Brustkrebs (Mammakarzinom)

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist in den westlichen Ländern die häufigste Krebsform bei Frauen. Das Risiko steigt ab dem 40. Lebensjahr an, das mittlere Erkrankungsalter liegt um das 64 Lebensjahr. Etwa ein Drittel der Betroffenen ist bei der Erstdiagnose jünger als 55 Jahre.

Brustkrebs tritt weltweit unterschiedlich häufig auf. So sind Frauen mit Brustkrebs in Afrika oder Asien wesentlich seltener als in Europa oder den USA. Die Zahl der Brustkrebsfälle bei Migrantinnen aus einer Region mit niedrigem Brustkrebsvorkommen in ein Land mit hohem Auftreten passt sich innerhalb von ein bis 2 Generationen an die Erkrankungshäufigkeit ihrer neuen Umgebung an. Daher lassen sich die hohen Brustkrebsraten in westlichen Ländern nicht allein durch genetische Unterschiede erklären.

In den meisten Fällen geht der Krebs von den Milchdrüsen oder den Milchgängen der Brustdrüse aus. Am häufigsten ist der Milchgangskrebs. Er wird in der Zellschicht an der Innenseite der Milchgänge gefunden und wird als duktales Karzinom (65 bis 80%) bezeichnet. So lange dieses wächst, ohne sich über die Grenzen der inneren Zellschicht hinweg auszubreiten, sprechen Medizinerinnen und Mediziner von einem so genannten duktalen Carcinoma in situ (DCIS). Bei dieser Vorstufe haben die Zellen zwar Eigenschaften von Krebszellen, sie können jedoch noch nicht in den Körper metastasieren.
Krebs, der von den Milchdrüsen ausgeht, wird lobuläres Karzinom (5 bis 15%) genannt. Darüber hinaus kommen weitere, seltene Krebserkrankungen der Brust vor.

Brustkrebs ist in Deutschland für etwa 17.800 jährliche Krebstodesfälle bei Frauen verantwortlich. Damit steht Brustkrebs als krebsbedingte Todesursache bei Frauen an erster Stelle, noch vor Darm- und Lungenkrebs. Bei einer frühzeitigen Erkennung ist die Überlebenschance dennoch gut, die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt – über alle Stadien hinweg betrachtet – etwa 80%. Daher sollten Frauen die jährliche Krebsfrüherkennung (Brustuntersuchung durch die Gynäkologin oder den Gynäkologen ab 30) sowie das alle 2 Jahre empfohlene Mammografiescreening (ab 50) wahrnehmen. Für Frauen, die familiär vorbelastet sind, gibt es ein spezielles, intensiviertes Früherkennungsprogramm.

Nur etwa ein Viertel der diagnostizierten Brusttumoren ist bösartig (= Krebs). Die übrigen drei Viertel sind gutartig bzw. stellen Vorstufen einer möglichen Krebserkrankung dar. Sie gehen häufig aus dem Bindegewebe (Fibrome), dem Fettgewebe (Lipome) oder auch dem Drüsengewebe (Adenome) hervor. Mit einem operativen Eingriff können sie entfernt werden. Häufig ist jedoch keine Operation notwendig.

Mehr Informationen zur Früherkennung von Bruskrebs, einer Brustkrebs-Ersterkrankung, dem DCIS sowie einer fortgeschrittenen Erkrankung finden sie in den "Patientenleitlinien Brustkrebs" des Leitlinienprogramms Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) , der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und der Deutschen Krebshilfe.

Autor/Autoren: äin-red

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