Gebärmutterhalskrebs / Zervixkarzinom: Krankheitszeichen & Früherkennung
Für die Vorstufen und Frühformen des Gebärmutterhalskrebses sowie für das bösartige Karzinom gibt es keine spezifischen Anzeichen. In jedem Fall ist eine Abklärung unabdingbar und sollte bei Beschwerden keinesfalls aufgeschoben werden. Bei folgenden Symptomen sollte man kurzfristig den Gynäkologen aufsuchen:
- Andauernder Ausfluss, oft gelblich-bräunlich, der übel riechen kann
- Schmierblutung nach dem Geschlechtsverkehr
- Blutungen außerhalb der Menstruation oder nach der Menopause
- Schmerzen im Becken oder unteren Rückenbereich, meist kurz unterhalb der Stelle, die man vom “Seitenstechen“ nach sportlicher Überanstrengung kennt
- Geschwollene Beine, die auf eine Lymphstauung hindeuten können
- Schmerzen bei Stuhlgang und/oder beim Wasserlassen
- Abnehmende Leistungsfähigkeit
Gewebeveränderungen können im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms, das Frauen ab dem Alter von 20 Jahren zur Verfügung steht, nachgewiesen werden. Dafür wird im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung oberflächliches Zellmaterial aus dem Gebärmutterhalskanal sowie dem Muttermund entnommen, untersucht und befundet (Pap-Test & Pap-Befund).
Bei Auffälligkeiten kann der behandelnde Arzt einen gezielten Test auf Humane Papillomviren (HPV-Test) in einem Labor veranlassen.
Erst wenn nach einem angemessenen Zeitraum kein Ausheilen der Zellveränderung zu erkennen ist oder bereits eine hochgradige Zellveränderung vorliegt, ist die Entnahme einer Gewebeprobe erforderlich.
Zellveränderungen und Vorstufen
Auffällige Pap-Befunde (z. B. PAP III, PAP IIID2, PAP IVa und b) werden mittels Biopsie oder Konisation zusätzlich abgeklärt und die Ergebnisse als so genannte CIN-Stadien (cervikale-intraepitheliale-Neoplasien) definiert. Während beim Pap-Test nur lose, oberflächliche Zellen untersucht werden, wird bei der Einschätzung von CIN (cervikale-intraepitheliale-Neoplasie) ein Schnitt durch die Schleimhaut des Gebärmutterhalses angefertigt, so dass alle Schleimhautschichten von der Oberfläche bis in die Tiefe untersucht werden können. Dadurch ist es möglich, zu beurteilen, wie weit fortgeschritten die Zellveränderungen bzw. Krebsvorstufen sind.
Die Abkürzung CIN steht für "cervikale intraepitheliale Neoplasie". Die CIN-Angaben sind nicht mit den Pap-Befunden zu verwechseln.
Bei den Krebsvorstufen wird der Grad der krankhaften Veränderung der Zellen mit der Einteilung von CIN I bis CIN III charakterisiert.
| CIN-Stadien (cervikale-intraepitheliale-Neoplasien) Nomenklatur laut der S3-Leitlinie 2014 |
|---|
| CIN I oder (LSIL, „low grade squamous intraepithelial lesion") |
| CIN II oder (HSIL, „high grade squamous intraepithelial lesion") |
| CIN III oder (HSIL, „high grade squamous intraepithelial lesion") |
| CIN III oder Carcinoma in situ (CIS) |
Zellveränderungen bei CIN I und II können sich von selbst zurückbilden sind aber kontrollbedürftig. Die Zellveränderungen CIN III kann sich in Richtung eines invasiven Zervixkarzinoms entwickeln.
Quellen
- Petru, Jonat, Fink, Köchli, „Praxisbuch Gynäkologische Onkologie“, Springer Verlag (2005)
- Wacker, Sillem, Bastert, Beckmann, „Therapiehandbuch Gynäkologie und Geburtshilfe“, Springer Verlag (2007)
- Hillemanns, Dannecker, „Diagnostik der zervikalen intraepithelialen Neoplasie“, Tumorzentrum München (2004)
- S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom, September 2014


