Nutzen und Risiken von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen

Chancen der Krebsfrüherkennung

Krebs kann zu einem Zeitpunkt entdeckt werden, an dem der betreffende Tumor noch klein ist und bevor er sich in andere Körperregionen ausgebreitet hat (Metastasenbildung).

Effektive Behandlungsmethoden können rechtzeitig eingeleitet werden, wodurch bei vielen Patienten die Krankheitsfolgen begrenzt werden können. In vielen Fällen ist sogar eine vollständige Heilung möglich.

Wird eine Krebserkrankung früh genug erkannt, können sanftere Behandlungsmethoden, die weniger körperlich und psychisch belastend sind angewandt werden als bei fortgeschrittenem Krebs.

Zudem können mit der jährlichen Früherkennungsuntersuchung gutartige Krebsvorstufen entdeckt und behandelt werden, so dass es gar nicht erst zu einer Krebserkrankung kommt, so z. B. am Gebärmutterhals, dem Darm und der Haut. Darin liegt das große Potential von Früherkennungsuntersuchungen.

Manche gesetzlichen Krankenkassen belohnen Versicherte, die regelmäßig an Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen, mit einem Bonus. Dabei kann es sich entweder um einen finanziellen Bonus oder um Sachprämien handeln, was von den Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt wird. Informieren Sie sich hierfür bei Ihrer Krankenkasse.

Neben dem persönlichen Nutzen, leisten die Früherkennungsuntersuchungen laut Bundesgesundheitsministerium auch einen Beitrag zur Senkung der Gesundheitsausgaben. Die Behandlungskosten für Krankheiten, die frühzeitig erkannt werden, sind in der Regel deutlich geringer, als die Aufwendungen zur Therapie und Rehabilitation eines bereits fortgeschrittenen Krankheitsstadiums.

Mögliche Nachteile von Krebsfrüherkennung

Es gibt wenige gesundheitliche Risiken, die mit der Durchführung einer Früherkennungsuntersuchung in direktem Zusammenhang stehen. Dabei handelt es sich zum Beispiel, um das Risiko einer Infektion, wenn z. B. zur Abklärung eines Befundes endoskopische Untersuchungen vorgenommen werden, oder die Belastung des Körpergewebes durch die Röntgenstrahlung (z.B. bei einer Mammografie). Die Mediziner sind aber bemüht, die Risiken so gering wie möglich zu halten, so dass der Nutzen der Untersuchungen die Nachteile überwiegt.

Untersuchungen, Testergebnis sowie Fehlalarme können Besorgnis auslösen
Manche Personen empfinden bereits die Teilnahme an einer Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen als psychisch sehr belastend. Dazu kommt die mögliche Belastung, die mit einem Verdacht oder einem positiven Test-Ergebnis verbunden ist.

Es ist auch möglich, einen „falsch-positive Befund“ zu erhalten. Das bedeutet: Manche Untersuchungen lösen einen Krebsverdacht aus, der sich nach der Abklärung des Befundes doch nicht bewahrheitet. Die psychischen und physischen Auswirkungen eines solchen „Fehlalarms“ hängen vom Einzelfall von der individuellen Betroffenheit ab. Vorteilhaft sind in dieser Situation eine schnelle weitere Abklärung und Befundung.

Wird ein Verdacht durch eine weiterführende Untersuchung nicht bestätigt, spricht man von einer Überdiagnostik. Im Mammographiescreening sollte die Überdiagnostik 3% der Anzahl der Mammographien nicht überschreiten.

Früherkennungsuntersuchungen bieten keine 100-%ige Sicherheit
Früherkennungsuntersuchungen können - wie übrigens jede andere medizinische Untersuchungsmethode auch – weder eine hundertprozentige Sicherheit mit dem Test-Ergebnis liefern, noch können sie mit hundertprozentiger Genauigkeit gesunde und erkrankte Menschen voneinander unterscheiden. So kann es vorkommen, dass ein Tumor bei einer Untersuchung nicht erkannt wird. Hierbei spricht man von einem „falsch-negativen Befund“. Dieser gibt der betreffenden Personen eine falsche Sicherheit. Möglicherweise werden nach einer kürzlich erfolgten Früherkennungsuntersuchung auftretende Beschwerden und erste Anzeichen für eine Krebserkrankung nicht wahr oder nicht ernst genug genommen.

Wenn Sie zwischen den Untersuchungsintervallen Veränderungen bemerken oder Beschwerden haben, sollten Sie nicht auf die nächste Krebsfrüherkennungsuntersuchung warten, sondern baldmöglichst Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Quellen
•    Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Krebsfrüherkennungs-Richtlinie


Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Christian Albring

Letzte Bearbeitung: 17.05.2018

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