungen, besonders in der Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse, haben meist Auswirkungen auf den Monatszyklus und äußern sich in unterschiedlichen Menstruationsstörungen bis hin zur Unfruchtbarkeit. Menstruationsstörungen sind Abweichungen vom normalen Monatszyklus und heißen auch Zyklusstörungen oder Blutungsanomalien. Verändert ist entweder die Dauer und/oder die Stärke der Blutung oder der Abstand zwischen den Blutungen. Das Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö) und starke Regelschmerzen zählen ebenfalls zu den Menstruationsstörungen.

Menstruationsstörungen

Der Eierstockzyklus ist durch die Geschlechtshormonen Östrogen und Progesteron geprägt, die in den Eierstöcken produziert werden (Eierstockzyklus). Er ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Eine Zyklusdauer zwischen 25 und 38 Tagen und eine Blutungsdauer von vier bis sechs Tagen gelten als normal. Ist der Hormonhaushalt der Frau gestört, treten Abweichungen vom regelmäßigen Zyklus, von der Blutungsstärke und/oder der Blutungsdauer auf.

Zu den Menstruationsstörungen, die bei regelmäßigem Monatszyklus auftreten, gehören Zwischenblutungen sowie leichte Blutungen, die vor oder nach der Monatsblutung auftreten. Ursache der Blutung in der Zyklusmitte, zum Zeitpunkt des Eisprungs, kann ein kurzzeitiger Östrogenabfall sein. Eine Schmierblutung zwei bis drei Tage vor der Regelblutung kann durch eine Gelbkörperschwäche (Gelbkörperhormonmangel) bedingt sein. Eine Schmierblutung für zwei bis drei Tage im Anschluss an die Regelblutung tritt auf, wenn sich der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verzögert (Östrogenmangel). Zwischenblutungen können auch organische Ursachen haben wie Gebärmutterentzündung, Myome, Polypen, Gebärmutter- oder Scheidenkrebs.

Es gibt auch sehr starke (Hypermenorrhö) oder sehr schwache (Hypomenorrhö) Blutungen bei regelmäßigem Monatszyklus.

Die Oligomenorrhö, die Verlängerung der Zyklen, gehört zu den häufigsten Menstruationsstörungen. Sie tritt insbesondere nach der ersten Regelblutung (Menarche) und in den Wechseljahren auf. Ursache hierfür ist eine Verzögerung der Eizellreifung, also der ersten Phase des Eierstockzyklus (Follikelphase). In den fruchtbaren Jahren wird eine Oligomenorrhö in den meisten Fällen durch das Syndrom der polyzystischen Ovarien verursacht. Das PCO-Syndrom ist auch die häufigste Ursache für das Ausbleiben der Regel (Amenorrhö).

Eine verkürzte Follikelphase oder eine verkürzte Gelbkörperphase ist dagegen für die kürzeren Zyklen bei der Polymenorrhö verantwortlich. Sehr lange und sehr starke Blutungen (Menorrhagie, Hypermenorrhö, Metrorrhagie) haben meistens organische Ursachen wie Entzündungen, Endometriose, gestörte Frühschwangerschaft, Eileiterschwangerschaft, Polypen, Myome oder Tumoren der Gebärmutter, Scheide oder Eierstöcke. Auch eine Störung des Hormonsystems wie Gelbkörperhormonmangel kann eine verstärkte Regelblutung verursachen. Metrorrhagien treten besonders in Phasen auf, in denen das Regelsystem der Geschlechtshormone und die Funktion der Eierstöcke noch nicht (kurz nach der Pubertät) oder nicht mehr stabil (Wechseljahre) sind. Eine schmerzhafte Monatsblutung (Dysmenorrhö) kann durch eine erhöhte Konzentration an Prostaglandinen hervorgerufen werden oder organische Ursachen haben. Zu den organischen Ursachen gehören Entzündungen, Polypen, Tumoren, Endometriose, Missbildungen der Gebärmutter oder Verengung des Gebärmutterhalskanals. Alle Störungen des Zyklus können auch psychisch, z. B. durch Stress, durch Störung der Achse zwischen Hypothalamus und Hypophyse bedingt sein.


