Röteln in der Schwangerschaft: Krankheitsbild

Röteln bei der Schwangeren

Röteln verlaufen bei Schwangeren nicht schwerer als bei Nichtschwangeren. Die Beschwerden zu Beginn der Krankheit sind erkältungsähnlich. Die Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich schwellen an. Zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung können hellrote Flecken im Gesicht auftreten, die sich über den Körper und die Extremitäten ausbreiten. Nach ein bis drei Tagen verschwinden sie wieder. In einigen Fällen treten bei den betroffenen Frauen auch Gelenkschmerzen auf.

Bei Erwachsenen (also auch bei Schwangeren) verlaufen rund 20%, bei Kindern bis zu 50% aller Rötelnvirus-Infektionen ohne äußere Anzeichen. Auch Patienten ohne Symptome sind infektiös.

Rötelnvirus-Infektion des Embryos/Fetus und Rötelnembryopathie

Das höchste Risiko für eine schwere Schädigung des ungeborenen Kindes durch das Rötelnvirus (Rötelnembryopathie) besteht bei Röteln der Mutter im ersten Schwangerschaftsdrittel. Mögliche Folgen sind z. B. Herzfehler, Innenohrschädigung, Trübung der Augenlinse, Gehirnentzündung. Diese können zu einer schweren körperlichen und geistigen Behinderung des Kindes führen. Bei Röteln von der 12. bis zur 18. Schwangerschaftswoche können Einzelsymptome (vor allem Hördefekte) auftreten. Bei Röteln der Mutter kurz vor der Schwangerschaft (vor Beginn der letzten Regel) oder nach der 18. Schwangerschaftswoche sind beim Kind keine Schädigungen zu erwarten.

Auch gesund geborene Kinder, die bis zur 18. Schwangerschaftswoche im Mutterleib mit Rötelnvirus infiziert wurden, können in späteren Jahren noch schwerhörig werden oder sich verzögert entwickeln.

Quellen

Autor/Autoren: Enders / äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. Gisela Enders / Priv.-Doz. Martin Enders

Letzte Bearbeitung: 12.07.2018

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