07.09.2018

Wochenbettdepression: Schilddrüsenstörung kann Ursache sein

Die Wochenbettdepression kann sich in ausgeprägter Verstimmung mit Weinerlichkeit, Energielosigkeit, Apathie, Unruhe, Konzentrationsschwäche und Überempfindlichkeit ausdrücken. Ähnliche Symptome treten aber auch im Rahmen von Schilddrüsenerkrankungen auf.

Depressive Verstimmungen oder Reizbarkeit nach der Geburt können Anzeichen einer Wochenbettdepression sein. Möglicherweise ist aber auch eine Störung der Schilddrüsenfunktion die Ursache, die sogenannte nachgeburtliche Hashimoto-Thyreoiditis. Frauen sollten solche Symptome ärztlich abklären lassen. Dies gilt besonders für Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Auffälligkeiten ihrer Schilddrüse gezeigt haben.

Etwa sieben Prozent aller Frauen erkranken nach der Entbindung an einer autoimmun bedingten Funktionsstörung ihrer Schilddrüse. Es dauert oft lange, bis die Diagnose gestellt wird, denn die Symptome wie anhaltende Erschöpfung, Reizbarkeit oder Schlaflosigkeit können neben Schilddrüsenerkrankungen unterschiedliche Ursachen haben – darunter auch ein zeitweiser Baby-Blues oder die schwerwiegende Wochenbettdepression. Zudem bleibt die Erkrankung häufig lange unentdeckt, da sie keine Schmerzen verursache.

Nachgeburtliche Schilddrüsenentzündung verläuft oft in verschiedenen Phasen

Eine nachgeburtliche Hashimoto-Thyreoiditis entwickelt sich aus bisher nicht vollständig geklärten Gründen in einem Zeitraum von etwa sechs bis 52 Wochen nach der Entbindung. Besonders gefährdet sind Frauen, bei denen schon vor oder während der Schwangerschaft erhöhte Schilddrüsen-Antikörper – sogenannte TPO-Antikörper – festgestellt wurden, also Frauen mit einer Neigung zu Hashimoto oder Morbus Basedow sowie Diabetikerinnen. Auch junge Mütter mit Schilddrüsenerkrankungen in der Familie haben ein erhöhtes Risiko.

Die Erkrankung kann in verschiedenen Phasen verlaufen. Dabei kommt es zunächst zu einer Schilddrüsenüberfunktion mit Nervosität, beschleunigtem Herzschlag und verstärktem Schwitzen. Daran schließt sich häufig eine Phase der Schilddrüsenunterfunktion an, in der die Frauen an Antriebsschwäche, Lustlosigkeit, unerklärlichen Tränenausbrüchen oder Ängsten leiden.
Ein Bluttest kann klären, ob eine Schilddrüsenentzündung vorliegt. Die Erkrankung ist gut behandelbar. Bei einem Teil der Frauen bildet sie sich nach einem Jahr von ganz allein zurück.

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE)

Autor/Autoren: äin-red

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