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Endometriose: Ursachen und Risikofaktoren

Trotz intensiver Forschung ist noch immer unklar, wie es zu Endometriose kommt. Bis heute gibt es nur Theorien zu ihrer Entstehung. Eine geht davon aus, dass Teile der Gebärmutterschleimhaut bei einer „umgekehrten" - einer sogenannten retrograden - Menstruation, durch die Eileiter in den Bauchraum gelangen können. Das klingt eigenartig, doch tatsächlich kommt es bei neun von zehn Frauen zu einer retrograden Menstruation. Dieser Vorgang findet nicht nur während der Monatsblutung, sondern auch zu anderen Zeitpunkten während des Zyklus statt. Kurz vor dem Eisprung gibt es einen Sog von der Gebärmutter in Richtung Eileiter, sodass in dieser Zeit Endometriumzellen, oder beispielsweise auch Spermien, in den Eileiter gesaugt werden. Auf diese Weise könnten Schleimhautstücke in den Bauchraum gelangen.

Eine andere Theorie besagt, dass die Endometriose direkt an den Stellen außerhalb der Gebärmutter entsteht. Dort würden Zellen, die während der Embryonalentwicklung aus dem gleichen Gewebe wie die Gebärmutterschleimhaut hervorgegangen sind, in Endometriumzellen umgewandelt und könnten so zu einer Endometriose führen.

Weitere Hypothesen zielen auf Veränderungen im Immunsystem der betroffenen Frauen. Im Blut können dann Antikörper gegen Gebärmutterschleimhaut nachgewiesen werden. Das führt dazu, dass im Bereich der Endometrioseherde Entzündungen auftreten, die sich gegen körpereigenes Gewebe richtet. Bisher ist allerdings nicht geklärt, ob diese Fehlfunktion eine mögliche Ursache oder eine Folge der Endometriose darstellt.

Da die Erkrankung zudem in machen Familien gehäuft auftritt, ist auch eine genetische Veranlagung nicht auszuschließen. Keine dieser Theorien kann jedoch alle Phänomene einer Endometriose hinreichend erklären - zumindest bislang liegen die tatsächlichen Zusammenhänge noch im Dunkeln.

Risikofaktoren

Ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung einer Endometriose scheint die absolute Anzahl an Menstruationstagen zu sein. Frauen mit einem kurzen Menstruationszyklus haben im Vergleich zu Frauen mit einem längeren Zyklus im Laufe ihres Lebens mehr Menstruationstage. Dadurch verdoppelt sich das Risiko, eine Endometriose zu entwickeln. Ebenso erhöht sich die Erkrankungswahrscheinlichkeit für Frauen, die schon sehr früh ihre erste Regelblutung (Menarche) hatten.

Doch auch gesellschaftliche Veränderungen tragen zur häufigeren Entstehung der Endometriose bei. Die Zeitspanne zwischen der ersten (Menarche) und der letzten (Menopause) Regelblutung hat sich verlängert, Frauen bekommen heute weniger Kinder und stillen kürzer. All das trägt dazu bei, dass eine Frau in der Summe mehr Menstruationstage hat als noch vor 200 Jahren.

Autor/Autoren: äin-red

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