22.09.2014
Grippe-Impfung in Schwangerschaft für Mutter und Baby sinnvoll und sicher
Schwangere, die sich während der Influenza-Saison - von Dezember bis April - in der Schwangerschaft befinden, sollten sich gegen Grippe impfen lassen.
Schwangere, die sich während der Influenza-Saison - von Dezember bis April - in der Schwangerschaft befinden, sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Sie haben ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt sowie eine höhere Rate an Komplikationen (z.B. Lungenentzündung), wenn sie an Influenza erkranken. Da es sich bei den in Deutschland zugelassenen Influenzaimpfstoffen für Erwachsene um Totimpfstoffe handelt, ist eine Impfung grundsätzlich in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich. „Die Sicherheit der Impfstoffe wurde sowohl für Schwangere als auch für Ungeborene bestätigt. Es wurde keine erhöhte Zahl von schweren Reaktionen auf Grund einer Impfung festgestellt. Auch war weder die Anzahl der Frühgeburten oder Kaiserschnitte erhöht, noch gab es Unterschiede im Gesundheitszustand der Säuglinge nach der Geburt", berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „Es werden für Schwangere auch Impfstoffe ohne Wirkverstärker angeboten und es gibt darüber hinaus Impfstoffe ohne Konservierungsmittel und Antibiotika. Bisher gibt es zu keinem Grippeimpfstoff Hinweise auf eine Schädigung des Ungeborenen nach Anwendung in der Schwangerschaft - sie gelten als verträglich und sicher."
Neugeborene profitieren von Impfung
Ein weiterer positiver Aspekt einer Immunisierung gegen Influenza während der Schwangerschaft ist, dass die Neugeborenen von der Impfung ihrer Mütter profitieren. Die Mutter gibt über die Plazenta Antikörper an das Kind weiter, die dem Neugeborenen in den ersten Monaten nach der Geburt einen gewissen Schutz verleihen. „Influenzaimpfstoffe sind für Kinder unter sechs Monaten noch nicht zugelassen. Neugeborene durch die mütterlichen Antikörper vor einer Infektion zu schützen ist daher ein weiterer wichtiger Aspekt der Grippeimpfung bei Schwangeren", betont der niedergelassene Gynäkologe. „Leider zeigen jüngste Untersuchungen, dass in Deutschland die Grippe-Impfung von Schwangeren nicht gut angenommen wird. Als zentrale Gründe hierfür werden mangelndes Vertrauen in diese Präventionsmaßnahme genannt sowie fatalerweise die Annahme, dass der Erhalt der Impfung nicht notwendig sei. Gut dokumentierte Untersuchungen belegen hingegen die Wirksamkeit und Wichtigkeit der Grippe-Impfung bei Schwangeren deutlich."
Einmalig Impfung in Grippe-Saison ausreichend
Für gesunde Schwangere empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. „Wenn bei Schwangeren Frauen durch chronische Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für Grippekomplikationen vorliegt, kann auch schon im 1. Schwangerschaftsdrittel geimpft werden", ergänzt Dr. Albring. Eine Impfung ist auch während der Stillzeit sinnvoll und erfordert keine Stillpause. Für die jährliche Grippe-Impfung ist eine einmalige Injektion des saisonalen Impfstoffs ausreichend. Der Impfschutz ist in der Regel bereits 7 bis 14 Tage nach der Impfung voll ausgeprägt und 6 bis 12 Monate wirksam. Die Kosten für die Impfung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Quelle: Robert Koch-Institut (RKI)
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