Syphilis: Therapie

Medikamentöse Behandlung

Treponema pallidum ist sehr empfindlich gegen das Antibiotikum Penicillin und kann daher mit allen erhältlichen Penicillinpräparaten gut behandelt werden. Die Behandlung erfolgt nach den geltenden deutschen und europäischen Richtlinien, die weitestgehend mit den amerikanischen Empfehlungen übereinstimmen (http://www.cdc.gov/mmwr/pdf/rr/rr/5106.pdf). Resistente, also gegen das Antibiotikum unempfindliche Stämme gibt es noch nicht. Die meisten Ärzte empfehlen, vorbeugend auch Sexualpartner zu untersuchen und Penicillin zu verabreichen, da eine Ansteckung durch oder eine Übertragung auf den Partner wahrscheinlich ist.

Im ersten Jahr nach der Ansteckung sollte Penicillin mindestens 2 Wochen lang, später mindestens 3 Wochen lang eingenommen werden. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es sehr wichtig, währenddessen ausreichend hohe Penicillin-Konzentrationen im Blut zu erreichen. Deshalb werden häufig Medikamente verabreicht, die Penicillin verzögert über einen langen Zeitraum freisetzen. Erwachsene Patienten erhalten täglich eine feste Penicillin-Dosis, bei Säuglingen und Kindern wird die Menge verringert. In späteren Stadien der Syphilis kann Kortison mit verabreicht werden, um die Entzündungsreaktionen zu mildern.
Zur Kontrolle wird bei einer Primären Syphilis das Blut des Patienten 3, 6, 12 und 24 Monate nach der Behandlung auf Krankheitserreger getestet. Bei einer Tertiären Syphilis wird das Blut nach 3, 6 und 12 Monaten und dann halbjährlich so lange überprüft, bis keine Erreger mehr nachweisbar sind. Bei einer Neurosyphilis muss zusätzlich die Hirn-Rückenmarksflüssigkeit untersucht werden. 

Komplikationen

Als Reaktion auf Giftstoffe, die beim Absterben der Krankheitserreger entstehen, kommt es bei jedem 2. Patienten 2 bis 8 Stunden nach Behandlungsbeginn zu grippeartigen Krankheitszeichen (Jarisch-Herxheimer-Reaktion). Darüber hinaus können sich vorhandene oder vorher nicht sichtbare Hautveränderungen verschlimmern.

Kontrolle

Nach 2-wöchiger Penicillin-Behandlung kommt es so gut wie nie zu Rückfällen. Trotzdem sollten Patienten über 2 Jahre hinweg regelmäßig untersucht werden.

Prognose

Unbehandelt heilt eine Syphilis in ungefähr jedem 2. bis 3. Fall von alleine aus. Jeder 4. Patient erleidet lebenslange körperliche Schäden durch die Erkrankung und jeder 10. stirbt daran, wenn er nicht behandelt wird.

Die Heilungsrate nach einer korrekt durchgeführten Penicillin-Behandlung im primären oder sekundären Stadium liegt bei nahezu 100%. Bei einer frühzeitigen Behandlung treten die späteren Stadien nicht auf. Insbesondere können die Schädigungen des Nervensystems verhindert werden.

Auch im tertiären Stadium führt die Behandlung mit Penicillin beinahe immer zu einer Ausheilung. Die bereits eingetretenen Organschäden sind jedoch in der Regel nicht rückgängig zu machen.

 

 

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. med. Michael Bolz

Letzte Bearbeitung: 11.12.2018

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