Prävention & Chlamydien-Screening

Krankheiten, die überwiegend beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, werden als sexuell übertragbare Krankheiten - auch „sexually transmitted diseases" (STDs) - oder Geschlechtskrankheiten bezeichnet. Die Gefährdung, sich mit einer STD anzustecken, besteht unabhängig von Sexualpraktiken für alle sexuell aktiven Menschen. Sexuell übertragbare Infektionen können also jeden treffen.
Es ist möglich gleichzeitig, an mehreren sexuell übertragbaren Infektionen zu erkranken. Einzelne Infektionen erhöhen das Risiko, sich mit anderen Erregern anzustecken - darunter auch schwerwiegende Infektionen wie HIV-Infektionen.

Safer Sex kann das Ansteckungsrisiko erheblich verringern. Darunter werden sämtliche Maßnahmen bezeichnet, die das Risiko einer Ansteckung und Verbreitung von sexuell übertragbaren Erkrankungen verringern. Ein wirksamer Schutz ist neben umfassender Aufklärung das Praktizieren von Safer Sex mit konsequenter Anwendung von Kondomen oder auch Femidomen.

Haupt-Risikogruppe für urogenitale Chlamydien-Infektionen sind sexuell aktive junge Menschen. Ihr Wissen über die Gefahren und möglichen Folgen einer Ansteckung ist oft gering.

Zu den Risikofaktoren für eine Chlamydien-Infektion zählen

Schutz vor einer chronischen Infektion bietet die rechtzeitige Behandlung. Dazu ist eine frühe Diagnose notwendig.

Chlamydien-Screening für gesetzlich krankenversicherte Frauen unter 25 Jahren

Um mögliche Risiken und Spätfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion bei Frauen zu verhindern, wie beispielsweise eine mögliche Unfruchtbarkeit, vermehrte Eileiterschwangerschaften bzw. Oberbauchbeschwerden, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einmal im Jahr die Kosten für ein Chlamydien-Screening bei sexuell aktiven Frauen unter 25 Jahren. Entsprechend den GBA-Richtlinien zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch soll sexuell aktiven Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr einmal jährlich die Untersuchung einer Probe auf genitale Chlamydia trachomatis-Infektionen angeboten werden. Als Hilfestellung für die Information der Frau zu diesem Screening ist das Merkblatt mit dem Titel „Warum wird mir ein jährlicher Chlamydientest angeboten?“ zur Verfügung zu stellen. Das Screening wird an einer Urinprobe mittels eines Nukleinsäure-amplifizierenden Tests (NAT) durchgeführt.

Patienteninformation zum Screening auf Chlamydia trachomatis-Infektion (vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)):https://www.g-ba.de/downloads/17-98-2509/2009-10-19-Merkblatt-Chlamydienscreening.pdf

Chlamydien-Screening vor Schwangerschaftsabbruch

Vor allen Schwangerschaftsabbrüchen soll nach Richtlinie die Untersuchung auf genitale Chlamydia trachomatis -Infektionen erfolgen: Die Untersuchung wird an einer Urinprobe mittels eines Nukleinsäure-amplifizierenden Tests (NAT) durchgeführt.

Chlamydien-Screening in der Schwangerschaft

Die erste Untersuchung nach Feststellung der Schwangerschaft sollte nach den Vorgaben der Mutterschafts-Richtlinien möglichst frühzeitig erfolgen. Sie umfasst u.a die gynäkologische Untersuchung einschließlich einer Untersuchung auf genitale Chlamydia trachomatis-Infektion. Die Untersuchung wird an einer Urinprobe mittels eines Nukleinsäureamplifizierenden Tests (NAT) durchgeführt.

Quellen:

Autor/Autoren: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Ioannis Mylonas, Dr. Doris Scharrel

Letzte Bearbeitung: 31.08.2018

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