Menstruationsstörungen unterscheidet man nach Dauer und Art der Abweichung von der normalen Menstruation:
Oligomenorrhö Zyklen sind stark verlängert (>35 Tage)
Polymenorrhö Zyklen sind verkürzt (<25 Tage)
Hypomenorrhö Regelblutung ist abgeschwächt
Hypermenorrhö Regelblutung ist verstärkt
Menorrhagie Regelblutung ist verlängert
Metrorrhagie Blutung tritt außerhalb des Zyklus auf, z. B. zwischen zwei normalen Regelblutungen.
Dysmenorrhö Regelblutung ist schmerzhaft und/oder krampfhaft.Die krampfartigen Unterleibsschmerzen beginnen wenige Stunden vor der Regelblutung und dauern längstens bis zum Ende der Menstruation. Die Schmerzintensität ist bei Blutungsbeginn am stärksten.
Amenorrhö Regelblutung bleibt aus

Quellen

  • Leidenberger, F. A., Strowitzki, T., Ortmann O. (Hrsg.), Klinische Endokrinologie für Frauenärzte. Heidelberg 2014;
  • Sonntag B., Zyklusstörungen. Der Gynäkologe 5 · 2016; Leidenberger, F. A., Strowitzki, T., Ortmann O. (Hrsg.), Klinische Endokrinologie für Frauenärzte. Heidelberg 2014
  • von Wolff M., Stute P., Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin: Das Praxisbuch. Stuttgart 2013; Sonntag B., Zyklusstörungen. Der Gynäkologe 5 · 2016

PCO-Syndrom (PCOS, polyzystisches Ovarialsyndrom)

Etwa eine Million Frauen in Deutschland leiden am PCO-Syndrom. Verursacht wird es durch mehrere Störungen des Hormonhaushalts, die sich zudem gegenseitig verstärken. Die Hypophyse schüttet vermehrt LH (luteinisierendes Hormon) und vermindert FSH (Follikel stimulierendes Hormon) aus. Die erhöhte LH-Konzentration regt im Eierstock die Bildung von männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) an, die zum Teil im Fettgewebe in Östrogene umgewandelt werden. Dadurch erhöht sich die Östrogenkonzentration im Blut. Diese wirkt auf die Hypophyse und verringert die Ausschüttung von FSH und erhöht die Ausschüttung von LH. Da beim PCO-Syndrom die FSH-Konzentration verringert ist, wird weniger Östrogen umgebaut, während sich die Androgenkonzentration erhöht (Hyperandrogenämie). Auf diese Weise entsteht ein Überschuss an Androgenen, der einen normalen Zyklus verhindert. In der Folge treten Zyklusstörungen und verlängerte Blutungen auf oder die Regel bleibt aus (Amenorrhö).

Das PCO-Syndrom ist auch mit einer gesteigerten Ausschüttung von Insulin vergesellschaftet. Man findet eine Insulinresistenz, d. h., das Insulin verliert seine Wirksamkeit und es entwickelt sich unter Umständen eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Die erhöhte Insulinkonzentration verstärkt die Hyperandrogenämie, indem sie die Androgenbildung in den Eierstöcken und die LH-Ausschüttung der Hypophyse steigert.

Die Ursachen des PCO-Syndroms sind noch ungeklärt. Da es familiär gehäuft auftritt, ist eine erbliche Veranlagung wahrscheinlich. Aber auch Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht spielen eine große Rolle bei der Entstehung des PCO-Syndroms. 50% der PCOS-Patientinnen sind fettleibig (adipös).

Symptome und Krankheitsbild

Länger andauernde (chronische) Zyklusstörungen mit sehr langen Abständen zwischen den Regelblutungen (Oligomenorrhö) oder Ausbleiben der Regel (Amenorrhö) und Anzeichen einer „Vermännlichung" weisen auch auf ein PCO-Syndrom hin. Ein Überschuss an männlichen Hormonen (Androgenen) äußert sich in männlichem Behaarungsmuster (Hirsutismus), Akne, Haarausfall (Alopezie) und erhöhten Androgen- und Testosteronwerten im Blut. Als weitere Krankheitszeichen können auftreten: unerfüllter Kinderwunsch (Unfruchtbarkeit), Übergewicht, Insulinresistenz, metabolisches Syndrom (erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker und Übergewicht).

