Brustkrebs
Stadieneinteilung & Prognose
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die den Verlauf einer Brustkrebserkrankung beeinflussen. Durch das Bestimmen dieser Faktoren können das Metastasierungsrisiko und auch das Risiko, nach erfolgter Behandlung einen Rückfall (Rezidiv) zu erleiden, abgeschätzt werden. Diese so genannten Prognosefaktoren nehmen Bezug auf die Lebensphase der Patientin, (Alter, Menopausestatus), das Tumorstadium, den Entartungsgrad der Zellen und charakteristische Eigenschaften des Tumors. Sie hängen dadurch eng mit dem weiteren Krankheitsverlauf zusammen.
Folgende prognostischen Faktoren spielen eine Rolle:
Der Einfluss der Tumorgröße auf das Gesamtüberleben ist seit einiger Zeit bekannt. Mit zunehmender Tumorgröße steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Lymphknoten in der Achsel befallen sind, und dass Metastasen in anderen Organen auftreten.
Die Ausbreitung von Brustkrebs wird mittels „staging" nach der so genannten TNM-Klassifikation beurteilt. Sie ist das Ergebnis einer feingeweblichen (histologischen) Untersuchung, der so genannten Biopsie.
Das Stadium einer Krebserkrankung wird anhand der folgenden drei Kriterien charakterisiert:
- die Größe und Ausdehnung des Tumors (T1-4),
- die Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten (engl. Nodes, N0-3) und
- die Abwesenheit oder das Vorhandensein von Metastasen (M0 oder M1).
Zum Beispiel haben kleine Tumoren (T1) ohne Lymphknotenbefall (N0) und ohne Tochtergeschwülste (M0) eine wesentlich günstigere Prognose als späte Stadien. Sie fallen noch unter die so genannten Frühstadien.
Eine andere, oft verwendete Aufteilung erfolgt nach den Stadien 0 bis IV.
Der anatomische Quadrant der Brust
Zusätzlich zur TNM-Klassifizierung wird meist der anatomische Quadrant der Brust angegeben, um den genauen Ort einer Veränderung der Brustdrüse festzulegen. Hierzu unterteilt man die Brust schematisch in vier Quadranten (man denke sich ein Kreuz, mit einer senkrechten und einer waagrechten Linie durch die Brustwarze). Die dadurch entstehenden vier Quadranten werden nach ihrer Lage bezeichnet, wie z. B. oben/außen oder unten/innen. Eine noch exaktere Bezeichnung kann durch eine Einteilung nach den zwölf Zeigerrichtungen der Uhr erfolgen. Bei zwölf Uhr heißt also genau auf der Zeigerrichtung nach oben, bei sechs Uhr nach unten.
Bei einer mikroskopischen Untersuchung von Tumorzellen, kann neben der Tumorart auch die Aggressivität und Wachstumsgeschwindigkeit eines Tumors - und damit dessen Prognose - abgeschätzt werden. Beim so genannten „grading" werden die Tumoren, nach dem Ausmaß ihrer Veränderung von der Ursprungszelle, in vier Grade eingeteilt:
- G1-Tumoren: ihrem Ursprungsgewebe sehr ähnlich, noch gut differenziert, wachsen langsam und wenig aggressiv.
- G2-Tumoren: mäßig differenziert
- G3-Tumoren: schlecht differenziert
- G4-Tumoren: undifferenziert, kaum noch als Ursprungszelle zu erkennen, wachsen schnell und neigen dazu, aggressiv in benachbartes Gewebe einzuwachsen.
Es gibt bestimmte Eigenschaften von Krebszellen, die deren Wachstum bestimmen und die sich bei den einzelnen Krebserkrankungen von Patientin zu Patientin unterscheiden. Bei manchen Tumoren wird das Wachstum durch weibliche Hormone gefördert, da diese Krebszellen bestimmte Empfängermoleküle, so genannte Östrogenrezeptoren auf ihrer Oberfläche haben. Andere Tumoren besitzen die so genannten HER2-Rezeptoren auf ihren Zellen, deren Dichte einen entscheidenden Einfluss auf Tumorwachstum und Ausbreitung haben.
An diesen charakteristischen Eigenschaften von Tumorzellen - die sich im Labor mit Hilfe von Tests ermitteln lassen - orientiert sich die Therapie der Patientin. Diese so genannten prädiktiven Faktoren spielen bei der Wahl der richtigen Behandlung eine große Rolle, sie sagen das Ansprechen auf eine bestimmte Therapie (z. B. Antiöstrogene, Antikörper wie Trastuzumab) voraus und geben somit auch Auskunft über die Prognose.
Das Alter der Patientin bei Diagnosestellung ist ein Prognosefaktor, da es im Zusammenhang mit dem Krankheitsverlauf steht. Insgesamt treten bei Frauen unter 35 Jahren häufiger Rückfälle (Rezidive) auf und die Prognose gilt als ungünstiger als in anderen Altersgruppen.
Es spielt insbesondere für die Therapie und damit auch für die weitere Prognose eine Rolle ob die Patientin noch ihre Monatsblutungen hat (Prämenopause) oder sich jenseits der Menopause befindet.
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