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Magersucht

Auswirkungen


Magersüchtige versorgen ihren Körper nicht nur mit zu wenig Energie, sie führen ihm auch zu wenig der lebensnotwendigen Nahrungsbestandteile zu (z. B. Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Fettsäuren etc.). Dadurch wird unter anderem ihr Immunsystem geschwächt und ihr Hormonhaushalt gestört. Vor der Pubertät verzögert die Magersucht die körperliche Entwicklung und das Wachstum. Bei starkem Untergewicht bleibt schließlich die Menstruation aus. Bei einem ausgeprägten Mineralstoffmangel (z. B. Kalziummangel, Eisenmangel fallen die Haare aus, die Haut wird schuppig und schließlich weichen die Knochen auf (Osteoporose). Ist die Eiweißzufuhr von außen zu knapp, baut der Körper wichtige Körpereiweiße aus den Muskeln ab (Muskelschwund). Wird dabei der Herzmuskel angegriffen, kommt es zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen. Durch die fehlenden Ballaststoffe ist die Verdauung von Magersüchtigen gestört, häufig leiden sie unter starker Verstopfung (Obstipation). Mit der Zeit treten bei starkem Untergewicht Probleme wie eine niedrige Körpertemperatur (Hypothermie), ein verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), ein niedriger Blutdruck (Hypotension) und Wassereinlagerungen (Ödeme) auf. Es kann außerdem zu Leber- und Nierenversagen führen.

Aber auch psychisch verändern sich Magersüchtige: Durch das allgegenwärtige Thema Abnehmen isolieren sie sich. Sie meiden die Gesellschaft beim Essen und fangen an, bezüglich ihrer Essgewohnheiten zu lügen. Ihre gestörte Körperwahrnehmung lässt sie immer mehr zum Außenseiter werden. Appelle an ihre Vernunft seitens der Familie oder durch Freunde treiben sie noch mehr in die Sucht hinein. Sie werden oftmals depressiv und denken häufig an Selbstmord.

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