Harninkontinenz

Noch immer ist die Harninkontinenz für viele Betroffene ein Tabuthema - dabei ist die Erkrankung recht weit verbreitet und betrifft jede dritte bis vierte Frau im Laufe ihres Lebens. Inkontinenz betrifft aber auch viele Männer.

Mit dem Begriff Harninkontinenz (Blasenschwäche, Urinabgang, Harnverlust) bezeichnet man den unwillkürlichen, das heißt unfreiwilligen, Verlust von Urin aufgrund unterschiedlicher Erkrankungen im Bereich der Harnblase und deren Verschlussmechanismen. 

Der unfreiwillige Verlust von Urin kann vielfältige Ursachen haben. Dementsprechend unterscheidet man verschiedene Formen, wie die Belastungs- oder Stressinkontinenz, Urge- oder Dranginkontinenz, Reflexinkontinenz, Überlaufinkontinenz und die extraurethrale Inkontinenz.

Noch immer ist die Harninkontinenz für viele Betroffene ein Tabuthema, das - meist aus Scham - gar nicht oder nur sehr ungern mit dem Frauenarzt besprochen wird. Dabei ist die Erkrankung sogar recht weit verbreitet: In Deutschland schätzt man die Zahl der betroffenen Frauen auf bis zu 15 Millionen. Das bedeutet, dass jede dritte bis vierte Frau irgendwann in ihrem Leben an Harninkontinenz - zumindest vorübergehend - erkrankt. Bei den 20- bis 30- jährigen liegt der Anteil der harninkontinenten Frauen bei etwa 10%, bei 40- bis 50- jährigen bei 25% und bei über 80- jährigen bereits bei 40%. In Altenheimen liegt der Anteil bei teilweise über 70%.

Besonders häufig leiden Schwangere, Übergewichtige oder Frauen mit schwacher Beckenbodenmuskulatur an der Krankheit.

Durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Behandlungsmethoden ist heutzutage in sehr vielen Fällen eine Heilung, zumindest aber eine deutliche Besserung des Leidens möglich.

Frauen können durch gezielte Übungen die Beckenbodenmuskulatur stärken und so einer Inkontinenz ein Stück weit vorbeugen.

Quellen

Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Prof. Dr. med. Werner Bader

Letzte Bearbeitung: 04.06.2018

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