Schwangerschaftshochdruck / Präeklampsie: Therapie

Da die Ursachen, die zu einer Präeklampsie führen, bislang unzureichend geklärt sind, zielt die Behandlung auf die Symptome oder den Blutdruck ab. Zusätzlich zu körperlicher Schonung wird bei jeder Form der Bluthochdruckerkrankung in der Schwangerschaft empfohlen, den Blutdruck bereits milde erhöhtem Blutdruck (ab 140 zu 90 mmHg) medikamentös zu behandeln.

Liegt neben dem Bluthochdruck zudem bereits eine Präeklampsie vor oder steigt der Blutdruck auf Werte über 160 zu 110 mmHg an, wird im Regelfall empfohlen, die Behandlung umgehend im Krankenhaus fortzusetzen. Hier kann die werdende Mutter und ihr Kind am besten überwacht und bei Komplikationen sofort gehandelt werden. Manchmal ist eine weitere Blutdruckeinstellung oder die Vorbeugung von Krampfanfällen über intravenöse Medikamente notwendig. Mindestens sollte die Vorstellung in einem Krankenhaus dazu dienen, Mutter und Behandlungsteam Gelegenheit zum Kennenlernen und zum Erstellen eines gemeinsamen Behandlungsplans zu geben. Meistens kann die Schwangerschaft so zunächst weiter fortgesetzt werden. 

Je nach Schwangerschaftsalter bei Auftreten der Präeklampsie muss zwischen Verlängerung der Schwangerschaft zum Erlangen der kindlichen Reife und Risiken insbesondere für die Mutter abgewogen werden. Leidet die Schwangere an einer Präeklampsie in schwerer Ausprägung, muss die Schwangerschaft unter Umständen durch einen Kaiserschnitt beendet werden, da die Erkrankung für Mutter und Kind lebensgefährlich werden kann. Dies betrifft insbesondere das HELLP-Syndrom. Nach der 37. SSW wird in der Regel die Entbindung empfohlen, da mit Beendigung der Schwangerschaft die Symptome häufig rasch rückläufig sind. Die Heilung von der Präeklampsie ist letztlich nur durch die Geburt zu erreichen. 

Prognose & Verlauf

Glücklicherweise sind heutzutage Spätschäden bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft unter einer Präeklampsie litten, selten. Dies liegt vor allem an der frühen Erkennung und entsprechenden Behandlung der Symptome. Eine konsequente Teilnahme and den Schwangerschafts­vorsorge­untersuchungen ist daher wichtig.

Je früher ein Bluthochdruck in der Schwangerschaft auftritt, desto schwerer ist der zu erwartende Verlauf. Bei einem länger andauernden Hochdruck kann es zu Schäden an den Blutgefäßen des Mutterkuchens (Plazenta) kommen, wodurch das ungeborene Kind dann nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Daher sollte ein Bluthochdruck in der Schwangerschaft nicht unbehandelt bleiben. Wird zusätzlich zum Bluthochdruck auch eine Präeklampsie diagnostiziert, besteht die Gefahr von lebensgefährlichen Krampfanfällen, d. h. eine schwerere Verlaufsform, der Eklampsie. Die Krämpfe sind sowohl für die Mutter als auch für das Kind bedrohlich. Regelmäßige Schwangerschafts­untersuchungen und somit frühzeitige Erkennung und Therapie senken das Eklampsie-Risiko deutlich.

Wichtig: Frauen, die während der Schwangerschaft einen Bluthochdruck hatten, haben ein hohes Risiko, später im Leben an einem Bluthochdruck zu erkranken. Daher wird empfohlen, auch zukünftig den Blutdruck ärztlich kontrollieren zu lassen. Ein nach der Schwangerschaft erhöht bleibender Bluthochdruck sollte medikamentös gut eingestellt werden. 

Da eine strukturierte Nachsorge nach Präeklampsie in Deutschland nicht etabliert ist, haben Fachgesellschaften und Patientinnenverbände gemeinsam einen Nachsorgepass erstellt. Dieser dient Patientinnen und Ärztinnen und Ärzten als Orientierung. Darüber hinaus arbeitet der Bundesverband Präeklampsie und HELLP-Syndrom e.V. gemeinsam mit wissenschaftlichen Fachverbänden an einem Patientinnen­leitfaden, der Ende 2026 fertig gestellt wird.

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Ulrich Pecks

Letzte Bearbeitung: 08.07.2026