Quellen

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Eine Reihe von Frauen im gebärfähigen Alter leiden am prämenstruellen Syndrom. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt. Vermutlich entstehen die Beschwerden vor Eintritt der Monatsblutung auf Grund von Störungen des komplexen Zusammenspiels von Geschlechtshormonen, Psyche und Lebensumständen der Frau. Dabei können seelische und körperliche Belastungen einen Gelbkörperhormonmangel verursachen. Möglicherweise spielt auch eine negative Einstellung zur Monatsblutung eine Rolle.

Die häufigsten Krankheitszeichen, die zyklusabhängig auftreten, sind: Schwellung und Schmerzen beider Brüste, Ödeme in den Beinen, Gewichtszunahme, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Depressionen und Stimmungsschwankungen.

Ausführliche Informationen zum Krankheitsbild finden Sie auch im Artikel "Prämenstruelles Syndrom (PMS)".

Gelbkörperhormonmangel

Während einer Schwangerschaft schüttet der Mutterkuchen (Plazenta) u. a. besonders große Mengen an Östrogenen und Gelbkörperhormon aus. Die mütterlichen Hormone und die Hormone der Plazenta stehen dabei in enger Verbindung. Insbesondere das Gelbkörperhormon Progesteron sorgt dafür, dass es Mutter und Kind gut geht und sie sich wohl fühlen. Die Rolle des Gelbkörperhormons als Glückshormon wird besonders deutlich, wenn es fehlt, zum Beispiel häufig beim prämenstruellen Syndrom oder in den Wechseljahren, da ein Gelbkörperhormonmangel depressive Verstimmungen hervorrufen kann.

Ein Mangel an Gelbkörperhormon (Progesteron) entsteht, wenn sich in der zweiten Zyklushälfte der Gelbkörper nur unvollständig entwickelt und zu wenig oder gar kein Gelbkörperhormon produziert. Stress, der durch seelische oder körperliche Belastungen entsteht, ist eine mögliche Ursache für eine solche Gelbkörperinsuffizienz. In Lebensphasen, in denen das Regelungssystem der Geschlechtshormone nicht stabil ist, wie in der Pubertät, kurz vor und zu Beginn der Wechseljahre, tritt ebenfalls ein Gelbkörperhormonmangel auf.

Wenn im Blut zu wenig Progesteron vorhanden ist, überwiegt die hormonale Wirkung der Östrogene. In der Folge staut sich vor der Menstruation Ödemflüssigkeit in der Gebärmutterschleimhaut und anderen Körpergeweben, wodurch Körperumfang und Gewicht zunehmen. Als Auslöser der Gelbkörperinsuffizienz und in der Folge des prämenstruellen Syndroms werden auch psychosoziale Faktoren angesehen, wie z. B. eine geringe weibliche Selbstwerteinschätzung.

In Situationen, die für die Frau besonders belastend oder gesundheitsgefährdend sind, kann es auch vorkommen, dass der Follikel im Eierstock nicht platzt. Stattdessen entwickelt sich eine Eierstockzyste, die als Follikelretentionscyste oder auch als „Stresszyste" bezeichnet wird. Da kein befruchtungsfähiges Ei entstanden ist, kann auch keine Schwangerschaft eintreten. „Stresszysten" entstehen besonders häufig bei starker psychischer Belastung wie beruflicher Höchstbelastung, ausgedehnten Reisen oder einem Todesfall. Auch körperliche Belastungen wie Leistungssport und wenig Schlaf, Diäten, Krankheiten, Schilddrüsenerkrankungen oder häufige Änderungen des Tag-Nacht-Rhythmus können Ursache für eine Entgleisung des Hormonsystems sein.

