Humane Papillomviren: Krankheitsbilder

Frauen oder auch Männer, die sich mit HPV Hochrisiko- oder Niedrigrisikotypen infiziert haben, merken davon in der Regel zunächst nichts, da die Viren bei der Infektion keinerlei Beschwerden verursachen. Erst einige Zeit nach der Infektion können sich Symptome zeigen, die durch die Haut- und Schleimhaut-infizierenden Virustypen hervorgerufen werden.

Hautwarzen (Papillome):

Sie treten meist im Gesicht sowie an den Extremitäten auf, sind lästig aber nicht gesundheitsgefährdend. Papillomviren, die solche gewöhnlichen Hautwarzen hervorrufen, infizieren in der Regel nicht den Geschlechtsbereich – mit Ausnahme von seltenen Hautwarzen im Genitalbereich von Kleinkindern. Allerdings haben sich in neuerer Zeit bestimmte HP-Viren auch als verantwortlich für die Entstehung des sog. weißen Hautkrebs erwiesen.

Feigwarzen / Genitalwarzen ( Kondylome):

ls Folge einer Infektion mit Niedrigrisikotypen, vor allem den Typen HPV 6 und 11, bilden sich nach einer Inkubationszeit von drei Wochen bis acht Monaten bei einigen Personen Genitalwarzen (Kondylome), die sich jedoch nicht zu einer Krebserkrankung entwickeln aber die Betroffenen psychisch stark belasten. Sie können an den äußeren Geschlechtsorganen, der Scheide, am Gebärmutterhalsbereich, aber auch im Analbereich auftreten. Die Kondylome können die Größe eines Stecknadelkopfes haben, aber auch mehrere Zentimeter betragen. Sie sind von rötlicher, graubräunlicher oder weißlicher Farbe und treten meist zu mehreren auf. Feigwarzen können über Monate und Jahre bestehen bleiben, aber auch spontan abheilen.

Nach einer Behandlung liegt das Risiko, dass die Warzen wieder auftreten, bei etwa 30%. Die Kondylome treten bei Frauen und Männern in etwa gleicher Häufigkeit auf.

Zellveränderungen und Krebsentwicklung im Bereich der Geschlechtsorgane:

Liegt eine Infektion mit Hochrisikotypen vor, so können an der Vulva, in der Scheide, am Gebärmutterhals und im Analbereich zelluläre Veränderungen auftreten. Diese können ganz ohne Behandlung von alleine wieder ausheilen. Dennoch stellt die Diagnose und die daraus resultierenden Kontrolluntersuchungen eine Belastung für die Betroffenen dar.
In manchen Fällen können sich aus einer andauernden (persistierenden) Infektion Krebsvorstufen und Krebszellen entwickeln (Dysplasien, Neoplasien). Die am häufigsten durch HPV-Viren verursachte Krebserkrankung ist der Gebärmutterhalskrebs.

Die ersten Zellveränderungen am Gebärmutterhals sind häufig sehr früh im sogenannten Pap-Abstrich, der als Krebsfrüherkennungs-Untersuchung beim Frauenarzt angeboten wird, diagnostizierbar. Werden Auffälligkeiten festgestellt, so kann entschieden werden, ob abgewartet oder behandelt wird. In vielen Fällen bilden sich zelluläre Veränderungen am Gebärmutterhals innerhalb von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren von selbst zurück. Bei auffälligen Befunden wird eine Überweisung in eine Dysplasiesprechstunde empfohlen.

Gewebeveränderungen, die über die Schleimhaut hinaus vorgedrungen sind, etwa in das darunter liegende Muskelgewebe, werden als invasives Zervixkarzinom bezeichnet und gelten als Gebärmutterhalskrebs.

Papillome an Schleimhäuten abseits vom Geschlechtsbereich:

Schleimhäute gibt es im Körper nicht nur an den Geschlechtsorganen, sondern auch an anderen Stellen, wie beispielsweise am Auge (Bindehaut), im Mund (Mundschleimhaut) und in den oberen Atemwegen. Auch dort können Warzen-ähnliche Veränderungen, so genannte Papillome, auftreten.
Vor allem im Kindes- und Jugendalter, selten auch bei Erwachsenen, können die Schleimhäute der oberen Atemwege (Nase, Mund, Luftröhre, Kehlkopf) von häufig wiederkehrenden Papillombildungen befallen sein. Gelegentlich werden die verantwortlichen Humanen Papillomviren (HPV 6, 11) bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen. Solche Papillome, die in der Fachsprache „rezidivierende respiratorische Papillomatose (RPR)" genannt werden, sind in der Regel gutartig, können aber mitunter sehr schnell wachsen und dabei die Atemwege blockieren. Selbst nach Entfernung der Wucherungen kann sich aus dem umliegenden Gewebe erneut ein Papillom entwickeln, da nicht nur Zellen, die an der Wucherung beteiligt sind, von Humanen Papillomviren befallen sein können, sondern auch viele benachbarte Zellen. Dadurch entstehen teilweise Jahrzehnte andauernde Krankheitsverläufe, die in sehr seltenen Fällen auch bösartig entarten.

Papillombildungen im Mund können aufgrund von Oralverkehr mit infizierten Partnern entstehen. Es kann sich dann ggf. um denselben Virustyp handeln, wie er auch in Feigwarzen der Genitalien auftritt.
Wenn HP-Viren der Typen 6 oder 11 die Bindehaut des Auges infizieren, so können rosarote, gestielte Wucherungen entstehen. Die Warzen-ähnlichen Strukturen sind nicht bösartig, sehen jedoch sehr unschön aus, weswegen sie meist operativ entfernt werden. Wie bei den Wucherungen in den Atemwegen, können jedoch auch diese Papillome wiederholt auftreten. Eine Infektion des Auges erfolgt in der Regel durch mangelnde Hygiene, z. B. ungewaschene Hände.

Quellen


Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Michael Wojcinski

Letzte Bearbeitung: 27.04.2018

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