Frauenärzte im Netz


Körperliche Veränderungen

Die Veränderungen im Einzelnen


Geschlechtsorgane

Eine Folge der nachlassenden Östrogenproduktion ist die Verkleinerung der Gebärmutter. Die Gebärmutterschleimhaut wird dünner, die Wände der Blutgefäße brüchiger. Manchmal macht sich das durch leichte Zwischenblutungen bemerkbar, die Sie von Ihrem Frauenarzt vorsichtshalber abklären lassen sollten.

Die Schleimhaut der Scheide wird schlechter durchblutet und da auch die Drüsen im Gebärmutterhals weniger Schleim produzieren, wird die Scheide trockener, empfindlicher und kann leichter verletzt werden. Das macht sich insbesondere beim Geschlechtsverkehr negativ bemerkbar, da nicht mehr genügend Gleitflüssigkeit gebildet wird. Falls Sie Probleme mit der so genannten Lubrikation haben, können Sie beispielsweise unterstützende Gleitmittel auf Wasserbasis in jeder Apotheke erwerben. Scheuen Sie sich nicht, das Problem auch mit Ihrem Frauenarzt zu besprechen. Er kann mit Ihnen zusammen entscheiden, ob für Sie östrogenhaltige Scheidenzäpfchen oder Cremes oder eine Hormonersatztherapie sinnvoll sind.

Das Drüsengewebe der Brust bildet sich zurück. Fett- und Bindegewebe dominieren und führen zu einer Erschlaffung und Verkleinerung der Brüste.


Harnblase und Beckenboden

Die Schleimhäute der Blase und Harnwege werden durch den Östrogenmangel ebenfalls schlechter durchblutet. Die Beckenbodenmuskulatur erschlafft altersbedingt. Dadurch können Entzündungen der Harnwege sowie vermehrter Harndrang oder Inkontinenz, d. h. Urin wird ohne Kontrollmöglichkeit verloren, hervorgerufen werden.

Was kann ich tun?
Wenn Sie merken, dass sich Ihre Harnausscheidung verändert, sollten Sie von Ihrem Frauenarzt abklären lassen, was die Ursache ist - vielleicht ein Hormonmangel oder beispielsweise eine Gebärmuttersenkung - und eine geeignete Therapie beginnen. Vor Ihrem Arztbesuch ist es hilfreich, wenn Sie eine Art Tagebuch führen (Miktionstagebuch) . Vermerken Sie Menge und Häufigkeit Ihrer Toilettengänge, ebenso wie die Situationen, in denen Sie Ihre Blase nicht kontrollieren konnten. Bei schwacher Beckenbodenmuskulatur ist spezielle Gymnastik  unterstützend. Auch hier kann Ihr Frauenarzt Ihnen helfen, die richtigen Übungen zu finden.

Hormonhaltige Vaginalcreme oder Vaginalzäpfchen können sehr viele Beschwerden mindern oder sogar beheben. Sprechen Sie Ihren Frauenarzt gegebenenfalls darauf an.

Haut und Haare

Die Haut wird dünner, trockener und weniger elastisch, da sie nicht mehr so viel Wasser speichern kann. Nicht selten ist die Haut am Körper rot und juckt. Außerdem entstehen die bekannten Altersflecken durch verstärkte Pigmenteinlagerung. Schließlich lässt die Fähigkeit zur Wundheilung nach.

Das Kopfhaar wird ebenfalls dünner und geht leichter aus. Im Gegenzug ist ein „Damenbart" nicht selten. Daran ist das Überwiegen der männlichen Hormone (z. B. Testosteron) schuld.

Was kann ich tun?
Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann sich bei derartigen östrogenmangelbedingten Haut- und Haarproblemen günstig auswirken. Eine HRT mit zusätzlicher antiandrogener Wirkung zeigt positive Effekte für besondere Probleme der Haut und der Haare. Lassen Sie sich diesbezüglich von Ihrem Frauenarzt beraten.

Achten Sie generell auf eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Haut straffer aussehen kann. 1,5 bis 2 Liter pro Tag sollten es sein, wenn nicht eine Herz- oder Nierenkrankheit dagegen spricht. Am besten eignen sich (Leitungs-) Wasser, ungesüßte Säfte bzw. Tee. Und auch Sonnenbaden sollten Sie nur in Maßen, geschützt mit einem hohen Lichtschutzfaktor.
Schleimhäute von Mund, Nase und Augen

Wie die Schleimhaut der Scheide werden auch andere Schleimhäute schlechter durchblutet und trockener. Die verminderte Produktion der Tränendrüsen kann gerötete Augen und Bindehautentzündungen nach sich ziehen. Solche Beschwerden können mit Tränenersatzflüssigkeiten gelindert werden - fragen Sie hierzu Ihren Arzt. 

Knochen, Gelenke und Muskeln

In und nach den Wechseljahren nimmt die Knochenmasse ab. Ist der Verlust stark ausgeprägt, spricht man von einer Osteoporose.

Außerdem schädigt der Östrogenmangel die Gelenkknorpel und kann insbesondere an den Knien und Hüften heftige Schmerzen verursachen.

Letztlich nimmt auch die Muskelmasse, beginnend bereits mit dem 35. Lebensjahr, ab. Das macht sich durch Schmerzen in allen Gliedern, vor allem durch immer wiederkehrende Rückenschmerzen bemerkbar.