Anzeichen eines Gelbkörperhormonmangels können das Auftreten des prämenstruellen Syndroms, bestimmte Menstruationsstörungen, Eierstockzysten („Stresszysten") oder Unfruchtbarkeit sein. Er findet sich regelmäßig vor Beginn der Wechseljahre (Klimakterium).

Quelle

  • Leidenberger, F. A., Strowitzki, T., Ortmann O. (Hrsg.), Klinische Endokrinologie für Frauenärzte. Heidelberg 2014; Sonntag B., Zyklusstörungen. Der Gynäkologe 5 · 2016

Hypophysenvorderlappeninsuffizienz

Ist die Hormonausschüttung durch den Hypophysenvorderlappen im Gehirn verringert oder bleibt sie sogar ganz aus, dann liegt eine teilweise (partielle) oder eine vollständige (totale) Hypophyseninsuffizienz vor. Da Hormone des Hypophysenvorderlappens die Hormonproduktion anderer Organe steuern, fehlen diese folglich ebenfalls im Körper.
Eine mangelhafte Funktion des Hypophysenvorderlappens (Hypophysenvorderlappeninsuffizienz) kann sehr unterschiedliche Ursachen haben:

  • Funktionsstörung des Hypothalamus
    Da die Hormonausschüttung durch den Hypophysenvorderlappen vom übergeordneten Hypothalamus gesteuert wird, kann die Ursache in einem Ausfall des GnRH oder einer Entzündung bzw. einem Tumor des Hypothalamus liegen.
  • Funktionsstörung der Hypophyse
    Die Produktion einzelner Hormone durch den Hypophysenvorderlappen fällt aus. Der Ausfall von FSH und LH bewirkt eine hormonale Unterfunktion der Eierstöcke, der Ausfall von ACTH eine Nebenniereninsuffizienz und der Ausfall von TSH eine Schilddrüsenunterfunktion (Schilddrüsenhormone).
  • Hypophysenadenome
    Die häufigste Ursache für Hypophysenvorderlappeninsuffizienz sind Tumoren im Bereich der Hypophyse. Meist handelt es sich um gutartige Drüsengeschwülste, so genannte Adenome.
  • Weitere mögliche Ursachen sind Aneurysmen, Entzündungen, Traumen, Gewebetod nach einer Geburt mit schwerem Blutverlust (Sheehan-Syndrom) oder funktionelle Störungen, wie bei sehr starker Unterernährung (beispielsweise Magersucht) oder schwerer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Eine komplette Hypophysenvorderlappeninsuffizienz ist nur selten angeboren, in den meisten Fällen wird sie durch Adenome ausgelöst. Betroffen ist davon neben den Hormonen des Hypophysenvorderlappens (FSH, LH, TSH, ACTH, STH) auch das ADH, das vom Hypothalamus produziert und im Hypophysenhinterlappen gespeichert wird.

Symptome und Krankheitsbild

Die Krankheitszeichen einer Funktionsstörung des Hypophysenvorderlappens hängen davon ab, welche Hormone betroffen sind.

Ausfall von Hormonen

Eine komplette Hypophyseninsuffizienz, bei der alle Hypophysenhormone ausfallen, hat ein Krankheitsbild zur Folge, das sich aus den Krankheitszeichen der einzelnen Hormonausfälle zusammensetzt:

  • FSH- und LH-Ausfall: Zyklusstörung, Regel bleibt aus (Amenorrhö)
  • ACTH-Ausfall: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, leichte Ermüdbarkeit
  • TSH-Ausfall: Schilddrüsenunterfunktion
  • Prolaktin-Ausfall: keine Milchproduktion im Wochenbett
  • ADH-Ausfall: übermäßige Harnausscheidung (Schwangerschaftsdiabetes)

Eine komplette Hypophyseninsuffizienz kann sich nach einer Schädigung des Hypophysengewebes über Jahre entwickeln, in denen die Hypophysenhormone nacheinander ausfallen. Beim Sheehan-Syndrom, das nach einer Geburt mit starkem Blutverlust auftreten kann, fällt typischerweise zuerst das Wachstumshormon aus, danach Prolaktin, FSH und LH. Der Milchfluss (Laktation) versiegt, die Regelblutung setzt nur zögerlich wieder ein oder bleibt aus und die Schamhaare, die bei der Geburt abrasiert wurden, wachsen nicht mehr nach. Mit dem Ausfall der Schilddrüsenhormone treten Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Depressionen auf. Wenn schließlich die ACTH-Ausschüttung versiegt, kommt es zu einem Mangel an Cortison, der mit hoher Anfälligkeit für Infekte einhergeht. Das Sheehan-Syndrom kann lebensbedrohlich sein, wenn sich beispielsweise bei besonderen Belastungen ein hypophysäres Koma einstellt.

