Ausfluss / Entzündung der Scheide: Komplikationen

Die bakterielle Scheidenentzündung (Kolpitis) ist zunächst harmlos. Komplikationen einer Scheidenentzündung ergeben sich aber beim Übergreifen der Erreger auf den Gebärmutterhals oder die Eileiter und Eierstöcke. Daraus kann sich eine Gebärmutterentzündung oder eine Entzündung von Eileiter und Eierstock (Adnexitis) entwickeln, die bis hin zu einer Unfruchtbarkeit führen können.

Darm, Scheide, Blase und Gebärmutter im Becken der Frau

Zudem können aufsteigende Erreger eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) verursachen. Dazu gehören Chlamydien, Streptokokken, E. coli, Enterokokken, Staph. aureus, Klebsiellen, anaerobe Bakterien, und sehr selten auch Gonokokken. Die Endometritis äußert sich durch Blutungsstörungen (Zwischenblutungen, Schmierblutungen u. ä.), Schmerzen im Unterbauch und bei schweren Verläufen auch durch Fieber und Schwäche.

Am hinteren Scheideneingang finden sich beiderseits die Bartholin´schen Drüsen. Sie sind u.a. dafür verantwortlich, daß bei Geschlechtsverkehr die Scheide feucht wird (Lubrikation). Ein - zumeist einseitiger - Verschluss der Bartholin-Drüsen, die das Scheidensekret produzieren, kann zu einer Entzündung (Bartholinitis) mit Abszeßbildung führen, die operativ behandelt werden muß. Betroffene leiden an einer schmerzhaften Schwellung im hinteren Drittel der Vulva und haben Beschwerden beim Sitzen.

Besonders heimtückisch sind die Humanen Papillom Viren (HPV). Die Ansteckung findet - besonders bei jungen Frauen - sehr häufig statt, wird aber nicht bemerkt. Eine Folge können Feigwarzen (Genitalwarzen) sein. Allerdings können sich von anderen Typen der HPV befallene Zellen des Gebärmutterhalses Jahre und Jahrzehnte später zu Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entwickeln. Seit 2006 gibt es einen wirksamen Schutz vor humanen Papillomaviren durch die HPV-Impfung. Somit kann erstmals durch eine Impfung die Entstehung eines Krebses (v.a. Gebärmutterhalskrebs, Zervixkarzinom) verhindert werden.

Komplikationen bei Schwangeren

Bei Schwangeren, die an einer Scheidenentzündung leiden, kann es während der Geburt zu einer Infektion des Neugeborenen kommen. Besonders gefürchtet sind hier Infektionen mit Herpes-Viren, Gonokokken, dem Humanen Papillom Virus oder Chlamydien. Deshalb erfolgt eine Entbindung bei einer akuten Entzündung oftmals durch einen Kaiserschnitt.

Eine Scheidenentzündung kann während der Schwangerschaft auch zu einer vorzeitigen Wehentätigkeit oder einem frühen Blasensprung führen oder eine Fehlgeburt einleiten. Schwangere Frauen sollten sich deshalb bei den ersten Anzeichen einer Entzündung, wie Juckreiz, Brennen oder ungewöhnlichem Ausfluss, an ihren Frauenarzt wenden.

Quellen


Autor/Autoren: äin-red

Fachliche Unterstützung: Dr. Axel Valet & Dr. Klaus Doubek

Letzte Bearbeitung: 16.04.2018

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