Was kann ich tun?
Selbst wenn der Stress im Beruf und Haushalt bislang wenig Zeit für ausreichende Bewegung gelassen hat, ist es für sportliche Aktivitäten nie zu spät. Sport fördert die Durchblutung, beugt einer Veränderung der Blutfette und der Gewichtszunahme vor. Auf Dauer kann auch der Blutdruck gesenkt werden. Wichtig ist, dass Sport regelmäßig betrieben wird, nicht überfordert und die Gelenke schont. Hierfür eignen sich besonders: (Nordic) Walking, Schwimmen, Aqua-Gymnastik, Radfahren oder betreutes Training in einem Fitness-Studio.

Eine Hormonersatztherapie schützt vor Osteoporose. Die Östrogene hemmen die Osteoklastenaktivität und damit den Knochenabbau und stimulieren gleichzeitig die Osteoblasten, die für den Knochenaufbau zuständig sind. Gleichzeitig können Muskel- und Gelenkbeschwerden gelindert werden. Zur Osteoporose-Prophylaxe können ergänzend Kalzium und Vitamin-D-Präparate angezeigt sein.

Wichtig ist auch die Vermeidung von Haushaltsunfällen. Beseitigen Sie mögliche Stolperfallen, z. B. lose Teppiche, in den Durchgangsbereichen Ihrer Wohnung. Stellen Sie sich eine Haushaltsleiter griffbereit, damit Sie nicht verleitet werden einen wackeligen Stuhl oder Tritt zu benutzen.

Gewichtszunahme

Viele Frauen klagen über eine Gewichtszunahme während der Wechseljahre. Hierbei muss allerdings mit einem Vorurteil aufgeräumt werden, denn die Gewichtszunahme ist weniger durch die hormonelle Umstellung, sondern mehr auf den altersbedingten sinkenden Grundumsatz zurückzuführen. Da der Energieumsatz überwiegend in den Muskeln stattfindet, die Muskelmasse aber im Alter abnimmt, verbraucht der Körper auch weniger Energie. Gleichbleibende Ernährungsgewohnheiten und zunehmender Bewegungsmangel führen dann zu einem höheren Körpergewicht. Will man herausfinden, wie es um das eigene Gewicht steht, ist der so genannte Body-Mass-Index (BMI) aussagekräftiger als das Gewicht. Er errechnet sich nach folgender Formel:
Gewicht (kg)/Größe (m)2 (BMI Rechner)

Mit dem Ergebnis unterscheidet man vier Gewichtskategorien:

  • 1. BMI unter 19 = untergewichtig
  • 2. BMI 19 bis 24,9 = normalgewichtig
  • 3. BMI 25 bis 29,9 = übergewichtig
  • 4. BMI ab 30 = stark übergewichtig

Was kann ich tun?
Bereits ab dem 40. Lebensjahr nimmt man in der Regel schneller zu als früher. Auch wenn es schwer fällt, hilft hier nur die Reduzierung der Kalorienzufuhr oder die regelmäßige sportliche Betätigung zum Muskelaufbau. Um Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose vorzubeugen, ist zusätzlich eine ausgewogene Ernährung erforderlich. Gemüse und Vollkornprodukte sollten hierbei die Basis darstellen. Vorwiegend pflanzliche Öle finden in der Küche Anwendung. Obst, fettarmes Fleisch, Fisch und Milchprodukte runden den Speiseplan ab.

Außerdem sind Sport und Bewegung sehr wichtig.

Weitere Informationen zu den Themen Ernährung und Bewegung finden Sie in der Rubrik „Gesund leben".

Fettverteilung

Nicht nur der schon angesprochene Damenbart oder der Haarausfall zeigen deutlich den Überschuss an männlichen Hormonen. Auch das Fettverteilungsmuster wird bei vielen Frauen männlich.

Während die typischen weiblichen Rundungen bevorzugt an Hüfte und Po (der so genannte „Birnentyp") zu finden sind, können die männlichen Hormone (Androgene) zu Fettpolstern im Bauchbereich führen („Apfeltyp"). Dort sehen sie nicht nur unschön aus, sie können auch verschiedene Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit verursachen. Das liegt daran, dass durch die Pfortader, eine große Vene, die das nährstoffreiche Blut unter anderem aus dem Magen, Dünndarm, der Bauchspeicheldrüse und der Milz sammelt, aggressive, lange Fettsäuren direkt „vom Bauch in die Leber" transportiert werden. Dort angekommen, lösen sie beispielsweise Zucker- und Fettstoffwechselstörungen aus, was in der Folge die Gefäße verengen kann.

Fettsäuren, die aus dem Oberschenkel- und Pogewebe bei Frauen mobilisiert werden, durchlaufen über Venen erst den ganzen Körper, verteilen sich dabei, und gelangen dann in die Leber. Doch nach den Wechseljahren ändert sich das Bild: ab diesem Zeitpunkt wird durch die nachlassende Östrogenproduktion und das Überwiegen der androgenen Effekte auch bei Frauen vermehrt Fettgewebe am Bauch eingelagert, wodurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich ansteigt. Die Gefährdung für eine derartige Erkrankung ist dem Bauchumfang direkt proportional. Die Menge an Fettgewebe in der Bauchhöhle, die für die Risikokalkulation von großer Bedeutung scheint, kann über den Bauchumfang sozusagen „gemessen" werden. Viel Fett im Bauchraum geht mit erhöhten Werten an freien Fettsäuren, Blutzucker und einer verringerten Insulin-Empfindlichkeit einher. Bei einer Studie, welche diesen Zusammenhang untersucht hat, wurde festgestellt, dass Frauen mit einem Bauchumfang von 97 cm an Bluthochdruck litten, während Frauen mit einem Bauchumfang von 85 cm eher nicht von erhöhtem Blutdruck betroffen waren.

Herz- und Kreislauf-System

Auf Grund des Östrogenmangels und der negativen Veränderungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels verengen und verkalken die arteriellen Blutgefäße. Dadurch können Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigt werden.

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