Brusterkrankungen (gutartig): Angeborene Veränderungen

Anlagestörungen der Brust sind angeboren, sie können sich aber auch erst in der Pubertät, mit Beginn der Entwicklung der Brust zeigen, wie z. B. zusätzliche Brüste. Insgesamt treten derartige Störungen aber recht selten auf:

Überzählige Brustwarzen (Polythelie)

Die Milchleiste ist eine bei Säugetieren während der Embryonalentwicklung anzutreffende Verdickung der Oberhaut. Sie erstreckt sich von den Achseln bis zu der Genitalregion. Aus ihr entsteht die Milchdrüse.

Als Polythelie werden überzählige Brustwarzen bezeichnet. Sie können entlang der so genannten „Milchleiste" auftreten, aus der die Brust in der embryonalen Entwicklung hervorgeht. Die Milchleiste erstreckt sich beiderseits von der Achselhöhle über die Leiste zu den großen Schamlippen.

Die überzähligen Brustwarzen sind angeborene Fehlbildungen, die meist einseitig auftreten. Sie sind bereits bei der Geburt vorhanden und bleiben auch erhalten. In der Regel haben Sie keinen Krankheitswert, nur wenn Sie unter der Achsel auftreten, können Sie unangenehm stören. Meist werden sie dennoch aus kosmetischen Gründen entfernt.

Ebenso wie zusätzliche Brustwarzen auftreten, können diese auch fehlen, man spricht dann von Athelie. Eine Athelie tritt auf, wenn bereits bei Geburt die Brust nicht angelegt ist. Hierbei wird ein genetischer Defekt oder störende Einflüsse während der Embryonalentwicklung als Ursache angenommen.

Brustdrüsengewebe außerhalb des Drüsenkörpers (aberrierende Mamma)

Es kann vorkommen, dass neben den regulären Brüsten zusätzliches Brustdrüsengewebe angelegt wird. Meist ist es in der Achselhöhle auf beiden Seiten des Körpers vorhanden wobei Brustwarze und Warzenvorhof fehlen.

Bei sehr wenig zusätzlichem Drüsengewebe kann es vorkommen, dass diese Fehlbildung erst im Verlauf einer Schwangerschaft bemerkt wird. Das zusätzliche Brustgewebe verhält sich analog zum normalen Brustgewebe und bildet während der Schwangerschaft Milch aus. Da es aber keinen Ausfuhrgang für die Flüssigkeit bzw. eine Brustwarze besitzt, kann es in der Folge zu schmerzhaften Schwellungen in dem Bereich kommen.

Bei Beschwerden kann das zusätzliche Brustgewebe komplett durch eine Operation entfernt werden.

Polymastie

Unter der Polymastie versteht man zusätzliche „vollständige" Brüste, die sich in der Pubertät ausbilden, also mit Brustwarze und Warzenvorhof. Sie können - ähnlich wie überzählige Brustwarzen - entlang der Milchleiste auftreten, am häufigsten aber unter der Achsel.

Diese zusätzlichen Brüste unterliegen wie die normalen Brüste den zyklus- und hormonbedingten Veränderungen, außerdem können sie die gleichen Brustdrüsenerkrankungen aufweisen, wie „reguläre" Brüste. In einer Operation können sie komplett entfernt werden.

Quellen


Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Jakob Keilbach

Letzte Bearbeitung: 12.06.2018

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