Zytomegalie in der Schwangerschaft: Was ist Zytomegalie?

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Die Zytomegalie ist eine Infektionserkrankung, die durch das Zytomegalievirus (abgekürzt CMV) verursacht wird.

CMV gehört zu den Herpesviren. Wie alle Herpesviren verbleibt das Virus nach der Erstinfektion lebenslang im Körper und kann unter bestimmten Umständen wieder aktiviert werden (Reaktivierung). Auch eine Wiederinfektion (Reinfektion) ist möglich. Die Erstinfektion verläuft in den meisten Fällen unbemerkt. Eine klinische Bedeutung hat die CMV-Infektion vor allem in der Schwangerschaft und bei Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr, zum Beispiel nach Transplantationen, bei Tumorerkrankungen oder AIDS.

Bei Schwangeren kann das Virus auf das ungeborene Kind übertragen werden (kongenitale CMV-Infektion) und dort zu schweren Schädigungen führen. Das Risiko für eine Mutter-Kind-Übertragung ist nach Erstinfektion sehr viel höher als nach einer Reinfektion oder Reaktivierung. Die kongenitale CMV-Infektion ist die häufigste infektiöse Ursache für geistige Behinderung und nicht-erbliche Hörstörungen im Kindesalter.

Etwas mehr als die Hälfte aller Frauen im gebärfähigen Alter hat noch keine Infektion mit Zytomegalievirus durchgemacht und ist deshalb nicht vor einer Erstinfektion geschützt. Etwa eine von 100 ungeschützten Frauen infiziert sich erstmals mit CMV in der Schwangerschaft. Dieses Risiko ist unter bestimmten Umständen höher (zum Beispiel bei engem Kontakt zu Kleinkindern).

Quellen

Autor/Autoren: Enders / äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Gisela Enders / Priv.-Doz. Martin Enders

Letzte Bearbeitung: 16.07.2018

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