Prämenstruelles Syndrom (PMS) & Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS): Ursachen

Eine Ursache beim PMS ist das Ungleichgewicht der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron, das bei Frauen im Laufe der zweiten Zyklushälfte entsteht.

Die genauen Auslöser der Beschwerden beim prämenstruellen Syndrom sind trotz jahrzehntelanger Forschungen noch nicht geklärt. Weder die ethnische Herkunft oder der Kulturkreis, noch der sozioökonomische Status scheinen nach bisherigem Kenntnisstand einen Einfluss auf die Entstehung und Schwere des PMS zu haben. Warum die eine Frau davon betroffen ist und die andere bei identischer hormoneller Situation nicht, wirft immer noch Fragen auf.

Bei der Vielfalt der Symptome wird eine einzige Ursache allerdings ausgeschlossen. Vielmehr handelt es sich um eine multifaktoriell bedingte Störung - das heißt, mehrere Faktoren sind für die Beschwerden verantwortlich. Viele Fachleute beschreiben das PMS deshalb heute als psychoendokrine Dysfunktion. Als eine Fehlfunktion, deren Ursachen in der Psyche, im Nervensystem sowie in der hormonellen Steuerung zu suchen sind. Vermutet wird, dass die zyklischen Veränderungen der Geschlechtshormone die Produktion und Aktivität von anderen Hormonen und Nervenbotenstoffen, den Neurotransmittern, beeinflussen. Das betrifft vor allem den Neurotransmitter Serotonin: Dessen Konzentration schwankt mit den hormonellen Veränderungen des Menstruationszyklus. Nach dem Eisprung nimmt der Gehalt des Nervenboten im Körper stetig ab. Kurz vor Menstruationsbeginn sinkt er dann rapide in den Keller.

Überempfindlichkeit, Wechselwirkungen und Verschiebungen

Beim PMDS ist inzwischen eine biologische Ursache nachgewiesen worden: Demnach liegt hier eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit auf Sexualhormone vor.

Auch besteht ein eindeutiger Zusammenhang mit hormonellen Umstellungen der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung und der einsetzenden Regelblutung. Offenbar steigt die Neigung zum PMS, wenn in der zweiten Zyklushälfte das Gelbkörperhormon (Gestagen) Progesteron produziert wird, während gleichzeitig die Östrogenausschüttung abfällt. Bei entsprechender Veranlagung oder besonderen Belastung können dann PMS-typische körperliche und seelische Beschwerden auftreten.

Manche Frauen scheinen auch auf die Abbauprodukte des Progesterons empfindlicher zu reagieren. Auch eine Wechselwirkung des Progesterons mit beispielsweise dem Serotonin wird diskutiert.
In der zweiten Zyklushälfte kommt es zudem zu einem natürlichen Anstieg des Hormons Prolaktin, das in der Hypophyse gebildet wird. Dieses regt ein Anschwellen der Brustdrüsen (Mastodynie) an und kann dadurch unangenehme Schmerzen verursachen.

Die hormonellen Schwankungen können zudem zu Verschiebungen der Elektrolyte und des Flüssigkeitshaushalts führen.

Neben den genannten Einflüssen auf das PMS werden auch ein verminderter Melatonin-Spiegel sowie eine Schilddrüsenunterfunktion als Ursachen diskutiert. Auch die Lebensgewohnheiten, besonders Ernährung und Bewegung, spielen beim PMS eine große Rolle: Als gesichert gilt heute, dass zu viel Zucker, Koffein, Alkohol sowie Nikotin und zu wenig Bewegung das prämenstruelle Syndrom begünstigen.

Wird der Übergang in die zweite Zyklushälfte und die Regelblutung durch Medikamente oder Operationen verhindert, bleiben bei diesen Frauen die Beschwerden durch das prämenstruelle Syndrom aus.

Quellen


Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Anne Schenck

Letzte Bearbeitung: 12.06.2018

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