In Ausnahmefällen setzt die Hypophyse die Hormonausschüttung plötzlich aus. Es kommt zu einem hypophysären Koma. Durch den plötzlichen Hormonausfall sind die Patienten zunächst benommen und schläfrig und fallen schnell ins Koma, der Blutdruck sinkt, der Herzschlag verlangsamt sich und die Körpertemperatur fällt ab.

Hypophyseninsuffizienz in der Schwangerschaft

Ein starker Blutverlust während oder nach einer Geburt kann dazu führen, dass die Durchblutung der Hypophyse vermindert ist und ein Teil des Hormon produzierenden Gewebes abstirbt. Wenn etwa 75% des Hypophysenvorderlappens geschädigt ist, treten Krankheitszeichen auf, die auf den Ausfall von Hypophysenhormonen zurückzuführen sind. Als Erstes bleibt die Milchbildung nach der Geburt (Laktation) aus. Weitere Anzeichen von Hormonausfällen treten oft erst Jahre später auf. Dieses Krankheitsbild wird als Sheehan-Syndrom bezeichnet. Es ist relativ selten; im Jahr 1965 erkrankte eine von 10.000 Gebärenden. Vermutlich sind heute noch weniger Frauen davon betroffen, weil die Geburtshilfe deutliche Fortschritte gemacht hat.

Quellen

  • Leidenberger, F. A., Strowitzki, T., Ortmann O. (Hrsg.), Klinische Endokrinologie für Frauenärzte. Heidelberg 2014;
  • Sonntag B., Zyklusstörungen. Der Gynäkologe 5 · 2016;
  • Anthuber S., Deppe C., Menstruationsprobleme bei Jugendlichen. Gynäkologe 2015 · 48:278–284; Harbeck B., Brabant G., Infertilität. Interaktion zwischen Schilddrüse und Gonaden. Gynäkologische Endokrinologie 2012 · 10:26–30

Hypophysentumore /-adenome

Ein Adenom, das ist eine gutartige Geschwulst des Drüsengewebes, kann eine teilweise Hypophyseninsuffizienz verursachen. Adenome der Hypophyse entstehen im Hypophysenvorderlappen. Ob ein Adenom Hormone produziert, hängt vom Typ der Zelle ab, von dem das Adenom ausgeht. Prolaktin-produzierende Adenome (Prolaktinome) erzeugen einen Überschuss an Prolaktin im Blutkreislauf (Hyperprolaktinämie), der die Produktion der Gonadotropine (FSH, LH) im Hypophysenvorderlappen unterdrückt. Wachstomshormon-produzierende Adenome rufen bei Erwachsenen Akromegalie hervor, ACTH-produzierende Adenome das Cushing-Syndrom.

Drückt ein Adenom des Hypophysenvorderlappens auf den Hypophysenstiel, ist die Speicherfunktion des Hypophysenhinterlappens für das Antidiuretische Hormon (ADH) gestört. In der Folge stellt sich ein Mangel an diesem Hormon ein. Da ADH in der Niere die Rückresorption von Natrium-Ionen und Wasser aus dem Harn regelt, bedeutet ein ADH-Mangel, dass übermäßig viel Harn ausgeschieden wird (Diabetes insipidus).

Hypophysentumoren in der Schwangerschaft

Üben Tumoren des Hypophysenvorderlappens Druck auf den Hypophysenstiel aus, entsteht ein ADH-Mangel. Dadurch ist die Harnkonzentrierung in der Niere gestört und es tritt das Krankheitsbild der Schwangerschaftsdiabetes auf.

