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Hepatitis

Besonderheiten bei Schwangeren


Normalerweise kann die Leber ihre Arbeit während einer Schwangerschaft trotz der erhöhten Anforderung gut bewältigen. So birgt eine Schwangerschaft weder ein erhöhtes Risiko einer Hepatitis-Erkrankung noch werden Verlauf und Heilungschancen durch eine Schwangerschaft negativ beeinflusst. Bei 10 von 1000 Schwangerschaften werden Virus-Hepatitiden festgestellt, 50% entfallen dabei auf Hepatitis B.

Eine Hepatitis in der Schwangerschaft ist dennoch sehr ernst zu nehmen, da sich eine Infektion der Mutter auf das Kind auswirken kann. Auf den gesamten Zeitraum einer Schwangerschaft gesehen, beträgt die Frühgeburtenrate etwa 16%. Tritt die Infektion erst in der späten Phase der Schwangerschaft auf, erhöht sich die Frühgeburtenrate sogar auf 29% bei gleichzeitiger Totgeburtenrate von 10%.

Ein Zusammenhang zwischen Fehlbildungen bei Neugeborenen und einer Hepatitis-Infektion konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Eine Immunisierung gegen die Virentypen A und B während der Schwangerschaft ist grundsätzlich anzuraten, sofern Kontakt mit Infizierten bestand.

Risiko bei Hepatitis A

Im Mutterleib ist eine Übertragung des Virus auf das Ungeborene möglich. Bei der Geburt waren die Kinder aber nach bisherigen Erkenntnissen unauffällig. Eine Schädigung der Schwangerschaft ist nicht bekannt, kann aber nicht sicher ausgeschlossen werden.

Risiko bei Hepatitis B

Infektionen der Schwangeren während der Schwangerschaft können in seltenen Fällen auch das Ungeborene befallen, Schädigung des Kindes sind aber bislang nicht aufgetreten und auch nicht zu erwarten. Meistens findet eine Infektion des Kindes unter der Geburt oder danach statt. Bei fast allen infizierten Neugeborenen und Kindern bis zu 1 Jahr kommt es zu einem chronischen Verlauf der Hepatitis B. Zur Vermeidung einer solchen Infektion ist ein entsprechender Test, ein so genanntes Screening (Nachweis von HBs-Antigen), seit 1993 verbindlicher Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge.

Liegt eine Infektion der Mutter vor, wird möglichst innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt mit der Immunisierung des Säuglings durch Impfungen (passiv-aktive Immunisierung) begonnen. Das Risiko einer Infektion des Neugeborenen kann dann weitestgehend verhindert werden. Auch muss auf das Stillen dann nicht verzichtet werden.
Eine medikamentöse Therapie der Mutter ist während der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen erforderlich.

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