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07.04.2009 Unerfüllter Kinderwunsch - Vielleicht ist die Schilddrüse die Ursache?
Auch während der Schwangerschaft können Störungen der Schilddrüsenfunktion die Gesundheit des Babys gefährden, da ohne genügend Schilddrüsenhormone eine normale kindliche Entwicklung nicht gewährleistet ist. In den ersten Schwangerschaftswochen ist das Kind vollständig auf die Hormone der Mutter angewiesen, weswegen eine ausreichende Jod-Versorgung bei werdenden Müttern besonders wichtig ist. Die mütterliche Schilddrüse muss bis zu 50 Prozent mehr Hormone bilden. Bei Jodmangel kommt es zu einer Kropfbildung, einer Vergrößerung des Organs, um die Defizite wieder auszugleichen. Weil viele Schwangere heute Jodtabletten einnehmen, kommt es nur noch selten zu einem Kropf in der Schwangerschaft. Unterfunktion der Schilddrüse kann erfolgreiche Schwangerschaft verhindern Ein häufiger Grund für eine Fehlfunktion der Schilddrüse ist die sogenannte Thyreoiditis, eine durch das Immunsystem ausgelöste Entzündung der Schilddrüse. Dabei bildet das Immunsystem sogenannte Autoantikörper, welche Zellen der Schilddrüse angreifen und zerstören können. Laut Professor Roland Gärtner von der Universität München, hat jede sechste Frau eine Veranlagung für diese Autoimmunthyreoiditis - bei bis zu zehn Prozent kommt es tatsächlich zur Bildung von Autoantikörpern. Die jungen Frauen bemerken die Erkrankung zunächst meist nicht, da die Schilddrüsenunterfunktion nur schwach ausgeprägt ist. Für die Versorgung der Mutter sind genügend Hormone vorhanden. Bei einer Schwangerschaft kann sich die Unterfunktion dann jedoch bemerkbar machen und unter Umständen eine Fehlgeburt zur Folge haben. Nach Ansicht von Professor Gärtner enden 30 Prozent aller Schwangerschaften dann in einer Fehlgeburt. Meist gehe das Kind sehr früh verloren, so dass ein Drittel der Frauen gar nicht bemerkt, schwanger gewesen zu sein. Frauen mit Autoimmunthyreoiditis haben ein deutlich erhöhtes Fehlgeburtrisiko: Bei nicht erfülltem Kinderwunsch sollte deshalb immer untersucht werden, ob eine Autoimmunthyreoiditis oder eine andere Störung der Schilddrüsenfunktion vorliegt. Fallen die Tests positiv aus, kann eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen eine Schwangerschaft ermöglichen. Aber auch eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen ist in Schwangerschaft problematisch Bei diesen Frauen muss die Überproduktion an Hormonen in der Schwangerschaft vermindert werden, weil das Kind dadurch ernsten Schaden nehmen kann. Oft liegt eine Überproduktion während der ersten Schwangerschaftswochen vor, da in diesem Zeitraum das Hormon HCG verstärkt von der Plazenta gebildet wird. Es steigert natürlicherweise bei der Mutter die Produktion der Schilddrüsenhormone. Dabei kann es vorkommen, dass zuviel Schilddrüsenhormon gebildet wird, besonders dann der Mutterkuchen doppelt vorhanden ist, weil die Frau Zwillinge bekommt. Weil die Hormonproduktion im Verlauf der Schwangerschaft meist wieder abfällt, muss die Therapie durch regelmäßige Bestimmung der Hormonwerte überprüft und angepasst werden. Weil auch nach der Entbindung Störungen der Schilddrüse eintreten können - etwa die sogenannte Postpartum-Thyreoiditis - sollten nach Ansicht des Experten Frauen mit Schilddrüsenproblemen noch für die Dauer eines Jahres medizinisch betreut werden. Quelle: DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2009) Weitere Meldungen zum Thema:
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