Quellen

Hyperprolaktinämie

Eine Hyperprolaktinämie zeichnet sich durch erhöhte Prolaktinwerte aus. Sowohl natürliche Reaktionen des Hormonsystems, als auch die Einnahme bestimmter Medikamente oder Erkrankungen der Hypophyse können Ursachen für hohe Blutspiegel des Prolaktins sein. In etwa 5% der Fälle von Hyperprolaktinämie sind die Gründe für die Entstehung unklar.

  • Natürliche Reaktionen des Hormonsystems
    Im Allgemeinen schüttet die Hypophyse während des Schlafs und im Verlauf der Schwangerschaft größere Mengen des Hormons Prolaktin aus. Aber auch die Stimulation der Brustwarzen durch Stillen oder allgemein, psychischer und physiologischer Stress sowie übermäßiges körperliches Training sind natürliche Auslöser für eine höhere Prolaktinkonzentration im Blut.
  • Prolaktinom
    Bestimmte gutartige Tumoren des Hypophysenvorderlappens (Prolaktinome) produzieren unkontrolliert Prolaktin und schütten größere Mengen dieses Hormons in das Blut aus. Prolaktin hemmt die Ausschüttung des GnRH aus dem Hypothalamus, wodurch die Produktion von FSH und LH im Hypophysenvorderlappen gestört wird (Hypophysenvorderlappeninsuffizienz). Die Funktionsstörung der Hypophyse wirkt sich auf die Eierstöcke aus, die Eizellreifung wird gestört, der Eisprung bleibt aus und die Hormonproduktion des Gelbkörpers ist beeinträchtigt. Über 30% der Patientinnen mit erhöhtem Prolaktinspiegel sind - ohne Behandlung - unfruchtbar und haben keine Regelblutung (Amenorrhö). Eine länger andauernde Amenorrhö in Folge niedriger Östrogenspiegel kann eine Osteoporose zur Folge haben. Auf Grund des hohen Prolaktinspiegels sondert die Brustwarze ein milchiges Sekret ab (Galaktorrhö). Ein großes Hypophysenadenom kann den Sehnerv schädigen.
  • Schilddrüsenunterfunktion
    Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann auch auf eine bestimmte Form der Schilddrüsenunterfunktion zurückgehen, bei der die Konzentration des Thyreotropin-Releasinghormons (TRH) im Blut erhöht ist. Das TRH wirkt auf den Hypophysenvorderlappen und regt die Produktion des Schilddrüsenhormons Thyreotropin an. In erhöhter Konzentration kann das TRH aber auch die Ausschüttung des Prolaktins im Hypophysenvorderlappen anregen. In der Folge steigt die Konzentration im Blut an.
  • Einnahme bestimmter Medikamente
    Eine große Anzahl an Arzneimitteln, die das zentrale Nervensystem und das Hormonsystem beeinflusst, kann zu einer vermehrten Bildung von Prolaktin führen:
    • hormonelle Kontrazeptiva mit einem sehr hohen Anteil an Östrogenen
    • Magensäurehemmer (H2-Rezeptoren-Blocker)
    • Blutdruck-senkende Präparate
    • Antidepressiva
    • Dopamin-Antagonisten (Neuroleptika, z. B. Thioxanthene, Butyrophenone, Phenothiazine)
  • Andere Ursachen
    Brustvergrößerung, Brustverkleinerung, Lungenkrebs, chronische Stimulation der Brustwarzen, Cushing-Syndrom, Nierenzellerkrankungen, Schwangerschaft.

Hyperprolaktinämie (Prolaktinzunahme) in der Schwangerschaft

Auf die Prolaktinkonzentration im Blut haben verschiedene Hormone Einfluss. Beispielsweise bewirkt das Hormon Östrogen, dass die Konzentration von Prolaktin im Blut ansteigt. Da die Plazenta während einer Schwangerschaft Östrogen in ständig steigender Menge freisetzt, nimmt auch der Prolaktinspiegel ständig zu.

