Prämenstruelles Syndrom (PMS) & Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS): Therapiemaßnahmen & Behandlung

Mädchen und Frauen mit PMS können durch Ernährung, Bewegung und Entspannungstechniken gut Erfolge erzielen. Bei stärkeren Beschwerden kommen unterschiedliche Medikamente infrage.

Da es sich beim prämenstruellen Syndrom (PMS) um eine multifaktorielle Störung handelt, ist eine gezielte Behandlung nicht ganz einfach. Die Therapie richtet sich zunächst nach den jeweils vorliegenden Beschwerden, besonders jenen, die das Befinden am meisten beeinträchtigen.

Viele dieser Beschwerden können bei entsprechendem Leidensdruck medikamentös behandelt werden. Welches Mittel dabei am besten wirkt, ist jedoch individuell sehr verschieden. Erst nach einer exakten Abklärung und ausführlichen Anamnese kann der Gynäkologe abschätzen, welche Therapieform geeignet ist.

Wichtig ist an dieser Stelle die Unterscheidung zwischen dem prämenstruellen Syndrom (PMS) und der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS). PMDS ist in den USA offiziell als depressive Störung anerkannt ist und muss in aller Regel therapiert werden.

Medikamentöse Therapie

Bei der medikamentösen Behandlung stehen hormonelle Verhütungsmittel zur Auswahl, die den Eisprung verhindern (Ovulationshemmer). Diese können auch im sogenannten Langzyklus, das heißt mit Auslassen der Einnahmepause, eingenommen werden.

Außerdem können Schmerzmittel eingesetzt werden. Kopf-, Rücken- oder Brustschmerzen können so stark sein, dass diese notwendig werden. (Bei der Einnahme von Schmerzmitteln sollten Frauen, die unter starken Blutungen leiden, keine Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen - auch nicht im Vorfeld der Periodenblutung. Die blutverdünnende Eigenschaft von ASS kann zu einer übermäßigen Regelblutung führen. Alternativ kann beispielsweise der Wirkstoff Ibuprofen eingenommen werden.)

Um die Beschwerden, die durch die Wasseransammlung im Gewebe entstehen zu behandeln, stehen ausschwemmende Mittel - so genannte Diuretika - wie Calcium, Vitamin E oder Spironlakton zur Verfügung.

In manchen Fällen kommen stimmungsaufhellende Präparate wie selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Sertralin, Citalopram, Paroxetin) bei entsprechend starken Beschwerden zum Einsatz. Wegen möglicher Nebenwirkungen werden selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer meist erst dann eingesetzt, wenn andere Therapien wirkungslos bleiben.

Sowohl die Ovulationshemmer, als auch die Antidepressiva besitzen Nebenwirkungen und Risiken, so dass viele Frauen diesen Therapieformen eher zurückhaltend gegenüberstehen. Daher bevorzugen viele Patientinnen zunächst einen Versuch mit pflanzlichen Arzneimitteln. Hier bieten Präparate mit Extrakten aus Mönchspfeffer (Agnus castus)  eine nebenwirkungsarme Möglichkeit, um die Beschwerden - insbesondere das Brustspannen (Mastodynie) zu therapieren. Zur Behandlung der psychischen Beschwerden hat sich Johanniskraut (Hypericum) bewährt: Es lindert depressive Verstimmungen, Ängste und nervöse Unruhe - hat aber auch Nebenwirkungen.

Die alleinige Einnahme von Gelbkörperhormon (Progesteron) zeigte keinen nachweisbaren Effekt, bezüglich der lokalen Applikation einer progesteronhaltigen Creme im so genannten „off-Label use“ existieren keine aussagekräftigen Studien zu Nutzen oder Schaden.

Gezielte Ernährung

Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann sehr hilfreich sein: Weniger Salz, Schokolade, Koffein und Alkohol, dafür mehr Vitamine (B6, D und E) und Mineralien, wie Calcium und Magnesium. Diese Änderungen in der Ernährungsweise können bei PMS unter Umständen eine wirksame Besserung erzielen. So kann sich der Verzehr von Omega3-Fettsäuren, sowie die ergänzende Aufnahme von B-Vitaminen und Magnesium positiv auf die Stimmungslage, körperliche Beschwerden wie Brustspannen, Wassereinlagerungen und Heißhungerattacken auswirken.

Sport

Den positiven Effekt von Sport und Entspannungsmaßnahmen auf Körper und Psyche sollte man nicht unterschätzen.

Sport kann das prämenstruelle Syndrom ebenfalls sehr günstig beeinflussen. Durch Bewegung wird das im Körper vermehrt eingelagerte Wasser schneller abtransportiert. Die gleichzeitig erhöhte Durchblutung löst Krämpfe in der Gebärmutter und kann dadurch Schmerzen im Unterbauch und Rücken abbauen. Dabei empfiehlt sich vor allem Ausdauertraining wie Walken, Radfahren, Joggen oder Schwimmen. Durch die sportliche Aktivität werden vermehrt Endorphine im Gehirn ausgeschüttet. Diese so genannten „Glückshormone" können Stimmungsschwankungen auf natürliche Weise entgegen wirken. Dazu erhöht regelmäßige Bewegung die Bildung des Nervenbotenstoffes Serotonin, was die Beschwerden zusätzlich lindert.

Entspannungsübungen

Das Erlernen von Entspannungstechniken wie Yoga, autogenem Training oder die progressive  Muskelrelaxation können die Tage vor den Tagen weiterhin erleichtern und helfen, Stress abzubauen.

Quellen


Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Anne Schenck

Letzte Bearbeitung: 12.06.2018

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