Schwangerschaftshochdruck / Präeklampsie: Vorbeugung

Besonders Frauen, die einer Risikogruppe angehören, sollten entsprechend überwacht werden. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Präeklampsie zu erkranken, erhöht sich für Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft einen erhöhten Bluthochdruck aufwiesen, Diabetikerinnen, Nierenkranke, oder wenn Mehrlinge erwartet werden. Frauen in ihrer ersten Schwangerschaft haben ein höheres Risiko, als Frauen, die bereits eine unkomplizierte Schwangerschaft erlebt haben. Auch Frauen nach künstlicher Befruchtung haben ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie.
Die Schwangerschaftsuntersuchungen sind darauf ausgerichtet, einen Schwangerschaftshochdruck und hiermit im Zusammenhang stehende Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Nehmen Sie daher die Termine bei Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt regelmäßig wahr.
Bestimmte Untersuchungen mit Ultraschall und Blutanalysen in der Frühschwangerschaft (11+0 bis 13+6 SSW) sind geeignet, eine früh (vor der 37. bzw. vor der 32. SSW) auftretende Präeklampsie mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen oder auch vorherzusagen. Sollte sich ein Risiko bestätigen, kann mit der Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS 100–150mg pro Tag) das Risiko für eine Präeklampsie verhindert werden. Auch um die 20. SSW herum gibt es solche Untersuchungsmöglichkeiten jedoch besteht keine prophylaktische Wirkung des ASS mehr, wenn die Einnahme erst so spät in der Schwangerschaft gestartet wird.
Daher wird empfohlen, über ihr individuelles Risiko mit Ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt zu sprechen und ein Präeklampsie-Screening in der Frühschwangerschaft vornehmen zu lassen. Leider ist das Präeklampsie-Screening nicht Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinie und wird möglicherweise daher nicht durch Ihre Krankenkasse bezahlt.
Durch die Überwachung entsprechender Werte (Blutdruck, Blut- und Harnwerte, Gewichtszunahme, Ödeme) kann einer entstehenden Präeklampsie rechtzeitig festgestellt und frühzeitig entgegengewirkt werden. Schwangere können auch selbst zuhause regelmäßig den Blutdruck messen und dokumentieren, wenn ein höheres Risiko besteht – so können zusammen mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt die Werte besprochen werden. Wenn nötig, bekommen Sie Medikamente verordnet, die eine Erkrankung verhindern oder deren Verlauf mildern können. Bitte haben Sie keine Angst, diese einzunehmen. Die verordneten Wirkstoffe sind für Ihr Kind nicht schädlich. Eine unbehandelte Präeklampsie jedoch kann für Mutter und Kind eine erhebliche Gefahr darstellen. Sprechen Sie immer mit Ihrem Frauenarzt, bevor Sie von ihm verordnete Arzneimittel absetzen oder andere einnehmen.
Einige Experten empfehlen für Schwangerschaft und Stillzeit eine generelle Zusatzeinnahme von Magnesium, Vitamin D oder anderen Substitutions-Präparaten. In einigen Gegenden auf der Welt wurde der Nutzen für die Verhinderung der Präeklampsie in Studien gezeigt. In Deutschland besteht bei normal-gesunder Ernährung in der Regel kein Mangel an solchen Substanzen. Von daher kann die Einnahme der (z. T. teuren) Präparate alleine zur Verhinderung einer Präeklampsie nicht empfohlen werden. Eine schädigende Wirkung geht von solchen in der Diskussion befindlichen Präparaten jedoch meist auch nicht aus. Sprechen Sie dennoch mit Ihrem Frauenarzt über seine Einschätzung und Empfehlung.


