Stuhluntersuchung

Was ist Stuhl?

Als Stuhl bezeichnet man die für den menschlichen Organismus nicht weiter verwertbaren Stoffwechselprodukte aus dem Darm.

Er besteht aus unverdaulichen Nahrungsbestandteilen, Wasser, abgestoßenen Schleimhautzellen des Darmes (ca. 250 g pro Tag), Sekreten des Verdauungstraktes, Gallenfarbstoffen und Darmbakterien.
Die Menge des pro Tag gebildeten Stuhles ist abhängig von der Ernährung und kann von 100-500 g variieren. Den Ausscheidungsprozess selber bezeichnet man als Stuhlgang.

Warum wird eine Stuhluntersuchung durchgeführt?

Eine Stuhluntersuchung dient vor allem zur Diagnose von Erkrankungen der Verdauungsorgane sowie zur Krebsfrüherkennung (Darmkrebs).
Eine Stuhluntersuchung wird bei Abweichungen von normaler Stuhlkonsistenz, Stuhlform, Stuhlfarbe, Stuhlgeruch, unklaren Schleimbildungen, Blutauflagerungen und Durchfällen durchgeführt:

Wie wird eine Stuhluntersuchung durchgeführt?

Die Stuhlprobe wird vom Patienten selbst aus dem normal abgesetzten Stuhl entnommen. Dafür erhält man vom Arzt ein Stuhlentnahme-Set mit Stuhlröhrchen, Löffel und Schraubverschluss. Der Stuhl soll nicht in Kontakt mit dem Urin oder Spülwasser kommen. Daher erfolgt der Stuhlabsatz am besten auf einen ''Stuhlfänger'', den man ebenfalls in der Arztpraxis bekommt. Alternativ können mehrere Lagen Toilettenpapier in die Toilettenschüssel gelegt werden. Man kann auch mehrere Lagen Toilettenpapier quer über die Toilettenöffnung legen und mit der Toilettenbrille festklemmen. Der Stuhl wird dann auf diese ''Hängebrücke'' abgesetzt. Mit dem beigefügten Löffel befüllt man das Stuhlröhrchen zu etwa dreiviertel mit einem möglichst zusammenhängenden Stück Stuhl. Wichtig ist, nicht im Stuhl herumzustochern, damit nicht zusätzlich Sauerstoff ins Innere der Stuhlprobe gelangt. Dadurch würden bestimmte Bakterienarten im Stuhl nicht überleben. Das fest verschlossene Stuhlröhrchen wird in der Arztpraxis abgeben und im Labor untersucht.

Was passiert bei einer Stuhluntersuchung?

Stuhlbetrachtung

Die Inspektion des Stuhls mit dem bloßen Auge kann wesentliche Hinweise auf Erkrankungen geben. Der Fettstuhl bei Fettresorptionsstörungen ist glänzend und grau. Der Teerstuhl bei Einnahme von Kohle-, bzw. Eisenpräparaten oder massiven Blutbeimengungen ist schwarz. Ein sehr heller Stuhl gibt den Hinweis auf einen Gallenstau. Ein bleistiftdünner Stuhl gibt den Hinweis auf Einengungen im Darmbereich. Man kann Schleimbeimengungen, Blutauflagerungen, Eiter, Würmer oder Wurmeier sehen. Unverdaute Nahrungsmittelreste sind zum Beispiel bei Enzymmangel sichtbar. Hellrote Blutbeimischungen findet man bei Blutungen aus dem unteren Darmabschnitt oder bei starken Blutungen aus den höheren Darmbereichen.

Stuhldiagnostik

Viele Erkrankungen machen sich durch einen veränderten Stuhlgang bemerkbar. Ein Befall mit Bakterien, Viren oder Parasiten kann zum Beispiel zu Durchfall führen.

 

 

Autor/Autoren: Dr. Doris Scharrel

Fachliche Unterstützung: Dr. Doris Scharrel

Letzte Bearbeitung: 22.06.2018

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