Im Verlauf der Schwangerschaft produziert die Plazenta zunehmend mehr Östrogen, das sich auf die Prolaktin bildenden Zellen des Hypophysenvorderlappen auswirkt. Sie werden größer (Hypertrophie) und ihre Anzahl nimmt zu (Hyperplasie). Dadurch wird mehr Prolaktin hergestellt und in das Blut abgegeben. Mit fortschreitender Schwangerschaft erhöht sich deshalb der Prolaktinspiegel - bis um das 20fache bis zum Geburtstermin. Nach der Geburt fördert das Prolaktin die Milchproduktion (Laktation) und unterdrückt den Eisprung. Die anregende Wirkung auf die Milchproduktion der Brustdrüse wird während der Schwangerschaft durch die großen Östrogenmengen, welche die Plazenta bildet, unterdrückt.

Prolaktinom in der Schwangerschaft

Tritt während der medikamentösen Behandlung eines Prolaktinoms mit einem Dopaminagonisten eine Schwangerschaft auf, wird der Gynäkologe gemeinsam mit dem behandelnden Arzt abwägen, ob das Medikament abgesetzt werden kann. Da der Mutterkuchen (Plazenta) im Verlauf der Schwangerschaft große Östrogenmengen ausschüttet, können vorhandene Prolaktinome zwar zum Wachstum angeregt werden, jedoch wächst das Adenom lediglich in 2% der Fälle weiter. Treten Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Brustbeschwerden auf, sollte die Größe des Prolaktinoms durch eine Magnetresonanztomografie (MRT) kontrolliert werden. Außerdem empfiehlt sich eine regelmäßige Gesichtsfelduntersuchung beim Augenarzt. Die Geburt kann in der Regel um den errechneten Termin erfolgen.

Bei einem sehr großen Prolaktinom (Makroprolaktinom) wird die Behandlung mit dem Dopaminagonisten während der Schwangerschaft in der Regel weitergeführt, weil das Risiko, dass das Prolaktinom beim Aussetzen der Therapie weiterwächst, bei einem Makroprolaktinom bei 23% liegt. In Einzelfällen kann es erforderlich sein, die Geburt vorzeitig einzuleiten.

Quellen

  • Rabe T. et al., Prolaktin und Hyperprolaktinämie - Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) e.V., Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie 2013; 10 (2): 101-128;
  • Sonntag B., Zyklusstörungen. Der Gynäkologe 5 · 2016

Galaktorrhö

Ein spontaner Milchfluss (Laktation) kann normalerweise während der Schwangerschaft oder zwischen den Stillzeiten auftreten. Erfolgt der Milchfluss ohne Zusammenhang mit einer Schwangerschaft, liegen möglicherweise Erkrankungen des Hypothalamus, der Hypohyse (Adenome, Akromegalie), der Eierstöcke oder der Nebennierenrinde vor. Dann findet auch mal keine Regelblutung statt (Amenorrhö).

Hirsutismus

Ein vermehrter und verstärkter Haarwuchs im Gesicht und am Körper von Frauen mit Ausbildung eines männlichen Behaarungstyps wird als Hirsutismus bezeichnet. Mögliche Ursachen sind eine Hyperprolaktinämie, das polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom), ein Östrogenmangel wie in den Wechseljahren mit einem relativen Übergewicht von Androgenen oder eine vermehrte Produktion von Adrogenen in den Eierstöcken und/oder der Nebennierenrinde; ausgelöst wird der Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen entweder dadurch, dass sich die Zellen (Hyperplasie) vergrößern oder durch einen Tumor.

Hirsutismus ist eines von mehreren Anzeichen, die bei einer Vermännlichung der Frau auftreten können. Beim androgenitalen Syndrom kann der Hirutismus von Amenorrhö, Unfruchtbarkeit, Verkleinerung der Brüste, Verkleinerung der inneren Geschlechtsorgane, Größenzunahme der Klitoris, tiefer werdende Stimme und Akne begleitet sein. Auch verschiedene Medikamente wie Anabolika und Androgene können Hirsutismus auslösen.

Quellen

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Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Christian Albring

Letzte Bearbeitung: 19.06.2018

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